Wirtschaft

Konjunkturklimaindex der IHK Siegen auf Rekordhoch

Bei den Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe läuft es derzeit rund: 56 Prozent melden eine gute Lage, fast ein Drittel rechnet mit Steigerungen in den kommenden Monaten.

Foto: Gerd Wallhorn

Bei den Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe läuft es derzeit rund: 56 Prozent melden eine gute Lage, fast ein Drittel rechnet mit Steigerungen in den kommenden Monaten. Foto: Gerd Wallhorn

Siegen.   Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer Siegen erreicht einen neuen Höchststand. Aber nicht alle Firmen sind optimistisch.

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Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen erreicht einen neuen Rekordstand. Mit 137 Punkten steigt er gegenüber der letzten Runde im September 2017 um sieben Punkte. Das Ergebnis der Umfrage, die die aktuelle Lageeinschätzung und die Erwartungen der Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe widerspiegelt, sei seit Beginn der Erhebungen 1998 „der mit Abstand beste Wert, den wir jemals gemessen haben“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Der positive Trend zieht sich durch alle Branchen – mit Ausnahme des im Siegerland sehr starken Maschinenbaus.

Zahlen

470 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt. 56 Prozent melden eine gute Lage, fast ein Drittel rechnet mit Steigerungen in den kommenden Monaten. 62 Prozent gehen von einem weiterhin stabilen Verlauf aus. Von den Industrieunternehmen sind 86,7 Prozent zu mehr als 70 und 56,9 Prozent zu mehr als 85 Prozent ausgelastet. „Eine Spitzenauslastung“, betont Gräbener.

Branchen

Abgesehen vom Einzelhandel, dessen Einschätzungen nach dem Weihnachtsgeschäft den üblichen Knick nach unten zeigen, geht das Stimmungsbarometer in den anderen Bereichen nach oben: mit leichtem Anstieg im Großhandel, steil in Industrie, Bauindustrie und Dienstleistungsgewerbe. Ausnahme bleibt der Maschinenbau. Insgesamt habe die Branche zwar zugelegt, „aber in unserer Region scheint der Maschinenbau nicht ganz so vom Glück verfolgt wie anderswo“, sagt IHK-Präsident Felix G. Hensel. Zwar gebe es von Unternehmen zu Unternehmen deutliche Unterschiede, unterm Strich sei die Gesamttendenz aber immer noch verhalten. Das gelte auch für die heimischen Gießereien und Röhrenhersteller.

Exporte

Die Industrie vertraue derzeit stark darauf, „dass das Exportgeschäft Impulse gibt“, erläutert Klaus Gräbener. Befördert würde dies durch den niedrigen Ölpreis, niedrige Zinsen, einen relativ geringen Außenwert des Euros und eine expansive Geldpolitik. Hier sieht Gräbener auch das Risiko, „denn das alles kann sich schnell wieder drehen“. Die positive Einschätzung dabei sei durchaus „erstaunlich“, merkt Hensel an. Wegen internationaler Unwägbarkeiten und Krisen – etwa den Folgen des Ukraine-Konflikts oder dem Brexit – waren die Erwartungen an die Exportentwicklung nämlich noch im Januar 2016 im Keller. Offenbar hätten viele Unternehmen neue Absatzmärkte gefunden. Hensel: „Das Asiengeschäft geht gut, das Geschäft im Mittleren Osten nimmt zu.“ Außerdem „wissen wir auch von Unternehmen, die kräftig in den USA investieren“, ergänzt Klaus Gräbener. „Man kann von ihm halten, was man will: Aber das hat auch mit der Steuerreform zu tun, die Donald Trump angefasst hat.“

Menschen

Der viel beschworene Fachkräftemangel „ist real bei den Betrieben angekommen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Bei Umfragen, welcher der limitierende Faktor für die Zukunft sein werde, stehe das Thema „Ausbildung und Fachkräftesicherung“ mittlerweile mit weitem Abstand auf Platz 1.

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