Mikroplastik-Verbot

Kunstrasen: Kork statt Gummi auf Netphener Plätzen?

Drei Sportvereine in Netphen  brauchen einen neuen Kunstrasen.

Drei Sportvereine in Netphen brauchen einen neuen Kunstrasen.

Foto: Steffen Schwab

Netphen.  Netphener Sprtvereine denken darüber nach, künftig Granulat aus Kork in den Kunstrasen einzubauen. Es gibt aber auch noch ein anderes Problem.

Die Sportvereine in Netphen stimmen sich darauf ein, dass die EU das bisher in Kunstrasenplätze eingebaute Plastikgranulat verbieten wird. Als alternatives Material kommt Kork ins Spiel, das derzeit vor allem aus Portugal bezogen wird, wo Korkeichenwälder angebaut sind. „Das hat aber nicht nur Vorteile“, sagt Netphens Baudezernent Erwin Rahrbach: Der Pflegeaufwand wird höher, der Preisvorteil könne bei stark wachsender Nachfrage schnell dahin sein.

Aktuell stehen Kunstrasen-Erneuerungen in Salchendorf, Netphen und Dreis-Tiefenbach an. Im vorigen Jahr hatten Politik, Verwaltung und Stadtsportverband intensiv um die Kostenverteilung gerungen. Beschlossen wurde am Ende, dass die Stadt für jede Platzsanierung 60 Prozent der Kosten übernimmt und 40 Prozent von den Vereinen zu tragen sei. Die CDU hatte den Eigenanteil der Vereine auf 30, der Stadtsportverband auf 25 Prozent begrenzen wollen. Besonders laut hatte der SV Dreis-Tiefenbach übereine finanzielle Überforderung des Vereins geklagt.

Landeszuschüsse in Sicht

Frisch auf dem Verwaltungstisch angekommen sind die Einzelheiten zu dem neuen Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“. Vereine, die über eigene Sportanlagen verfügen, können Fördermittel beantragen. In Netphen kommen dafür außer Schützenvereinen und Tennisclubs auch die Fußballvereine in Frage, denen die Stadt das wirtschaftliche Eigentum an den Plätzen übertragen hat. Sie alle werden um das auf Netphen entfallende Budget von 600.000 Euro konkurrieren.

Sollten Gelder fließen, wird der Rat nach den Konsequenzen gefragt. Die Meinung der Verwaltung deutet Baudezernent Rahrbach zumindest an: Dass die Zuschüsse den Eigenanteil der Vereine verringern, „kann nicht sein“. Die Fördergelder müssten vielmehr auf den städtischen Zuschuss angerechnet werden.

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