Vortrag

Laschets Vortrag über Perspektiven bietet nur wenig Inhalt

Jahresempfang der Uni Siegen. Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (links) und Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen. Laschet hielt sich mit Äußerungen zu Südwestfalen eher zurück.

Foto: Morris Willner / FUNKE Foto Services

Jahresempfang der Uni Siegen. Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (links) und Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen. Laschet hielt sich mit Äußerungen zu Südwestfalen eher zurück.

Siegen.   Ministerpräsident Laschet hat beim Jahresempfang der Uni Siegen nur wenig zu Südwestfalen zu sagen. Und er warnt: Alles kann schnell vorbei sein.

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„Perspektive(n) Südwestfalen“ war der Festvortrag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet gestern Abend beim Jahresempfang des Rektorats der Universität Siegen überschrieben, doch anzubieten hat der Gast aus dem Rheinland erstaunlich wenig.

Natürlich: Lob ist immer im Gepäck. Für die Musterregion, für die große industrielle Bedeutung Südwestfalens, für die enge Verbindung von Universität und Region und die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, für die ländlichen Regionen überhaupt: „Nordrhein-Westfalen ist besonders. Unsere Problemregionen sind die Städte des Ruhrgebiets – auch was die Wahlergebnisse der AfD angeht.“ Deshalb sei es im Interesse von Stadt und Land, den Zusammenhalt zwischen Ballungsgebieten und dörflichen Strukturen zu erhalten: „Dann hat das Modewort Heimat Zukunft.“

Das Auto wiegt mehr als dreieinhalb Tonnen

Und was hat der Ministerpräsident konkret anzubieten? Er verweist auf die Probleme der Infrastruktur, auf die Notwendigkeit von schnellen Internetverbindungen und beklagt den Stillstand auf dem Straßen, unter denen er persönlich besonders leide, weil sein Auto „mehr als 3,5 Tonnen wiegt und nicht über die Leverkusener Rheinbrücke fahren darf“. Ernsthafter gesprochen sieht er durchaus Gefahren für Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Aber die Landesregierung sei dran.

Nun denn. Die Regionale 2013 habe viel erreicht, meint Laschet, die Regionale 2025 werde noch einen Qualitätssprung bringen, das Siegener Modellprojekt „Medizin neu denken“ werde die ärztliche Versorgung verbessern, und die in der Region verankerten Familienunternehmen bewiesen soziale Verantwortung.

Die Lage sei gut, erklärt der Ministerpräsident, aber man bewege sich auf dünnem Eis: „Wenn der US-Präsident über Raketenangriffe twittert, wenn der Brexit misslingt, kann alles schnell vorbei sein.“ Aber es muss ja nicht so schlimm kommen: „Ich wünsche der Universität und Südwestfalen viel Erfolg in den nächsten Jahren“, schließt Laschet und verspricht, seine Regierung werde die Hochschulen in ihrer Eigenständigkeit möglichst wenig behindern. Na immerhin.

Studenten protestieren gegen Politik der Landesregierung

Vor dem Eintreffen Laschets hatten 40 Studenten die Bühne geentert, um gegen seine Einladung zu protestieren. Die Asta-Vorsitzende Vera Fengler erklärte, der Ministerpräsident stehe für Bildungsungerechtigkeit, ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer und deutsche Panzer in Kriegsgebieten. Ihre Teilnahme an der abschließenden Podiumsdiskussion sagte Fengler ab.

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