Orchester

Neue Celesta für die Philharmonie Südwestfalen

Beeindruckt von Schönheit und Klang der Celesta: Michael Nassauer, Nadine Uebe-Emden, Hermann Achenbach, das Ehepaar Schleifenbaum, Ehrenmitglied der Philharmonie  Barbara Lambrecht-Schadeberg und Pianist Christoph Sobanski (von links).

Beeindruckt von Schönheit und Klang der Celesta: Michael Nassauer, Nadine Uebe-Emden, Hermann Achenbach, das Ehepaar Schleifenbaum, Ehrenmitglied der Philharmonie  Barbara Lambrecht-Schadeberg und Pianist Christoph Sobanski (von links).

Foto: Wolfgang Leipold

Hilchenbach.  Förderverein der Philharmonie Südwestfalen und Sparkasse Siegen übergeben dem Orchester eine neue Celesta. Das Instrument ist durchaus besonders.

Man sieht ihr den Preis nicht an. Aber wie bei anderen wirklich wichtigen Dingen steckt der Wert im Inneren und offenbart den ganzen klanglichen Zauber erst beim Spielen. Celesta heißt das Instrument, das der Förderverein der Philharmonie Südwestfalen und die Sparkasse Siegen dem Orchester nun gespendet haben.

Äußerlich ist es ein kleines Klavier im vornehmen Retro-Look, hinter dem sich aber fein ausgeklügelte, modernste Technik verbirgt. Denn innen überträgt eine komplizierte Hammermechanik den Tastendruck auf Klangplatten aus Metall. Resonanzkästen aus Holz sorgen dafür, dass die Töne verstärkt werden und dabei besonders weich klingen. Die Celesta wurde 1886 in Paris erfunden und schon sechs Jahre später komponierte Peter Tschaikowsky seinen „Nussknacker“ speziell für dieses Instrument, das sich aber auch perfekt für Filmmusik eignet, weil es besondere Stimmungen erzeugt.

Perlende Töne, sphärische Klänge

Einen kleinen Eindruck dieses einzigartigen Klangs gibt Christoph Sobanski, Musikdozent an der Uni Siegen, indem er den Nussknacker anspielt und das weitbekannte „Hedwig’s Theme“ aus „Harry Potter“ interpretiert. Perlende Töne, sphärische Klänge, zum Niederknien schön, einen besonderen Zauber verbreitend.

Die Bedeutung dieses Instruments weiß auch Orchesterintendant Michael Nassauer zu würdigen: „Wir hatten zwar eine alte Celesta, doch die besaß nur dreieinhalb Oktaven. Die neue hat fünfeinhalb Oktaven und ist damit vielseitiger einsetzbar. Dadurch sind wir top aufgestellt und auch zukunftssicher.“ Durch einen Rollkoffer ist das Instrument leicht zu transportieren und das Orchester für Konzerte außerhalb der Region noch interessanter.

Der Preis ist heiß

Die 1890 gegründete deutsche Firma Schiedmayer ist weltweit der einzige Hersteller einer Celesta. Spezialisten brauchen unzählige Stunden, bis ein solches Instrument mit seiner besonderen Mechanik fertig ist. Entsprechend stattlich ist mit 42.000 Euro der Preis. Den haben sich die Sparkasse Siegen und der Förderverein der Philharmonie Südwestfalen geteilt.

„Die Philharmonie Südwestfalen gehört zu den Leuchttürmen der Region“, sagt Nadine Uebe-Emden, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse. „Wir sind froh, das Orchester immer wieder unterstützen zu können.“ Froh sind auch Barbara Lambrecht-Schadeberg, Dr. Henrich Schleifenbaum und Fördervereins-Geschäftsführer Hermann Achenbach. Denn sie trugen einmal mehr dazu bei, mit bürgerschaftlichem Engagement den Kauf eines Instruments zu ermöglichen, das allein aus Steuergeldern nicht zu bezahlen gewesen wäre. Und die vielen Fans der Philharmonie werden sich auf neue orchestrale Klangfarben freuen können.

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