Förderung

Neuer Jahrgang MINToring SI startet: Fachkräfte von morgen

Startschuss im Haus der Siegerländer Wirtschaft: 26 Schülerinnen und Schüler bilden den Jahrgang 2018.

Foto: Hendrik Schulz

Startschuss im Haus der Siegerländer Wirtschaft: 26 Schülerinnen und Schüler bilden den Jahrgang 2018. Foto: Hendrik Schulz

Siegen.   Mit dem Förderprogramm werden 26 Gymnasiasten drei Jahre lang auf ein naturwissenschaftlich-technisches Studium an der Uni Siegen vorbereitet.

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Schüler, Eltern, Lehrer, Uni, Mentoren, Schulen, Bezirksregierung, Unternehmen, Verbände – damit dringend benötigte Fachkräfte für die Region heranwachsen, bemühen sich im Programm „MINToring SI“ zahlreiche Akteure darum, Schüler für ein Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu begeistern.

26 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe – sie besuchen derzeit elf Siegerländer Schulen – erhielten gestern im Haus der Siegerländer Wirtschaft ihre Aufnahmezertifikate für den aktuellen Jahrgang des auf drei Jahre ausgelegten Programms.

„Wir sind auf dieses Programm angewiesen, um die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft anzugehen und zu lösen“, betonte Jörg Dienenthal, Vorsitzender des Verbands der Siegerländer Metallindustriellen (VdSM). Er erinnerte daran, dass das seinerzeit vom Bund aufgelegte Programm wegen fehlender Fördergelder gestrichen wurde, die Akteure vor Ort es aber als so wichtig insbesondere für den Mittelstand in der Region erachteten, dass es auf eigene Faust in Siegen weitergeführt wurde. „Wir haben hier so gute Ressourcen“, so Dienenthal, „MINToring hier weiterzuführen war der richtige Schritt, das zeigen die letzten Jahrgänge eindeutig.“

MINToring SI sei darauf angewiesen, dass Lehrer ihren Schülern das Programm empfehlen und auf die ausgezeichneten beruflichen Möglichkeiten in der Region aufmerksam machten. „Viel zu oft geht der Blick Richtung Ballungsgebiete“, sagte Dienenthal – dabei gebe es vor Ort viele Chancen auf gute Arbeitsplätze bei Firmen, die sich seit langem am Weltmarkt behauptet hätten. „Wir setzen auf Orientierung, auf die Herstellung von Kontakt, auf die Identifikation mit der Region“, so der VdSM-Vorsitzende. Das Programm erleichtere den Schülern (Mintees) den Studieneinstieg und mindere das Risiko eines Studienabbruchs.

„Die Herausforderungen von heute kann eine Disziplin allein gar nicht mehr leisten. Die Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät ist die erste MINT-Fakultät in Deutschland“, so Prof. Holger Schönherr, Prodekan für strategische Entwicklung der Fakultät. Das sei seinerzeit nicht unbedingt so geplant gewesen – aber nun könne man die MINT-Fächer gebündelt in einer Organisationsstruktur anbieten – davon profitiere auch das Studium. „Sie bereiten sich aufs Abitur vor“, so der physikalische Chemiker zu den Schülern, „und bürden sich mit dem Projekt extra Arbeit auf. Aber das ist eine Investition, die sich lohnt“, betonte er und äußerte den Wunsch, dass die Teilnehmer ein Studium an der Uni Siegen aufnehmen.

„Die konkreten Anwendungen rücken im Schulunterricht zunehmend nach vorne.“ Werner Hücking von der Schulabteilung der Bezirksregierung Arnsberg meinte, dass die MINT-Fächer einen wichtigen Aspekt darstellten, wenn man Bildung nachhaltig entwickeln wolle. Die Verknüpfung schulischer Inhalte mit praktischen Anwendungen sei ein Aspekt, mit dem sich Schule manchmal schwer tue – aber sie passe den Unterrichtsstoff eben zunehmend den Anforderungen in der Praxis an. „MINToring SI ist ein mustergültiges Beispiel dafür, wie die Akteure Hand in Hand sich füreinander und für die Region engagieren“, so Hücking.

„Wenn man weiß, dass man etwas sehr gut kann, sollte man auch an seine Fähigkeiten glauben“, gab Dr. Alexander Hoffmann den Schülerinnen und Schülern mit. Der Mathematiker ist Gründer der Firma Statmath, die Algorithmen und Softwareanwendungen zur Prognose auf Basis großer Datenmengen entwickelt. Hoffmann hat seine Firma als Start up zusammen mit Christian Friedrich aus der Uni heraus gegründet, heute ist Statmath ein überaus erfolgreiches Institut für statistische Prognosen. Womit Hoffmann nicht gerechnet hätte, als sie als Studenten anfingen, Nachhilfe in Mathematik zu geben.

„Niemand kann einen Fünfjahresplan exakt so durchziehen wie vorgesehen“, so Hoffmann. Für die berufliche Karriere sei es wichtig, offen zu sein – und auf Mentoren zu hören. Damit hätten er und sein Partner gute Erfahrungen gemacht, denn Mentoren hätten entscheidend zum Erfolg der Firma beigetragen. Die Schüler werden in Gruppen von Studenten der Uni (sogenannten Mintoren) betreut.

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