Ortsgeschichte

Oelgershausen feiert seinen 700sten Geburtstag

Blick auf Oelgershausen vermutlich in den 50er Jahren vom "Spies" aus.

Blick auf Oelgershausen vermutlich in den 50er Jahren vom "Spies" aus.

Foto: Dorfgemeinschaft Oelgershausen

Oelgershausen.   Mit einer Festschrift und einem dreitägigem Fest feiert Oelgershausen sein 700 jähriges Bestehen seit der Ersterwähnung.

350 Menschen feiern am selben Wochenende Geburtstag – und zwar den 700sten. Anlass dazu gibt eine Urkunde, die auf den 8. März 1319 datiert ist. Sie ist das älteste bekannte Schriftstück, in dem „Ulgershusen“, das heutige Oelgershausen, erwähnt wird. Laut dem Dokument, das heute im Staatsarchiv in Münster liegt, ging es damals um einen Grundstücksaustausch zwischen dem Kloster zu Keppel und Graf Heinrich I. von Nassau-Dillenburg, bei dem unter anderem von dem Zeugen „Schultheiß Ruprecht von Ulgershusen“ die Rede ist.

Informationen auf 120 Seiten

700 Jahre Ortsgeschichte liefern genug Stoff für ein Geschichtsbuch. Die vier Oelgershausener Gerhard Johnson, Dieter Bruch, Klaus Hofmann und Peter Jüngst haben deshalb in den letzten drei Jahren eine 120-seitige Festschrift mit detaillierten Informationen über ihr Dorf verfasst.

Die Recherche der Chronisten hat ergeben, dass die Geschichte des Ortes laut einiger Siedlungsforscher sogar noch weiter zurückgehen könnte. Aufgrund des Ortsnamens werde Oelgershausen von einigen Forschern dem Zeitabschnitt der „freien Landnahme“ (etwa 1000 n. Chr.) zugeordnet, dafür fehlen aber bis heute eindeutige Belege.

Recherche im Heimatmuseum

Wie die vier Autoren selbst sagen, übernahmen sie bei der Festschrift „die Rolle von Jägern und Sammlern“, die Informationen aus bereits vorhandenen Dokumenten zusammengetragen haben. Eine wichtige Informationsquelle war die 565-seitige Sammlung mit dem Titel „So war es mal in Oelgerhausen - Sage, Geschichte, Erinnerungen“ von dem gebürtigen Oelgershausener Karl Josef Görg, der im Herbst letzten Jahres verstorben ist. In persönlichen Gesprächen habe Görg den Autoren der Festschrift weitere Insider-Informationen über die Ortschaft liefern können.

Das Salz in der Suppe

Zusätzlich forschten die Autoren der Festschrift zum Beispiel im Heimatmuseum Netpherland sowie im Stadtarchiv. Als das „Salz in der Suppe“ bezeichnen sie jedoch die persönlichen Erinnerungen der Dorfbewohner, die zum Beispiel von den ersten elektrischen Laternen, einem Kuhfriedhof und feierwütigen Autofahrern erzählen.

Mit der Festschrift solle die Geschichte festgehalten und eine Grundlage für die kommenden Jahre gelegt werden, so Ortsvorsteher Dieter Bruch. „Die zusammengetragenen Informationen können dem einen oder anderen Zugezogenen ein wenig Orientierung geben und dazu beitragen, mit den Alteingesessenen ins Gespräch zu kommen“.

Dreitägiges Festprogramm

Sowohl Zugezogene als auch Alteingesessene und Gäste aus den benachbarten Ortschaften werden bei dem dreitägigen Festwochenende im Juni erwartet. Von Freitag, 14. Juni, bis einschließlich Sonntag, 16. Juni, findet rund um das Bürgerhaus auf der Ochsenwiese die Feier anlässlich des 700. Dorf-Geburtstags statt.

Die Dorfgemeinschaft Oelgershausen hat dafür ein Programm auf die Beine gestellt, bei dem für jede Altersgruppe was dabei ist.

Los geht es am Freitagabend mit Festreden, Ehrungen, einer Foto-Slideshow, Vorführungen der Senioren des Dorfs und musikalischer Begleitung der Band Parterre“.

Der Samstagabend beginnt mit einem Konzert der Coverband Superliquid, anschließend findet eine Dance Night statt.

Die ganze Familie kann am Sonntag ihren Tag am Bürgerhaus verbringen. Dort wird dann unter anderem Früh- und Dämmerschoppen veranstaltet, es gibt ein Kinderprogramm, Vorführungen mit Magie und Gesang, in der Nähe des Festplatzes wird ein Kohlenmeiler aufgebaut und zur Verpflegung gibt es Erbsensuppe, Burger, Grillspezialitäten und Kuchen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben