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Siegener Studis sammeln Spenden für Kinder in Nepal

Auch in diesem Jahr sammeln Alexander Mosig (links) und Bülent Cengiz im Rahmen einer Glühwein-Aktion für die Organisation "OneLoveOneWorld" in Nepal Spenden.

Auch in diesem Jahr sammeln Alexander Mosig (links) und Bülent Cengiz im Rahmen einer Glühwein-Aktion für die Organisation "OneLoveOneWorld" in Nepal Spenden.

Foto: Antonia Jost / WP Siegen

Weidenau.  Alexander Mosig und Bülent Cengiz veranstalten zum achten Mal „Waffeln und Glühwein gegen Spende“. Der Erlös geht an „OneLoveOneWorld“ in Nepal.

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In der Vorweihnachtszeit lassen sich Geselligkeit und Wohltätigkeit besonders gut verbinden, wenn Bülent Cengiz und Alexander Mosig das achte Jahr in Folge die Aktion „Glühwein gegen Spende“ veranstalten. An mehreren Tagen gibt es im Kultkaff vegane Waffeln und Glühwein (mit und ohne Alkohol) gegen eine freiwillige Spende, die der nepalesischen Kinderhilfe von „OneLoveOneWorld“ zugute kommt. Im letzten Jahr sind um die 900 Euro dabei zusammengekommen. Im Interview sprechen die beiden über ihre Zusammenarbeit sowie Chancen und Herausforderungen.


Was ist euer Ziel?

Bülent: Wir wollen in erster Linie in einer ungezwungenen Situation zum Gespräch einladen und die Aktion so gestalten, dass sich andere davon inspirieren lassen.
Alex: Für uns ist es am wichtigsten, zu informieren. Wir bieten immer auch eine alkoholfreie Variante des Glühweins an, um direkt von dem Vorurteil abzulenken, dass es vorrangig um den Alkoholkonsum geht. Das ist nicht unser Ziel, wir wollen über das Projekt informieren und mit den Gästen ins Gespräch kommen. Wenn man von 50 Leuten nur zwei oder drei erreicht, die dann über den Abend hinaus mitmachen, ist das schon ein tolles Ziel.


Wie hat sich die Aktion in den letzten Jahren geändert?

Alex: Früher hatten wir allerdings mehr Zeit, das alles umzusetzen. Wir haben dann auch auf dem Markt der Möglichkeiten, welcher im Rahmen der Erstsemestereinführung stattfindet, Glühwein ausgeschenkt oder einmal ein Bierpong-Turnier im Kultkaff veranstaltet. Als sich durch die Bauarbeiten der Campus verlagert hat, haben wir beschlossen, unser Projekt auch zu verlagern und dann eben hauptsächlich im Kultkaff anzubieten.


Welche Vorteile seht ihr in der Organisation?

Alex: Alles in allem funktioniert die Umsetzung auch sehr gut, uns werden keine Steine in den Weg gelegt. Das ist definitiv nicht selbstverständlich, ebenso wenig wie die Unterstützung vom Café Chaos sowie vom Kultkaff, die das Projekt toll aufnehmen und unterstützen!
Bülent: Dazu kommt, dass wir keine Initiative und damit nicht an so viele Auflagen gebunden sind.
Alex: Genau, wir sind einfach zwei Leute, die Spaß daran haben. Dabei muss man sich zu einhundert Prozent auf den anderen verlassen können, das ist enorm wichtig.


Und welche Nachteile gibt es?

Bülent: Dadurch, dass gerade zur Weihnachtszeit viele Initiativen Glühwein anbieten, zum Beispiel im Foyer (der ehemaligen Haardter Berg Schule, Anm. d. Red.), ergibt sich natürlich unter Umständen eine Konkurrenzsituation. Deswegen sind Absprachen sehr wichtig.
Alex:
Natürlich kann das die Leute wegziehen, aber wir haben auch auf der anderen Seite schon erlebt, dass uns die Initiativen ihre Glühweinreste für unser Projekt überlassen haben.


Wie wird die Aktion von anderen aufgenommen?

Alex: Sehr positiv! Wir werden jedes Jahr wieder gefragt, ob wir wieder Glühwein gegen Spende veranstalten. Es helfen auch immer wieder unfassbar viele Leute mit, zum Beispiel beim Aufräumen und Saubermachen. Wir machen das Ganze eben nicht professionell und sind deswegen sehr auf die Hilfe von außerhalb angewiesen, darauf, dass Leute auf uns zukommen. Trotzdem sind wir, wenn es um die Organisation geht, froh, dass wir nur zu zweit sind. Sobald mehrere Leute etwas planen, kommen sehr viele verschiedene Meinungen zusammen, das kann schwierig werden.
Bülent: Was aber nicht heißt, dass wir uns nicht über Anregungen und Ideen von außerhalb freuen, im Gegenteil! Wer Vorschläge hat, wie wir unser Projekt noch verbessern oder ausweiten können, kann uns gerne jederzeit kontaktieren.


Wie steht ihr zu dem Verein OneLoveOneWorld?

Bülent: Es ist eine absolute Herzensangelegenheit von uns, dass wir genau für diesen Verein Spenden sammeln. Besonders wichtig ist es, Kindern in Nepal Zugang zu Bildung und Gesundheit zu ermöglichen. Allerdings sind trotz unserer Spenden für die Organisation eigentlich regelmäßige geringere Einnahmen besser als eine einmalige große Summe. Mit kleineren Beträgen, die regelmäßig reinkommen, kann leichter geplant werden. Deswegen wollen wir dafür sensibilisieren, sich mit dem Vereinsziel noch mehr auseinanderzusetzen, was vielleicht in Schulpatenschaften münden kann.
Alex: Außerdem finden wir es super, dass der Verein sehr transparent arbeitet.


Was macht eure Aktion zu etwas Besonderem?

Alex: In unseren Glühwein fließt ganz viel Liebe hinein, nicht zuletzt eben, weil wir absolut hinter dem Projekt stehen. Dazu kommt, dass wir uns auch bei der Herstellung zwar auf kostengünstige Mittel konzentrieren, aber auch vieles frisch machen, zum Beispiel das Obst oder die Waffeln, die in diesem Jahr auch wieder vegan sein werden. Dabei ist unser Hintergedanke, ähnlich wie bei dem Angebot von alkoholfreiem Glühwein, dass wir niemanden ausschließen wollen, nur weil die Person keinen Alkohol trinkt oder vielleicht vegan lebt.
Bülent:
Alles soll für alle da sein, genauso ist die Spende ja nicht als Zwang zu verstehen. Wer nichts geben kann, der muss das auch nicht tun.
Alex:
Wir schauen nicht, wer was bezahlt, sondern wollen alle einbinden und auf das Projekt aufmerksam machen. Dabei ist es uns wichtig, deutlich zu machen, dass wir absolut unpolitisch sind.


Ihr studiert beide schon im Master – wie sieht die Zukunft der Aktion aus, wenn ihr mal die Uni verlasst?

Bülent: Wir sind für jede Idee und Form der Inspiration dankbar. Auch Kooperationspartner sind immer erwünscht-
Alex: Kommt doch einfach mal rum und quatscht mit uns. Vielleicht habt ihr ja Lust, das Ganze künftig weiterzuführen!

Am Freitag findet im Vortex die Veranstaltung „Global Beats“ statt – ein Euro des Eintrittspreises geht an „OneLoveOneWorld“..

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