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So arbeitet die Siegener Redaktion während der Corona-Krise

Das Großraumbüro in unserer Siegener Redaktion steht leer. Die Reporter arbeiten im Home-Office

Das Großraumbüro in unserer Siegener Redaktion steht leer. Die Reporter arbeiten im Home-Office

Auch die Räume der Siegener Lokalredaktion müssen in diesen Zeiten so gut wie leer stehen. Fast alles wird von Zuhause erledigt.

Sie sind alle noch da, die Frauen und Männer, die dazu beitragen, dass aktuelle Nachrichten aus Siegen und dem Umland ins Netz und am nächsten Tag in den Lokalteil der Zeitung kommen. Nur: Sie arbeiten auf Abstand, ganz wenige in den Büros, die meisten zu Hause. Diensthandy, Laptops und ein stabiles Netz sind in diesen Tagen die wichtigsten Arbeitsmittel. Hier erzählt das Team aus der Siegener Lokalredaktion:

Nun ist ganz anderes wichtig

Redaktionsleiter Steffen Schwab in der Videokonferenz: hier mit den Kollegen aus den anderen Lokalredaktionen und der Chefredaktion, dann mit den Siegener Kollegen in ihren Home-Offices. Telefon und Chat müssen den persönlichen Kontakt ersetzen. Die Themen, über die wir seit nun zwei Wochen berichten und über die wir mit den Menschen in der Region sprechen, haben nichts mehr gemein mit dem, was vorher wichtig schien. Gewöhnen wollen wir uns daran nicht.

Keine Ablenkung am Küchentisch

Redakteur Florian Adam: Ich hab’s auch im Home-Office drauf: Nach nur zwei Tagen herrschte auf meinem Schreibtisch das, was andere als Chaos empfinden. Aber keine Sorge: Das gehört so. Ich arbeite derzeit von meiner Küche aus, und stelle dabei, umgeben von meinen Pflanzen und einigen meiner Lieblingsbilder, fest, dass die Ablenkungen am heimischen Küchentisch entgegen meiner Erwartung weit weniger sind als im Büro. Und noch etwas stelle ich fest: Ich besitze wirklich sehr, sehr viele Tassen.

Schreiben auf dem Balkon

Redakteur Hendrik Schulz: Der Küchentisch ist belegt. Blöd in einer türenlosen Wohnung (außer zum Bad). Die Freundin muss telefonieren, vertraulich, Mithören tabu. Ich nehme den Balkon. Die Sonne scheint ja. Schlecht für die Lesbarkeit auf dem Laptop. Trotzdem ist es kalt. Und windig. Es fehlen Hände zum Telefonieren und Papier festhalten. Zur Videokonferenz mit den Kollegen lässt der Nachbar die Säge kreischen. „Da geht ein Handy“, meint die Kollegin. Laut Geräuschkulisse will er ein Haus aus Vollmetall durchsägen. Warum nicht. Bald will Kollege Schwab im Büro abgelöst werden. Balkone sind einfach nicht zum Arbeiten gemacht.

Die Kontrolle verloren

Redakteur Tim Haacke: Ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren! Jedenfalls wenn es nach Karl Lagerfeld geht, der dies einst Jogginganzugträgern vorwarf. Bis auf die Bekleidung unterscheidet sich meine Arbeit nicht sehr vom Redaktionsalltag, nur in Details: Bilder hochladen dauert länger, zum Schreiben nutze ich andere Programme und das Postfach zeigt mir immer zuerst die älteste Mail an.

Kurzer Weg zum Kühlschrank

Sportredakteur Lutz Großmann: Arbeit außerhalb der Redaktion, in Sporthallen und von zuhause, ist nicht neu. Das Mini-Büro am Esstisch ist eng, aber gemütlich. Nach der Themenkonferenz mit Hagen: Mittagspause. Der Weg zu Balkon und Kühlschrank ist kurz, der Kalorienverbrauch scheint zu steigen... Früher als sonst muss das Blatt für morgen fertig sein. Gewöhnen möchte ich mich an die Situation nicht. Das Schwätzchen mit den Kollegen, Kaffee, der einem die Schuhe auszieht, Fachsimpeln mit Besuchern, Spaziergang durch Siegens City – das alles fehlt.

Empty Office

Assistent Jens Plaum: Home-Office ist in meinem Fall eher Empty-Office. Ich bin einer von furchtbar wenigen Kollegen, die nach wie vor in der Redaktion zu finden sind. Ist vielleicht sogar besser als zu Hause arbeiten. Denn da ist alles, was den Bonvivant vom Land abzulenken vermag: Garten, Rutsche, Schaukel, Kletterstange. Und irgendwo steht bestimmt noch ein Pony rum. So aber bleibt für mich Arbeit auch in diesen eher dunklen Tagen Arbeit – bloß die Kollegen, die vermisse ich.

Wieder daheim

Volontär Nico Stange: Plötzlich bin ich wieder im Kinderzimmer, 10 m2. Eigentlich wohne ich zur Zwischenmiete in einer WG, eine Bewohnerin war in Spanien. Vor zwei Wochen verließ sie das Risikogebiet, wartet jetzt in der Wohnung auf ihren Corona-Test, ich zog wieder zu meinen Eltern. Über dem Schreibtisch hängen alte Fußball-Tickets. Daran ist gerade nicht zu denken. Dafür ans Wiedersehen mit den Kollegen.

Starke Mannschaft im Hintergrund

Unterstützt wird das Siegener Team von einer Mannschaft im Hintergrund, die aus dem Pressehaus in Hagen aus- und ebenfalls in die Home Offices in Hagen, Schwerte, Wetter und Wuppertal umgezogen ist : Blattmacherin Gudrun Schürmann, die Onliner Annika Rinsche, Veronika Szary und Nadine Przystow, der Sport-Desk mit Philipp Zimmer, Elmar Redemann und Falk Blesken, Grafikerin Manuela Nossutta und Mediengestalter Philipp Singer.

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