Haushaltsentwurf

Stadt Freudenberg will im Jahr 2020 weiter investieren

Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke und Kämmerer Julian Lütz sind mit ihrem Haushaltsentwurf zufrieden. Jetzt geht er zur Beratung in die politischen Gremien. 

Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke und Kämmerer Julian Lütz sind mit ihrem Haushaltsentwurf zufrieden. Jetzt geht er zur Beratung in die politischen Gremien. 

Foto: Michael Kunz

Freudenberg.  Freudenbergs Finanzen entwickeln sich ordentlich, sagt Bürgermeisterin Nicole Reschke über den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr.

Noch einmal drei Wochen früher als im Vorjahr können Bürgermeisterin Nicole Reschke sowie Julian Lütz, Beigeordneter und Kämmerer in Personalunion, den Haushaltsentwurf für 2020 vorlegen. Damit die Politik zusätzliche Beratungszeit bekomme und die Verabschiedung wiederum möglichst zeitig erfolgen könne, betonen beide. Ein wichtiger Grund hat sich aus den Umständen von 2018 ergeben. Wichtige Ausschreibungen konnten deutlich früher erfolgen als bei den Nachbarkommunen, sorgten für deutliche Ersparnisse in einer Zeit, da die Preise ständig stiegen.

Entwicklungen

Insgesamt sehe die finanzielle Lage Freudenbergs ordentlich aus, „wenngleich wir nicht im Land der Glückseligen leben“, sagt die Bürgermeisterin. Julian Lütz nickt und kündigt für die kommenden Jahre das stete Bestreben an, die „echte schwarze Null“ zu erreichen. Das erfordere weitere harte Haushaltsdisziplin und Arbeit, unterstreicht der Kämmerer.

Allerdings verstehe der Bürger es kaum, wenn er sich selbst Einschränkungen auferlegen solle, während den Kommunen immer wieder Leistungen von Bund und Land auferlegt und nicht gegenfinanziert würden. Oder wenn das Rathaus darauf hoffe, die rund 800.000 Euro in der Kasse zu behalten, die bislang an den Fonds Deutsche Einheit abgeflossen seien, die Summe aber voraussichtlich komplett durch die geplante Erhöhung der Kreisumlage wieder aufgezehrt werde. Julian Lütz wünscht sich für diese Dauerthemen endlich eine für die Kommunen tragbare Lösung.

Trotz aller unwägbaren Faktoren zeige die geleistete Arbeit Wirkung, sagt Nicole Reschke, was sich etwa im erneuten Verzicht auf Kassenkredite zeige. Auch seien die Freudenberger Verbindlichkeiten in den vergangenen drei Jahren um eine halbe Million Euro gesenkt worden. Nicht zuletzt habe die Stadt auch von der guten wirtschaftlichen Entwicklung profitiert, verweist Julian Lütz auf den Abschluss für 2018.

Da war eine Unterdeckung von etwas mehr als 1,6 Millionen angenommen worden. Ein ordentlicher Anstieg bei den Gewerbesteuern brachte am Ende einen Überschuss von 2,24 Millionen. Sollte der Kreis in Sachen Umlage eine andere Entscheidung treffen, könnten vielleicht auch 600.000 Euro mehr auf der Habenseite verbucht werden, ergänzt Lütz.

Investitionen

Wichtig ist beiden, dass 2020 wieder eine erkleckliche Summe investiert werden soll. „Die strategischen Ziele im Leitbild werden konsequent verfolgt“, sagt Nicole Reschke und nennt die Digitalisierung der sowie den Lebensraum Schule allgemein als einen der Schwerpunkte, dazu komme die weitere Ausstattung der Feuerwehr. Ebenfalls solle der Entwicklung der Ortschaften, der Sanierung des Kurparks und der aktuell intensiv diskutierten Erneuerung des Freibads größerer Raum gelten. 3,55 Millionen Euro sind insgesamt für Investitionen ausgewiesen, eine Steigerung um etwa 100.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der Feuerwehr stehen unter anderem das neue Gerätehaus und ein weiteres Fahrzeug auf der Liste.

60.000 Euro sind für den Bereich Tourismus vorgesehen, speziell für ein Wegeleitsystem Wandern, „angepasst an den Naturpark“, sowie ein digitales Wanderinfoportal in unmittelbarer Nähe zum KulTourBackes, der Ausgangspunkt der meisten Wege in Freudenberg sei.

100.000 Euro stehen im Plan für die Entwicklung und Verkehrsplanung in potenziellen Neubaugebieten. „Wir wollen Wohnraum schaffen“, betont die Bürgermeisterin.

300.000 Euro sind für Stichweg und Parkplatz an der Hermann-Vomhof-Straße vorgesehen, wo der neue Kindergarten der AWO mit fünf Gruppen entsteht.

Perspektiven

Bürgermeisterin und Kämmerer sehen durch ihren Entwurf eine Fortführung „der Entwicklung im Sinne der fraktionsübergreifenden strategischen Ziele“. Fördergelder würden nur dort beantragt, wo es im Sinne der Stadt sei, „wir laufen nicht jedem Topf nach“.

Steuererhöhungen seien auch im Jahr 2020 nicht nötig. „Bei den Abfallgebühren haben wir sogar eine kleine Senkung zu verzeichnen“, stellt Julian Lütz fest. Allerdings gebe es erste Anzeichen, bei der Prognose der Gewerbesteuer vorsichtiger zu sein.

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