Südwestfalen

Innenstädte auch in Sprockhövel mit Luft nach oben

In 23 Städten in Südwestfalen, darunter auch in Sprockhövel, wurde die Qualität der Innenstädte erfragt. 

In 23 Städten in Südwestfalen, darunter auch in Sprockhövel, wurde die Qualität der Innenstädte erfragt. 

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel  Mit Spannung werden die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Umfrage zur Qualität der Innenstädte auch von Sprockhövel erwartet.

Nicht erst seit der Corona-Krise leiden die Innenstädte wie auch in Sprockhövel unter mangelnder Attraktivität und dem wachsenden Konkurrenzdruck durch den Online-Handel. Auf dem Weg zu einer Verbesserung ist von zentraler Bedeutung dabei das Urteil der Konsumenten, der Bürger, die in den betreffenden Städten leben. Auch Sprockhövel hat teilgenommen an einer wissenschaftlichen Studie von Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsförderungen und der Fachhochschule Südwestfalen zu diesem Themenkomplex.

Gesamtergebnis der Studie liegt vor

Das Projekt heißt CityLab, 23 Städte aus Südwestfalen haben sich daran beteiligt, zwischen September und Oktober des vergangenen Jahres haben insgesamt 6891 Personen an der Umfrage teilgenommen. Gefragt wurde, bezogen auch auf Sprockhövel: Wie attraktiv sind die Einkaufsstraße in Haßlinghausen und Niedersprockhövel? Am Ende sollen auf Grundlage der Antworten die Lösungen gefunden werden, um die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität für Einwohner, Besucher, Touristen und zuzugswilligen Fachkräften in den Innenstädten der am Projekt beteiligten Städte zu steigern.

Einzelaspekte von Attraktivität abgefragt

Das Gesamtergebnis der Studie liegt vor, die Einzelresultate für Sprockhövel werden demnächst im entsprechenden Fachausschuss vorgestellt. Die Mehrheit der Befragten gehörten der Altersgruppe der 30 bis 60-Jährigen oder älter an, die Befragten sind nach eigener Aussage zwischen einmal und täglich in der Innenstadt. Wie misst man Attraktivität? Nach Aussage von Lisa Zölzer, die an der Fachhochschule in Soest das Projekt betreut, sind Aspekte wie Ortsbild, Mobilität, Angebot, Digitalisierung, Geschäftsmöglichkeiten und die Identifikation mit der Stadt abgefragt worden.

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Alle Bereiche gut zu Fuß erreichbar

In allen beteiligten Städten in Südwestfalen wurde positiv hervorgehoben, dass dass alle Bereiche der Innenstadt gut zu Fuß erreichbar seien, die Leerstände jedoch stießen bei sechs von zehn Befragten auf negative Resonanz. Gut die Hälfte der Beteiligten kritisierte, dass es für Kinder zu wenige Spielgeräte gebe. Für gut befunden wurde die Zahl der Angebote an Geschäften. Ein Kritikpunkt war jedoch der Mangel an Bekleidungs- und Spielwarengeschäften. Auf der anderen Seite gaben die Teilnehmer zu Protokoll, Bäcker, Friseure und Optiker gebe es zu viele. Unter dem Strich muss im Gesamtergebnis festgehalten werden, dass sich 50 Prozent der Befragten einen Branchenmix für ihre Innenstadt wünschen. Die altersspezifischen Angebote seien verbesserungswürdig, die existierenden Wochenmärkte benötigen mehr Vielfalt.

Schlechte Noten für ÖPNV

Ein sehr aussagefähiges Ergebnis liefern die Antworten auf die Mobilitätsfrage: Der ÖPNV sei keine Alternative zur Anreise mit dem Auto, mit dem man gut in die Stadt komme und für das genügend Parkraum bereitstehe. Radwege hingegen wurden als schlecht ausgebaut bewertet. Eher mittelmäßig beurteilt wurden auch digitale Angebote in den jeweiligen Innenstädten; kostenloses WLAN sei eher Mangelware, die Angebote in den Läden würden über nicht oder zu wenig auf Websites oder in den sozialen Medien zusätzlich angeboten.

Gute Kooperation mit dem Stadtmarketing

Jeder fünfte Befragte sieht die Geschäftsmöglichkeiten als steigerungsfähig. So laufe die wechselseitige Verbindung durch gemeinsame Netzwerke nicht gut. Die Kooperation mit dem jeweiligen Stadtmarketing sehen die Befragten jedoch positiv.

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