Corona-Pandemie

Schwieriges Jahr für Sprockhövels Organisator Klaus Densow

Klaus Densow hat beruflich ein schwieriges Jahr hinter - und ein unbesimmtes vor sich.

Klaus Densow hat beruflich ein schwieriges Jahr hinter - und ein unbesimmtes vor sich.

Foto: Biene Hagel / Biene Hagel / FUNKE Foto Services

Sprockhövel  Ehrgeizige Projekte des Sängers und Musikproduzenten scheiterten im Lockdown des vergangenen Frühjahrs. Aber Densow gibt nicht auf.

Die Corona-Pandemie und die Gegenmaßnahmen haben Leuten wie ihm zumindest zeitweise die Existenzgrundlage unter den Füßen weggezogen. Der Zustand hält an, doch Densow wäre nicht der große Musikorganisator, wenn er jetzt die Hände in den Schoß legte.

Densow urlaubt in Spanien

Zurzeit verbringt Klaus Densow ein paar Tage in Spanien, "dort, wo ganz wenig Menschen sind", versichert er. Das vergangene Jahr steckt dem Sprockhöveler noch in den Knochen. "Eine Katastrophe für Menschen, die wie ich in der Unterhaltungsbranche arbeiten und deren Erfolg daran gemessen wird, ob viele Menschen zusammen viel Spaß haben."

Das Malheur um seine Schlagerreise

Im September 2019 hatte Densow in dieser Zeitung angekündigt, zum letzten Mal seine berühmte Schlagernacht in Sprockhövel organisieren zu wollen. "Heute wissen wir, 2020 hätte es sowieso keine Party in der Glückauf-Halle gegeben", sagt er bitter. Aber es war ein anderes Projekt, das Klaus Densow im Frühjahr auf den Weg bringen wollte. "Geplant war eine Schlagerreise nach Mallorca, ein großes Hotel hatte ich dafür gebucht, und die Perspektive war richtig gut."

Projekt lief richtig gut an

Anfang Mai sollte die Sause starten, G. G. Andersen, Patrick Lindner, Oli p. und Nino de Angelo hatte Klaus Densow für eine Woche Dauerparty auf der Insel verpflichtet, "innerhalb von sechs Stunden waren weit über tausend Plätze im Flieger und im Hotel ausverkauft, 300 Leute auf der Warteliste. Das Format reizte die Menschen, die schönen Frühjahrsurlaub mit ihren Lieblingssängern verbringen wollten", sagt Densow.

Totale Absage im Lockdown

Doch dann kam der März, wo die zunehmende Corona-Ausbreitung die Regierungen veranlasste, ab Mitte April das Leben der Bürger herunterzufahren. Densows Handy lief in kurzer Zeit heiß durch unzählige SMS: Hotel und besorgten Kunden meldeten sich und fragten nervös an, was das alles jetzt für sie und ihre Schlagerreise im Mai bedeute." Als dann alles abgesagt werden musste, wunderte sich der Organisator, wie verständnisvoll seine Reisegruppe insgesamt reagierte. "Die meisten mussten lange auf ihr Geld warten, andere buchten gleich um für einen neuen Termin in 2021, ohne dass ich ihn gleich anbieten konnte", berichtet der Sprockhöveler.

Neue Reise in 2021 geplant

Densow, der mit seinem privaten Vermögen haftet, schiebt es auf sein Glück, "den Felix in mir", dass er am Ende alles hat regeln können und alle ihr Geld erstattet bekamen, wenn auch die Erfahrungen mit den großen Fluggesellschaften und ihrer Erstattungsmoral nicht rühmlich waren. Für dieses Jahr hat er wieder eine neue Schlagerreise geplant, vom 4. bis 11. Mai, diesmal mit deutlich kleinerer Gruppe und im Bewusstsein, dass alles wieder platzen könnte.

Nachdenken über neue Formate

Jetzt im Urlaub nutzt er die Ruhe auch, um über andere Formate für die von ihm und so vielen Landsleuten so geliebten deutschen Schlager nachzudenken. "Open Air ist denkbar, die Idee mit Konzerten im Autokino habe ich wieder verworfen", sagt er. Für eine irgendwie geartete Schlagernacht in Sprockhövel sieht er derzeit keine Möglichkeit, "auch ohne Corona sind die Mieten für die großen Hallen und die Kosten etwa für Security und alles andere kaum zu stemmen."

Klaus Densow kommt klar

Klaus Densow sagt, er komme auch ohne Remmidemmi und den Schlagerzirkus derzeit finanziell klar. "Ich pflege keinen überheblichen Lebensstil wie viele andere in der Branche, die gerade sehr leiden." Er gibt sich keinen Illusionen hin, auch nach Corona werde es lange dauern, bis sich die Leute wieder in volle Konzerthallen trauen.

Solidarität mit deutschem Schlager

Was ihn böse reizt, sind die Diskussionen um die Erhöhung der GEZ-Gebühren.

Insbesondere der von ihm als völlig überteuert kritisierte öffentlich-rechtliche Rundfunk habe es in den letzten Monaten der Pandemie, als die Not der Künstler in Deutschland überall thematisiert wurde, nicht für nötig befunden, im Programm solidarisch mit ihnen zu sein. "Da hätte deutscher Schlager rund um die Uhr gespielt werden müssen!"

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