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Sprockhöveler macht mit Pfeil und Bogen Jagd auf Gummitiere

Begeisterte Bogenschützen (v. li.): Die Sprockhöveler Matthias, Finn und Katrin Gärtig haben einen Parcours mit 40 Stationen und Gummitieren in einem kleinen privaten Waldstück, auf die sie mit Pfeil und Bogen schießen.

Begeisterte Bogenschützen (v. li.): Die Sprockhöveler Matthias, Finn und Katrin Gärtig haben einen Parcours mit 40 Stationen und Gummitieren in einem kleinen privaten Waldstück, auf die sie mit Pfeil und Bogen schießen.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Klaus Gärtig aus Spröckel und seine Familie haben ein ungewöhnliches Hobby: Sie schießen mit Pfeil und Bogen auf Gummitiere. Was dahinter steckt.

Dieser Mann hat ein wirklich ungewöhnliches Hobby: „Ich gehe häufig mit meiner Familie in den Wald und schieße auf Gummitiere“, verrät der Sprockhöveler Matthias Gärtig (56).

Den WAZ-Newsletter für Sprockhövel abonnieren - So geht s%7besc#230094166}[newsAngefangen habe er mit 35 Jahren als Bogenschütze im Bogensportclub Sprockhövel, erzählt Gärtig, von Beruf Elektriker. „Da steht man dann an einer Linie und schießt auf 18, 20 oder 50 Meter entfernte Zielscheiben.“

Beim ersten Turnier hat ihn das Jagdfieber gepackt

Durch Zufall habe er etwa fünf Jahre später von der Möglichkeit erfahren, mit Pfeil und Bogen im Wald auf Gummitiere zu schießen. Spontan meldete er sich zu seinem ersten Turnier an. „Da hat mich das Jagdfieber gepackt: Im Wald zu schießen ist so viel spannender als auf Zielscheiben.“ Die Gummitiere, so Gärtig, seien dabei originalgetreu, mitunter würden sie auch durch Laufrollen bewegt.

In Deutschland ist es verboten, mit Pfeil und Bogen Tiere zu jagen

Einen bei einem Turnier gewonnenen Bogen schenkte er vor ein paar Jahren seiner Frau Katrin, seitdem ist auch sie begeisterte Bogenschützin. Und es blieb nicht dabei: „Auch mein Sohn Finn ist aktiver Bogenschütze – seit er viereinhalb Jahre alt war.“ Und viele seiner Freunde fasziniere das Bogenschießen ebenfalls. In Deutschland sei es verboten, mit Pfeil und Bogen Tiere zu jagen, sagt Gärtig. „Aber selbst, wenn es nicht so wäre: Uns würde es nie einfallen, auf echte Tiere zu schießen, wir sind alle Tierschützer!“

Bis zu 15 Turniere im Jahr

Bis zu 15 Mal im Jahr fährt Gärtig mit Frau und Kind zu Turnieren, meist im Umkreis von 250 Kilometern. Für Zweitagesturniere – teils auch weite entfernt – „haben wir uns extra ein Wohnmobil angeschafft. Kürzlich waren wir beispielsweise in Biersdorf, kurz vor Luxemburg.“ Bei diesen Turnieren zahle jeder Teilnehmer bis zu 15 Euro Antrittsgeld, um sich danach in einem Wald mit anderen Schützen an etwa 28 Schieß-Stationen mit mindestens 30 Gummitieren zu messen, erzählt Gärtig. Die Gummitiere seien in Aussehen und Größe echten Kaninchen, Rehen, Bären originalgetreu nachempfunden.

Für das Erlegen jedes Gummitieres habe jeder Bogenschütze bis zu drei Schuss. „Aber der erste Treffer zählt.“ Am meisten Punkte gebe es für das Treffen innerhalb der Zielkreise, der so genannten „Kill-Zone“, die immer dort aufgemalt ist, wo das echte Tier sein Herz habe.

Matthias Gärtig trifft mit seinem 600 Euro teuren Bogen dabei häufig: Er selbst war schon zweimal NRW-Landesmeister im Bogenschießen und Vierter bei Deutschen Meisterschaften. „Aber das Gewinnen ist eher die Sahne auf dem Kuchen“, betont Gärtig, „Ziel ist viel mehr, mit meiner Familie und Freunden eine tolle Zeit in der Natur zu verbringen und Spaß zu haben“, betont der Sprockhöveler.

Noch keine negativen Reaktionen zu seinem Hobby

Übrigens habe er noch keine negativen Reaktionen erhalten, wenn er von seinem Hobby erzählt: „Die meisten wollen es vielmehr selbst einmal ausprobieren und finden es dann oft so cool, dass sie dabei bleiben.“

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