Orgelmusik

Barclay James Harvest erklingt in St. Nikolaus

Orgelherbst 2017: Wolfgang Blome

Orgelherbst 2017: Wolfgang Blome

Foto: privat

Meinkenbracht.   Die gediegene Atmosphäre und die Abgeschiedenheit zog zahlreiche Musikliebhaber in die St.-Nikolaus-Kirche zu Meinkenbracht.

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Die gediegene Atmosphäre, die Abgeschiedenheit von der Hektik des Alltags und das Wissen über das Vorhandensein einer interessanten Orgel zog zahlreiche Musikliebhaber in die St.-Nikolaus-Kirche zu Meinkenbracht. Zum Abschlusskonzert des 12. Sunderner „Orgelherbstes“ hatte der Sunderner Organist und Initiator der Reihe, Wolfgang Blome, eingeladen, der dazu als Solist des Abends ein außergewöhnlich abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte, das er in einen festlichen und heiteren Teil gliederte.

Nur zehn Register

Dass die kleine „Stockmann-Orgel“ mit ihren nur zehn Registern nicht spektakuläre Klangdimensionen entfalten kann, versteht sich von selbst, doch ihre orgelspezifischen Möglichkeiten wurden vom Solisten mit sicherem stilistischen Gespür ausgelotet und ausgekostet.

Blome bewies im zweiten „heiteren“ Teil ausgesprochen programmatischen Mut, da er Orgelmusik anbot, die bislang in Kirchen kaum zu hören ist und bis vor einigen Jahren noch unangemessen erschien. Mit ausgelassener Spielfreude, Spielwitz und auch Charme interpretierte er „Ohrwürmer“ von Lefebure-Wely, Nevin, Wolstenholme und Yon. Nicht nur das neugierige Publikum, sondern bestimmt auch das Instrument zeigten sich von der unerwarteten Klang- und Rhythmuspalette der Musikstücke positiv überrascht und berührt.

Nicht zu vergessen sind hier aber auch die großen Orgelmeister im ersten „festlichen“ Teil: Mit Kompositionen von Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Krebs und Kerll zeigte Wolfgang Blome Wertschätzung und Begeisterung für die großen Klassiker.

In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass nach dem Wegfall der hauptamtlichen Organistenstelle an St. Johannes Sundern 2006 Wolfgang Blome die Initiative ergriff, das Orgelleben im damaligen Dekanat unter Einbeziehung aller Kirchen wieder zu beleben und zu bereichern. Der „Orgelherbst“ war geboren, und auf Grund der positiven Resonanz in all den Jahren ist er zu einer festen Größe der musikalischen Landschaft im Stadtgebiet und auch darüber hinaus geworden.

Robert Schumann schreibt: „Gehst du an einer Kirche vorbei und hörst Orgel darin spielen, so gehe hinein und höre zu.“ Das sollten wir tun. Diese Aufforderung Schumanns sollte Motivation für alle Musikliebhaber sein, der Orgelmusik noch mehr Beachtung zu schenken. Es lohnt sich!

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