Umwelt

Ein Turm für Fledermäuse in Sunderns Süden

Der ehemalige Verteilerturm der Westnetz an der Hohenwibbecke ist jetzt ein Nistplatz für Vögel und Fledermäuse.

Der ehemalige Verteilerturm der Westnetz an der Hohenwibbecke ist jetzt ein Nistplatz für Vögel und Fledermäuse.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Saal.  Das ist effizienter und nachhaltiger Rückbau: Die Westnetz schenkt dem VNV einen Verteilerturm und der macht daraus einen Nistturm.

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Mitten in der Waldeinsamkeit zwischen dem kleinen Örtchen Saal und dem Gut Hohenwibbecke im äußersten Süden von Sundern auf über 520 Höhenmetern steht eine ehemalige Turmstation der Westnetz. Seit gestern ist sie nun ganz offiziell in den Besitz des VNV im HSK übergegangen.

Der Turm, der 1946 gebaut wurde und bis 2014 in Betrieb war, um von dort den Strom an das Landgut und andere abgelegene Häuser auf den Höhen entlang des Lennetales zu verteilen, gehört nun zum Artenschutzprojekt des Vereins für Natur- und Vogelschutz eV. (VNV). „Nach der Umstellung auf Erdkabel und Errichtung einer Kompaktstation direkt bei Saal benötigt die Westnetz die alte Turmstation nicht mehr“, berichtet Andreas Steffen, der bei der Westnetz in Arnsberg die Liegenschaften verwaltet.

Nutzungskonzept vorgelegt

In den vergangenen Jahren wurden in der Region zahlreiche Türme in der Nachnutzung von der Westnetz abgegeben. Auch am Saal kam es relativ schnell zu ersten Gesprächen mit dem VNV. Turmbetreuer Martin Lindner aus Sundern hatte das Potential des Turmes erkannt: „Wir haben dann ein Nutzungskonzept vom VNV bekommen und dem zugestimmt“, berichtet Andreas Steffen. Für den obligatorischen Euro wechselte der Turm den Besitzer und es gab für den VNV noch eine Anschubfinanzierung von etwa 4000 Euro: „Denn wir sparen uns den kompletten Rückbau“, erklärte Steffen vor Ort.

Der VNV begann dann schon 2015 mit der Restaurierung und strich zunächst den Turm, baute innen einen Holzwischenboden ein und brachte außen Nistkästen an. „Das Geld aus dem Anschub ist fast komplett aufgebraucht“, berichtet der zweite Turmbetreuer Gerd Kistner aus Neheim.

Der Erfolg der Maßnahmen ließ nicht auf sich warten: „Es haben Kohlmeisen, Blaumeisen und Bachstelzen

genistet, außerdem waren etliche Fledermäuse vor Ort.“ Den Besuch eines Waldkauzes hat eine von Gerd Kistner installierte Wildkamera auch dokumentiert. Doch das scheue Tier mochte noch nicht im Obergeschoss des Turmes nisten: „Er kommt durch die Löcher, wo die ehemaligen Isolatoren angebracht waren, ins Innere“, sagt Turmbetreuer Kistner. Und er hat eine Bitte an Spaziergänger, Mountainbiker und Wanderer: „Wer einen Vogel oder eine Fledermaus am Turm beobachtet, kann dies an mail@vnv-hsk.de melden, gern auch mit Foto.“

Info am Turm

Damit man aber auch weiß, was sich heute hinter der Turmstation verbirgt, wurde gestern gemeinsam ein Informationsschild mit den Grunddaten am Turm angebracht. Gerd Kistner bohrte dazu die Löcher. Die Tafel hat die Westnetz erstellt und übergab sie an den Vorsitzenden des VNV, Bernhard Koch aus Wickede.

In anderen Orten werden die Türme als Skriptorium, als Wohnturm oder Übernachtungsmöglichkeit genutzt. In Kürze wird dann der nach Sundern zweite Turm im HSK an den VNV übergeben: „Dies wird in Schmallenberg-Menkhausen in einigen Wochen geschehen“, so Turmbetreuer Martin Lindner.

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