Politik

Kein schneller Kauf von Park-Areal in Amecke

Das Areal des geplanten Ferienparks Amecke aus der Luft.

Das Areal des geplanten Ferienparks Amecke aus der Luft.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Amecke.  Das Angebot eines belgischen Geschäftsmannes auf Rückkauf der geplanten Ferien-Parkflächen in Amecke prüft man in Sundern jetzt in Ruhe.

Wer glaubte, dass ein Areal von 20 Hektar Größe einfach schnell zu verkaufen sei, der ist heute wohl enttäuscht. Der lebt aber mutmaßlich nicht in Deutschland. So tagte am Donnerstag der Haupt- und Finanzausschuss hinter verschlossenen Türen, um über das Angebot des belgischen Investors Gerard Josten zu sprechen, den Großteil des Ferienparks zurückzukaufen (unsere Zeitung berichtete).

Ein konkretes Ergebnis der Beratung zu den Kauf- und Rückkaufplänen gibt es dem Vernehmen nach nicht. Die Debatte, die 65 Minuten in nicht-öffentlicher Sitzung dauerte, führte wohl zu einem eher vernunftsbestimmten Ansatz, das Angebot nämlich zunächst juristisch zu überprüfen. Dabei spielen das deutsche GmbH-Recht, aber auch das niederländische und wohl auch belgische Recht eine Rolle. Erst nach der Bewertung wird man sehen, wohin die Reise gehen kann.

Ideen vorhanden

Ideen, wie man das Gelände dann vermarkten könne, schwirren schon durch den Raum: So hört man, dass von Wiederaufforstung und möglichen Zuschüssen dazu die Rede ist. Völlig unmöglich ist das eigene, also städtische Betreiben eines Ferienparks.

Immerhin ist Sundern noch bis 2022 Haushaltssicherungsgemeinde, auch wenn man da auf einem soliden Weg ist, dieses Kapitel dann hinter sich zu lassen, wie Bürgermeister Ralph Brodel in seiner Haushaltseinbringung sagte. Und in diese Richtung sollte auch der Ansatz im Sinne der Bürger gehen, nämlich nicht einen vorschnellen Rückkauf des Geländes durchziehen und dann dadurch in eine mögliche Regressfalle laufen.

Fax-Inhalt war bekannt

Denn nach einem Fax, das unserer Zeitung kurz vor Sitzungsbeginn des Haupt- und Finanzausschusses

zugesandt wurde, besteht wohl große Uneinigkeit zwischen den Besitzern der Ferienpark-Flächen. Zur Erinnerung: Das Angebot des Rückkaufs der 20 Hektar großen Fläche kam von einer Kölner Kanzlei, die d

en Vertretungsbevollmächtigten Geschäftsführer der Sorpesee Resort GmbH, den Belgier Gerard Joosten, vertritt. Nun meldet sich aber der niederländische Advokat Theo van Oorschot zu Wort. Er war schon in früheren Jahren der Rechtsvertreter der stepinvest und oft vor Ort. Nun legte er schon Mitte September sein Veto gegen den Rückkauf ein. Seine Begründung: Er sei über eine eigene Gesellschaft Mitgesellschafter der stepinvest BV: „Somit auch Anteilseigner der Sorpesee Resort GmbH“, schreibt er an alle Ratsmitglieder.

Zusätzlich sei er Bevollmächtigter eines weiteren Gesellschafters der stepinvest. Beide Anteile würden zusammen zwei Drittel an der stepinvest betragen, also auch zwei Drittel an der Sorpesee Resort. Dieses Veto wurde schon in der Vorlage zum Haupt- und Finanzausschuss berücksichtigt: Die Kanzlei in Köln sieht dies angeblich als haltlos an.

Neue Interessenten

Wichtig für die weitere Entwicklung ist der Schlusssatz im Fax. Darin schreibt van Oorschot, dass „wir noch immer interessiert sind an der Entwicklung des Ferienparks Sorpesee“. Dazu gebe es auch neue konkrete deutsche Kontakte.

Aus der Politik gibt es keine Stellungnahmen zum Rückkauf. Nur die WiSu hat deutlich gemacht, dass sie die Situation als gute Gelegenheit betrachtet, dass „diese absolut überdimensionale Feriensiedlung“ nie gebaut wird. „Politischer Mut und Handlungsbereitschaft sind gefragt, von allen Parteien“, so Hans Klein in der Stellungnahme. Und knüpft mit dem Kollegen Dieter Latzer Bedingungen: Die WiSu werde nur einen Bürgermeisterkandidaten unterstützen, der sich für die Aufhebung des Bebauungsplanes A 26 Amecke einsetze oder diese durchsetze.

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