Orgelherbst Sundern

Konzert in Sundern: „Aktives Hören“ hinterlässt Bleibendes

Orgelexperte Johannes Krutmann (links) und der Barockposaunist Jörg Segtrop (rechts) spielen am kommenden Montag, 11. November, in der St.-Antonius-Kirche Kloster Brunnen.

Orgelexperte Johannes Krutmann (links) und der Barockposaunist Jörg Segtrop (rechts) spielen am kommenden Montag, 11. November, in der St.-Antonius-Kirche Kloster Brunnen.

Foto: Privat / WP

Sundern.  Beeindruckendes zweites Konzert des „Sunderner Orgelherbstes“ in der Christkönigkirche. Finale am Montag in Kloster Brunnen.

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Musik hören wird gemeinhin mit Begriffen wie Entspannung, Freude und Feier in Verbindung gebracht. Sich von Musik berieseln zu lassen, ist die bequemste Hörweise, weil sie keine geistige Anstrengung einfordert. Religiöse Musik verlangt aber nach aktivem Hören, denn sie will nicht nur ein vorübergehendes Wohlbefinden auslösen, sondern aufrüttelnd, anrührend oder auch mitreißend eine Botschaft vermitteln, die beim aufmerksamen Hörer etwas Bleibendes hinterlässt. Dieses Hörerlebnis hat sicherlich beim zweiten Konzert des „Sunderner Orgelherbstes“ in der Christkönigkirche in Sundern stattgefunden.

Von Purcell über Bach, Händel, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Bizet, Verdi unter anderem bis hin zu Lloyd Webber umfasste das Konzert vor erfreulich großer Zuhörerkulisse ein thematisch kon­trastreiches Programm, das künstlerischen Ansprüchen durchaus gerecht wurde. Alle drei Solisten – die Sopranistin Michele Silvestrini, Sebastian Haake (Tenor) und Wolfgang Blome an der Klais-Orgel offenbarten ein musikalisches Farbenspektrum, in dem die Kompositionen vielschichtig in Szene gesetzt wurden. Der in den Stimmen ausgewogen-wohl proportionierte Klang und die musikalisch gute Einbindung der Orgel ergaben ein insgesamt vorzügliches Klangerlebnis.

Abwechslung der Ausdrucksmodi

Durch die Aneinanderreihung der unterschiedlichsten Werke wurde die Konzentrationsfähigkeit der Zuhörer nicht überstrapaziert, da Wert auf Abwechslung der Ausdrucksmodi gelegt wurde – ein Kompliment an die Programmgestalter.

Die Darbietungen des Ehepaares im Solovortrag wie in den Duetten zeugte von großem gesanglichen Enthusiasmus, so dass gemeinsam mit dem sehr einfühlsam begleitenden Organisten Wolfgang Blome ein weiteres „Orgelherbst-Erlebnis“ lebendig wurde. Konzertplanung heißt nicht, die Auswahl von Stücken stets gängigen Vorlieben und lokalen Traditionen anzupassen, sondern durchaus musikalisch Neues zu wagen und nicht nur beim Gewohnten zu verbleiben. Der Reiz des Ungewohnten, so wie bei diesem Konzerterlebnis, bewirkt oftmals Staunen und gesteigerte Aufmerksamkeit.

Ist das nicht eine ideale Voraussetzung für die Öffnung neuer Horizonte in der Kirchenmusik, die nicht vertan werden sollte?

Die Reihe wird am kommenden Montag mit dem Konzert in Klosterbrunnen enden. Dort gastieren der Hammer Orgelexperte Johannes Krutmann und der Kammerchor Menden. Geboten wird ein Programm unter dem Stichwort „Send uns dein Engel“. Es geht dabei um Engel, Schutz und nächtliche Ruhe: „Wir haben verschiedene Epochen zusammengebracht“, erklärt im Vorfeld der gebürtige Mendener Johannes Krutmann. Zu hören sind Werke von Frescobaldi, Vulpius, Bach und Bryd. Den Abschluss macht „Glory to thee, my God, this night“ von Thomas Tallis (1505 bis 1583).


Drei Fragen an Johannes Krutmann

Wie ist Ihre Verbindung zu Sundern?

Vor Jahren hat mich Wolfgang Blome schon einmal zum Orgelherbst eingeladen. Dazu bin ich als Orgelsachverständiger des Erzbistums Paderborn inzwischen auch für die Fromme-Orgel in Kloster Brunnen zuständig.

Wie empfinden Sie das historische Instrument?

Die Orgel ist der Star. Sie ist ein herrliches Instrument an einem herrlichen Ort. Es ist wirklich Glück­sache, so eine Orgel zu haben, in dieser singulären Lage. Die Orgel ist nach der Restaurierung nun ganz bei sich selbst. Sie fußt auf einem uralten Handwerk.

Wie kommt ein aus Hamm Stammender nach Menden?

Ich bin in Böingsen aufgewachsen, war im Kammerchor als Jugendlicher selbst Mitglied und leite den Chor seit nunmehr 30 Jahren. Um so einen schönen Raum wie die Klosterkirche mit Klängen zu füllen, habe ich neben dem Chor noch ein paar Bekannte, den Barocktrompeter Jörg Segtrop und die Kirchenmusikerin Angela Brochtrop, gebeten, mich zu begleiten. Wir hoffen, es wird ein schöner Abschluss des Sunderner Orgelherbstes.

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