Preisträgerin Silke Berg

Sauerland inspiriert Künstlerin

Silke Berg (rechts) und Matthias Berghoff vor Tillmanns Fachwerkhaus in Sundern-Dörnholthausen.

Silke Berg (rechts) und Matthias Berghoff vor Tillmanns Fachwerkhaus in Sundern-Dörnholthausen.

Foto: Martin Haselhorst

Dörnholthausen.  „Kultur rockt“-Kunstpreisträgerin Silke Berg aus Dänemark nutzt „Artist in Residence“-Zeit im Haus Berghoff in Stockum für Ruhe und Impulse.

Im beschaulichen Dörnholthausen bei Stockum fokussiert sich eine junge Frau auf ihre Arbeit. Silke Berg, Gewinnerin des diesjährigen „Kultur rockt“-Kunstpreises, weilt zwei Wochen im Haus Berghoff als „Artist in Residence“ und nutzt die Zeit fernab des normalen Alltags zum Feinschliff an ihrer Diplom-Arbeit und für künstlerische Arbeiten. Inspirieren lässt sie sich dabei von der Topographie des Sauerlandes.

Vom Lande in Dänemark

Ländliches Leben ist für die Künstlerin nicht neu. Zwar lebt die 30-Jährige in Leipzig und war zuvor in Berlin, doch ist sie großgeworden im Landleben bei Aarhus in Dänemark. Ins Sauerland kam sie in diesem Jahr erstmalig. Jetzt, wo sie eingeladen ist, sich vor Ort künstlerisch zu vertiefen, lässt sie die Sunderner Berge auf sich wirken. „Ich nehme die Formen der Landschaft für meine Arbeit mit - dieses hügelige und weiche“, erzählt sie. Als Beispiel nennt sie den Rehberg „mit dem Kapellending drauf“.

Offene Augen

Wie nahezu alle Künstler läuft sie mit offenen Augen durch die Welt und sammelt auf, was in ihre Werke einfließen könnte. Echte Gegenstände, aber auch Perspektiven und Formen. Mit dem Handy fotografiert sie die Hügel, spielt gleich am Smartphone schon mit Farben am Motiv und findet so Vorlagen für das Malen.

Das macht sie in Dörnholthausen im benachbarten Atelier von Ferdi Tillmann. Hier zeichnet und malt sie. Für große Installationen braucht sie ihre heimatlichen Räume. Zudem nutzt sie die „Artist in Residence“-Zeit, die Teil des „Kultur rockt“-Preises war, um an ihrer theoretischen Diplom-Arbeit zu schreiben. Ihr Thema: „In Kunst gekleidet!“ Es geht um Künstlerinnen und Künstler, die durch ihre Kleidung auch ihre Kunst ausdrücken. Silke Berg selber arbeitet auch immer wieder gerne mit Textilien.

Bunte Kunst

Immer wieder wird es bei ihr bunt. Ihre Bilder und Werke arbeiten stark mit Farbe. „Mit Farben kann ich mich gut ausdrücken“, sagt sie. Im Haus Berghoff hatte sie im Nachgang des „Kultur rockt“-Festivals in Dörnholthausen ausgestellt. „Das wurde gut angenommen und besucht“, freut sich Gastgeber und Festival-Organisator Matthias Berghoff. Ausstellung und der Künstler vor Ort sind für den Kunstfreund ein Gewinn für den Standort. „Das ist eine tolle Werbung für Region“, sagt er.

Im Sauerland vergeht die Zeit für Silke Berg schnell. Ihr Aufenthalt wird nach zwei Wochen enden, weil sie in Leipzig eine Ausstellung aufbauen muss. Dort studiert sie seit 2014 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. „In der Hauptsache verbringe ich meine Zeit nur mit Kunst“, erzählt sie. Jetzt ist es ihre Leidenschaft. „Und es wäre schön, wenn ich davon auch einmal leben könnte!“

Raus aus dem Alltag

Die „Artist in Residence“-Zeit sind für die Künstlerin eine schöne Erfahrung. Man komme raus aus dem Alltag, könne Perspektiven wechseln und Dinge vertiefen. „Urlaub ist das hier jedenfalls nicht“, sagt Silke Berg. So kam sie bislang noch nicht einmal bis an den Sorpesee. Auf der Wilden Wiese war sie, beeindruckt ist sie von der Stadtgalerie Sundern. Und auch die „Kunststadt“ Arnsberg hat sie besucht und eine Sonderführung von Kirsten Minkel aus dem dortigen Kulturbüro erhalten.

Wie geht’s weiter? Genau weiß Silke Berg das nicht. Zunächst muss sie in Leipzig auch ihre praktische Diplom-Arbeit abliefern. Eine Prüfungsausstellung muss gemacht werden. Vielleicht ja mit Inspirationen aus dem Sauerland...

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