Politik

SPD in Sundern um Einigkeit bemüht

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Sundern.  Die Sache bei der SPD in Sundern spitzt sich wieder zu: In zwei Wochen soll ein neuer Stadtverbandsvorsitzender gewählt werden.

Wo steht die SPD zwei Wochen vor der Wahl eines neuen Stadtverbandsvorsitzenden und sieben Monate vor der Kommunalwahl? Im Gespräch mit Michael Stechele, Fraktionsvorsitzender der SPD, zeigte dieser deutlich auf, dass man hoffe, der Stockumer Lars Dünnebacke könne die Einigkeit im Stadtverband wiederherstellen. Stechele bezeichnet die Lage als schwierig. Ansonsten setzt er, wie einige andere auch, auf „den kompetenten Stockumer“.

Punkt. Kein Wort mehr über die seit dem Sommer offensichtlichen Querelen. Andere Gesprächspartner stützen den umstrittenen Serhat Sarikaya: „Das kann man mit dem Jungen nicht machen“, heißt es da. Wo derzeit genau die Linie verläuft, ist nicht auszumachen. Einer offenen Kommunikation um den innerparteilichen Ärger ist nun eine gewisse Schweigsamkeit gefolgt. Vor allem seit der Unterbezirk die Sache an sich gezogen hat. Einigkeit gibt es aber vorerst in einer Sache: In der Mitgliederversammlung am 20. Januar haben sich alle SPD-Ortsvereine für den Erhalt und gegen eine Zusammenlegung zu einem großen Ortsverein ausgesprochen.

Offene Bekenntnisse

In den vergangenen Wochen, begonnen mit der AG 60 plus, haben immer mehr einzelne Ortsvereine sich für Ralph Brodel als den SPD-Kandidaten für das Bürgermeisteramt ausgesprochen. Noch am Mittwoch der Ortsverband Hachen.

Und auch die SPD-Fraktion hat sich für die Nominierung des amtierenden Bürgermeisters entschieden: „Er

hat es geschafft, die Stadt offener und transparenter zu gestalten. Kein Bürgermeister vor ihm hat so intensiv den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt und der Presse gesucht. Mittendrin und direkt erleben ihn regelmäßig viele Bürgerinnen und Bürger bei den Rundgängen durch die Stadtteile und die Dörfer, den Marktgesprächen, den Bürgersprechstunden, den Livetalks via Facebook“, heißt es in der Mail der Fraktion. Sie unterstreicht die vielen Dinge, die Brodel angepackt habe, so etwa den Kita-Bau in der Settmecke oder die Reaktivierung der Röhrtalbahn. „Mit ihm wurde bei der Feuerwehr frühzeitig ein völlig neuer Weg eingeschlagen“, so die SPD weiter in er Begründung.

Gegenfeuer von Sarikaya

Eine ganz andere Sichtweise hat der amtierende Stadtverbandsvorsitzende Serhat Sarikaya zu diesen Empfehlungen aus den Ortsvereinen: „Dies wird jedoch nicht nötig sein, geschweige denn möglich. Schließlich hat Ralph Brodel selbst verkündet, dass er aus dem Amt heraus kandieren möchte, so muss der SPD-Stadtverband Sundern auch keine Nominierung vornehmen“, interpretiert er die Lage. Diese Nominierungsfrage sei „ein Grund für den tiefen Riss im Stadtverband“, sagt Sarikaya in einem Schreiben an unsere Redaktion.

„Der SPD-Stadtverband Sundern wäre gut beraten, keine Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten bzw. einer Bürgermeisterkandidatin vorzunehmen. Vielmehr sollte der SPD-Stadtverband daran arbeiten, ein gutes Ergebnis für die SPD bei den anstehenden Kommunalwahlen zu erzielen, trotz der schwierigen Ausgangslage“, rät der Vorsitzende seinen Genossen. Auch, dass sie nicht weiter dem Stadtverband Schaden durch solche Veröffentlichungen zufügen sollen. Dies sei eine Bitte des Unterbezirks gewesen.

Inakzeptabeles Vorgehen

Dann führt Sarikaya die Paragrafen 2 Absatz 5 und 6 der Satzung des SPD-Stadtverbands Sundern an: Zu den Aufgaben des Stadtverbands gehöre, über die endgültige Aufstellung der Wahlbezirkskandidaten und den Bürgermeisterkandidaten zu beschließen. Das Vorgreifen der Ortsvereine findet er als inakzeptabel, auch dass er nicht zu den Sitzungen eingeladen werde.

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