Festival Chemnitz

Sundernerin Diana Kaiser gewinnt Preis bei Filmfestival

Diana Kaiser

Diana Kaiser

Foto: Christina Finke / WP Sundern

Sundern/Köln.  Eine junge Frau aus Sundern macht sich in der Film- und Medienbranche einen Namen: Diana Kaiser arbeitet in Köln erfolgreich an Projekten.

Eine 28-Jährige aus Sundern lässt in der Filmszene aufhorchen. Das verstärkt noch der Preis, den Diana Kaiser gerade in Chemnitz beim 25. Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum gewonnen hat.

Eine Szene daraus: Ein Teenager durchstreift einen geplünderten Supermarkt und sucht dort nach verbliebenen Lebensmitteln, als plötzlich zwei bewaffnete Personen auf ihn zustürmen. Ein Schnitt – und schon sitzt er zusammen mit seinen Eltern beim Abendessen am Küchentisch, als wäre nichts gewesen. Der Kurzfilm „Savegame“ lässt die Grenzen zwischen virtueller Welt und Realität verschwimmen und wurde in diesem Jahr mit dem ersten Preis in der Kategorie „Kurzspielfilm National“ beim internationalen Filmfestival „Schlingel“ ausgezeichnet. Verantwortlich für Regie und Produktion: Diana Kaiser – aufgewachsen in Sundern.

Die Jury bewertet den Film so: „Savegame überzeugt nicht nur mit einer überraschenden Dramaturgie, sondern auch mit einer nachdenkenswerten Aussage. In knapp fünf Minuten erzählt die Regisseurin eine Geschichte, über deren Aussage man noch länger im Anschluss diskutieren wird“, so das Urteil. Was passiert, wenn man sein Geld mit Computerspielen verdienen will, einen Traum erfüllen und dann kann man den Punktestand nicht mehr abspeichern.

Von Sundern nach Köln

2010 zog die mittlerweile 28-Jährige dann nach Köln, wo sie bis 2013 Film- und Fernsehen mit dem Schwerpunkt Regie studierte. Heute arbeitet sie als Filmemacherin, gibt Filmworkshops für Jugendliche, entwickelt Medienprojekte und absolviert derzeit auch noch nebenberuflich den Masterstudiengang „Public Interest Design“ an der Bergischen Universität Wuppertal.

Genau dort entstand auch die Idee zu ihrem aktuellsten Projekt „Tiere kennen keine Verkehrsregeln“ – einer Verkehrssicherheitskampagne zur Wildunfallprävention. Im Mittelpunkt steht der dazugehörige Awareness-Spot „Wie schwer ist ein Elefant?“ von Diana Kaiser.

Vergleich zum Elefanten

In dem kurzen Clip fährt ein junger Autofahrer nichts ahnend durch den Wald – ohne auf die verschiedenen Warnsignale am Straßenrand zu achten, die auf die dort lauernden Gefahren hinweisen. Um die bei einem Wildunfall auf ein Fahrzeug wirkende Kraft zu veranschaulichen, nutzt sie schließlich das einprägsame Motiv eines Elefanten. Dessen Gewicht – rund fünf Tonnen – entspricht nämlich in etwa der Wucht, mit der ein Rothirsch bei einem Aufprall mit Tempo 60 in ein Auto einschlägt.

Dass sich Diana Kaiser ausgerechnet mit diesem Thema beschäftigte, liegt unter anderem daran, dass ihr der Umwelt- und Tierschutz ohnehin am Herzen liegt. Sie verzichtet sowohl auf tierische Produkte, als auch auf ein eigenes Auto. „Ich möchte mit der Kampagne einen Anreiz bieten, das Thema Wildunfall-Prävention verstärkt in den Fahrschulen zu behandeln – und eben nicht nur die Maßnahmen nach dem Zusammenstoß mit einem Tier.“

Zusammen mit ihrer Projektpartnerin Mareike Schlösser konnte sie unter anderem den Automobil-Club Verkehr (ACV) sowie den Deutschen Jagdverband (DJV) für ihr Vorhaben mobilisieren. „Gerade die Zusammenarbeit völlig verschiedener Partner mit ganz unterschiedlichen Interessen, die dennoch ein gemeinsames Ziel verfolgen, war sehr interessant. So hat etwa eine Veganerin mit Jägern zusammengearbeitet“, fasst sie es mit einem Augenzwinkern zusammen.

Neue Kampagnen-Idee

Wie es jetzt weitergeht? „Ich bin bereits damit beschäftigt, die nächste Kampagne zu entwickeln“, sagt Diana Kaiser. Mit der sollen Menschen dazu bewegt werden, sich darüber zu informieren, was ihre Bank eigentlich mit ihrem Geld anstellt: „Viel zu oft finanziert man damit ohne es zu wissen nämlich ein weiteres Kohlekraftwerk oder einen Kredit für streitbare Großkonzerne. Und das, obwohl sich viele doch gerade in etlichen Bereichen für eine bessere Zukunft einsetzen“, so die 28-Jährige zu dem durchaus politischen Thema. „Es ist an der Zeit, dass wir uns informieren, über Geld sprechen und die Verantwortung für unser Geld übernehmen.“ Diana Kaiser will auch zukünftig andere Menschen mit ihren Filmen zum Umdenken bewegen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben