Projekt: „Word Up“

„Word Up“: Sunderns Jugendliche sprühen vor Ideen

Bereit für das große Kunstprojekt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Word Up“ mit den Künstlern Manuel Boden und Christian Dünow aus Düsseldorf.

Bereit für das große Kunstprojekt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Word Up“ mit den Künstlern Manuel Boden und Christian Dünow aus Düsseldorf.

Foto: Frank Albrecht

Sundern.  Im Projekt „Word Up“ gestalten junge Künstler ein Bild für Sunderns Ratssaal. Stimmen und Stimmungen auf 20 Quadratmetern Fläche eingefangen.

Das Projekt war neu für die Jugendlichen aus Sundern und dem Bürgermeister ein ganz besonderes Anliegen: „Word Up“ hat die Gedanken und Meinungen von Jugendlichen aufgenommen und nach viel inhaltlicher Vorbereitung nun auch in ein Bild aufgenommen. Das Kunstwerk, das mit Anleitung eines Kunstvereins aus Düsseldorf entstanden ist, ist fertig und wartet darauf, seinen Platz im Ratssaal einzunehmen. Fünf Tage lang war in der ersten Osterferienwoche daran gearbeitet worden.

Graffiti ist eine Kunstform

Die Arbeit mit Inhalten und mit Wörtern hat bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Früchte getragen, die schon bald in Form eines großen Werkes zu sehen sein sollen. Dafür haben sich die beiden Anleiter vom Verein „Verbunt-Jugendkunst“ aus Düsseldorf stark gemacht. Als Künstler und Kommunikationsdesigner verstehen Manuel Boden und Christian Dünow ihr Handwerk. Es geht beiden nicht einfach nur darum, den Jugendlichen eine Sprühdose in die Hand zu drücken.

„Graffiti ist eine Kunstform der 1970er Jahre, und wir wollen hier mit bekannten Vorurteilen brechen“, beschreibt Christian.

So spannend wie die Umsetzung, so spannend ist auch die inhaltliche Vorbereitung des Projektes „Word Up“. Der Begriff, so verraten die Künstler aus Düsseldorf, kommt aus der Hip Hop-Szene und bedeutet etwa so viel wie „seine Stimme erheben“. Mit genau diesem Anspruch habe man das Projekt mit den Jugendlichen in Sundern gestartet – Teilnehmer sollten nach intensiver Vorbereitung sagen und zeigen, was sie denken und fühlen. Dabei, so erklären Christian und Manuel, spiele die Form der Umsetzung des Projektes eine große Rolle: Statt allein und abgeschieden in einem Atelier zu denken und zu arbeiten, werde im Kontakt mit den Menschen gemalt und gesprüht.

Den Gedanken freien Lauf lassen

Inhaltlich haben sich die Teilnehmer aus Sundern mit Fragen für und an Sundern beschäftigt. In den verschiedenen Abschnitten der Arbeit wurden ganz individuell Fragen nach dem „Was ist Sundern?“ oder „Was ist Heimat?“ beantwortet. Für Eric aus Sundern ist die Teilnahme an so einem Projekt etwas Aufregendes. „Ich will mal was Neues ausprobieren und habe noch nie mit einer Sprühdose gearbeitet“, erzählt der Schüler. Seinen Gedanken einfach mal freien Lauf lassen, sei eine tolle Vor­stellung. Auch für Jason liegt ein Reiz der Teilnahme in der Nutzung der Sprühdose. Die kennt er schon – und hat Papa schon mal beim Lackieren der Autos geholfen.

Verschiedene Techniken

Das Angebot, mit Kindern und Jugendlichen Kunst selber zu gestalten, gibt es über den Düsseldorfer Jugendkunstverein „Verbunt“ schon sei 2004. Die Künstler kennen die Möglichkeiten, ihre jungen Teilnehmer zum Graffiti zu bringen – das allein soll es aber nicht bleiben. „Die eingesetzten Techniken im Projekt Word Up sind verschieden“, beschreibt Manuel. Der Reiz bei der Sache liege auch darin, in relativ kurzer Zeit eine große Fläche zu gestalten. Immerhin zählt das Kunstwerk, das später seinen Platz im Sitzungssaal des Sunderner Rathauses finden soll, 20 Quadratmeter. „Kinder kennen aus der Schule oft nur das DIN A4-Format“, erklärt Christian. Jetzt hätten sie auch die Chance, ihren Gedanken und ihrer Kreativität auf großer Fläche freien Raum zu ­lassen, so der Anspruch der Kunsterziehung.

Mehr Mobilität für die Jugend auf dem Land

Für Marie aus Sundern kommt das genau richtig. Kunst zählt in der Schule zu ihrem Lieblingsfach, und für das Projekt hat sie schon ihre Inhalte gefunden. „Mehr Mobilität für die Jugend auf dem Land, mehr Einsatz für Frieden und Umwelt“, beschreibt die 14-Jährige. Immer wieder habe sie sich am X-tra-Programm des Jugendbüros beteiligt, so ein Kunstprojekt sei aber schon etwas völlig Neues. „Wir freuen uns schon auf das Aufhängen des Werkes“, sagt Uta Koch vom Kulturbüro der Stadt Sundern. Damit wolle man auf keinen Fall so lange warten. Aber die Installation im Rathaus müsse gut vorbereitet werden, schließlich soll das Werk der Jugendlichen seinen Einfluss auf die Sunderner Politiker und ihre Entscheidungen nicht verfehlen

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