Kultur

Arbeitskreis Alt Langenberg stellt neue Ausstellung vor

Dezernent Jörg Ostermann (hinten) schaute auch bei der Eröffnung vorbei.

Dezernent Jörg Ostermann (hinten) schaute auch bei der Eröffnung vorbei.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Arbeitskreis Alt Langenberg hat den dritten Teil der Ausstellung „Abriss, Neubau, Wandel“ vorgestellt. Schau ist immer sonntags geöffnet.

Noch vor Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Teil 3 von ,Abriss, Neubau, Wandel’“ scharten sich bereits die Interessierten um den Bandstuhl und Horst Eickelbeck, der in der ersten Etage des Alten Rathauses steht und einst von Familie Schwardtmann gestiftet wurde.

Dann allerdings richtete sich die Aufmerksamkeit der zahlreich erschienenen Gäste auf die neue Ausstellung, zu der Barbara Brombeis, Leiterin des VHS-Arbeitskreises Alt Langenberg, begrüßte. Der dritte Teil zeige nun den wirklichen Kern der Altstadt von Langenberg. Davon viele Häuser, in denen die später großen Firmen der alten Familien Conze, Feldhoff und Colsman beispielsweise ihre ersten Arbeitsstätten hatten.

Mitarbeiter brauchen zur Vorbereitung gut eineinhalb Jahre

„Mit Hilfe von Archiven und Informationen von Langenberger Bürgern konnte diese umfassende Ausstellung zusammengestellt werden. Das Schwierigste ist das Komprimieren der vielen interessanten Informationen für die Ausstellung“, führte die Architektin weiter aus. Auch diese Ausstellung werde gut anderthalb Jahre laufen, allein so lange brauchten die ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch, um eine neue Ausstellung vorzubereiten.

Auch Jörg Ostermann, Dezernent der Stadt Velbert, war zur Eröffnung vorbei gekommen: „Ich bin begeistert von der akribischen Arbeitsweise des Arbeitskreises Alt Langenberg und der sehr professionellen bildlichen Aufarbeitung.“ Ganz klar werde er auch noch einmal mit mehr Zeit wiederkommen.

Jeder Mitarbeiter kennt andere Geschichten von früher

Barbara Brombeis verwies darauf, dass es auch jedes Mal anders spannend sei, je nach dem wer gerade Dienst habe und somit andere Geschichten erzählt würden. Jürgen Röling war erfreut, Ostermann zu sehen: „Es ist wichtig, dass jemand von der Verwaltung hier ist und sich die Ausstellung anschaut. Dann erkennt er vielleicht auch, mit wie wenig Platz diese schöne und wichtige Ausstellung auskommen muss.“ Und der Langenberger stellte für sich selber lachend fest: „An den Bildern sieht man erst einmal, wie alt man geworden ist.“

Vor dem Bild des Hauses „Am Stemberg“ stand eine kleine Gruppe mit Wigrid Wohlmann: „Man kann den Wert Langenbergs erst schätzen, wenn man das hier alles gesehen hat“, stellte dieser fest. Dann entbrannte in der Gruppe eine Diskussion um den ehemaligen Stadtdirektor Walter Grevener, der alles abreißen wollte und den Bürgerverein, der sich zur Rettung der Altstadt gegründet habe. Alle waren sich darin einig, dass es gut war, dass die Pläne nicht umgesetzt werden konnten.

Randgeschichten machen Geschichte lebendig

„Was immer ganz spannend ist, wenn der Fokus nicht nur auf den Häusern liegt und auch Randgeschichten erzählt werden“, auch Dirk Fischer, mit dem die Mitarbeiter des Arbeitskreises viel zusammenarbeiten, weil er das Bauarchiv der Stadt Velbert leitet, erläuterte seinen Spaß an Geschichte. Es seien eben nicht die reinen Zahlen, sondern die Randgeschichten, die das Ganze lebendig machten.

Von denen hatte auch Barbara Brombeis einige im Gepäck. Neben der Tafel des Bürgerhauses hängen die interessanten Ansichten von den Häusern, die zuvor an dessen Platz gestanden hatten. Brombeis erläuterte, dass damals alle Gasstätten eine Freiluftkegelbahn hatten und erzählte eine dieser Randgeschichten: „Auch der ‚Schwan‘ hatte einen Biergarten, damals aus Platzmangel outgesourct, an die Krankenhausstraße. Das Bier wurde im darunter liegenden alten Bunker/Keller gekühlt.“

Ausstellung ist immer sonntags geöffnet

Doch auch ohne diese persönliche Auskünfte gibt es jede Menge Randgeschichten. Stadtführern Claudia Schlotterbeck war von den vielen Bildern der Hauptstraße und den zusätzlichen Einblicken begeistert: „Von den Geschichten und der damaligen Vielfalt der Ladengeschäfte und Gastronomie kommen nostalgische Gefühle und Wehmut auf. Diese Zeiten werden wohl nicht wiederkommen.“

Stattdessen können sich die Besucher und Besucherinnen ab jetzt immer sonntags an den Bildern und Tafeln, Erläuterungen und Hinweisen in der neuen Dauerausstellung erfreuen.

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