Rettungskonzept

Bei Stau kommen die Retter von allen Seiten

So ist es richtig: Wie hier auf der A 14 sollen sich Autofahrer schon bei Staubildung verhalten. Denn steht der Verkehr erst einmal, wird es schwierig, Platz für die Rettungsfahrzeuge zu schaffen.

So ist es richtig: Wie hier auf der A 14 sollen sich Autofahrer schon bei Staubildung verhalten. Denn steht der Verkehr erst einmal, wird es schwierig, Platz für die Rettungsfahrzeuge zu schaffen.

Foto: Jan Woitas/dpa

Kreis Mettmann.   Wenn Unfälle auf schwierig zugänglichen Straßen passieren, bedarf es besonderer Rettungs-Strategien. Und einer Vielzahl verfügbarer Einsatzwagen.

Nachdem der Kreis Mettmann in der letzten Woche fünf neue Rettungswagen in seine Flotte integriert hatte, gilt es nun, diese besonders effizient einzusetzen – auch auf Straßen, die nicht leicht zu erreichen sind.

Ein Nadelöhr mit hoher Staugefahr etwa ist der Autobahnneubau der A 44 zwischen der A 3 (Kreuz Ratingen-Ost) und der B 227 in Velbert. Laut Straßen.NRW sei dies „eines der größten Lückenschlussprojekte im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz“. Auf neun Kilometern ärgern sich Autofahrer schon seit längerer Zeit über Unannehmlichkeiten. Falls es hier – oder auf irgendeiner anderen durch Baustellen schwierig zugänglichen Autobahn – einen Unfall gibt, rückt die Feuerwehr von verschiedenen Seiten an, auch über die Gegenfahrbahn.

Auch ein Rettungshubschrauber kommt zum Einsatz

Das ist eine der Strategien, die der Rettungsdienst in Mettmann genau für derartige Situationen ausgearbeitet hat. Bei der Konzipierung war Kreisbrandmeister Torsten Schams ganz vorne dabei. „Zusätzlich werden zwei Notärzte alarmiert, einer kommt von Süden, der andere von Norden“, sagt er. Außerdem werde ein Rettungshubschrauber gerufen, damit die Unfallstelle zumindest aus der Luft erreicht werden könne.

Eine besondere Taktik hat sich die Feuerwehr Ratingen ausgedacht. Sie verfügt über einen „Vorausrüstwagen“, um schneller durch den Stau zu kommen. Was sich kompliziert anhört, ist eigentlich einfach: Die Ratinger Feuerwehr fährt im Pick-Up-Wagen zur Unfallstelle; einfach, weil dieser viel kleiner ist als herkömmliche Feuerwehrautos.

Neue Krankenwagen sind lauter

Die neuen Krankenwagen im Kreis Mettmann haben ein deutlich stärkeres Blaulicht, auch das Martinshorn lässt sich bei Bedarf noch verstärken. Aber auch das hellste Licht und die lauteste Sirene helfen nicht, wenn der Krankenwagen erst gar nicht zur Unfallstelle durchkommt. Immer wieder werden lebensrettende Maßnahmen verzögert, weil Autofahrer sich beim Bilden der Rettungsgasse nicht korrekt verhalten – oder sich einfach zu viel Zeit lassen und später nur noch schlecht manövrieren können.

Dabei ist die korrekte Auto-Staffelung eigentlich ganz einfach: „Wer in der äußersten linken Spur fährt, weicht nach links aus, alle anderen nach rechts“, erläutert Dr. Arne Köster, ärztlicher Leiter für den Rettungsdienst im Kreis Mettmann. Wichtig: Die Rettungsgasse soll nicht erst beim Nähern der Rettungsfahrzeuge gebildet werden, sondern bereits wenige Momente nach dem Unfall, wenn der Verkehr möglicherweise noch langsam rollt.

Retter appellieren an die Politik

Kompliziert wird es hingegen, wenn gar kein Platz für eine Rettungsgasse da ist. Hier appelliert Torsten Schams an die Politik: „Der Straßenbau-Träger muss bewegt werden, die Rettungsgasse zu ermöglichen.“ Grundsätzlich sei der Kontakt mit Straßen.NRW, dem Landesbetrieb für Straßenbau, eng. „Vor Baumaßnahmen werden wir gehört und allumfänglich unterrichtet“, sagt Schams.

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