Reitsport

Corona: Beim Reitverein ist von Normalität noch keine Spur

Eine Turnier, wie hier vor drei Jahren, musste der Velberter Reit- und Fahrverein  bereits absagen.

Eine Turnier, wie hier vor drei Jahren, musste der Velberter Reit- und Fahrverein bereits absagen.

Foto: Alexandra Roth / WAZ FotoPool

Velbert-Langenberg.  Der Velberter Reit- und Fahrverein mussten bereits sein großes Turnier absagen. Vieles ist noch in der Schwebe, sagt die Vorsitzende des Vereins.

Auch wenn die Corona-Maßnahmen allmählich gelockert werden, ist beim Velberter Reit- und Fahrverein noch längst keine Normalität eingekehrt. „Es ist derzeit natürlich alles noch sehr ungewiss und total in der Schwebe. Dementsprechend schwierig ist es zu planen“, erklärt die Vereinsvorsitzende Nicole Steinbach-Kannert.

Was das große Reitturnier angeht, das der Verein alljährlich ausrichtet, gibt es allerdings schon Gewissheit, so Steinbach-Kannert: „Wir haben und im Vorstand vor einigen Wochen beraten und uns schweren Herzens dazu entschlossen, das Turnier abzusagen. Wir wussten nicht, ob wir alle Corona-Maßnahmen erfüllen können und wer weiß, wie bis dahin die Regelungen aussehen.“ Die Absage ist auch aus finanzieller Sicht bitter für den Verein, der durch Getränke, Snacks, Kaffee oder Kuchen in jedem Jahr Einnahmen generieren kann.

Geisterturnier war keine Option

Geplant war das Event ursprünglich für Anfang Juni. Eine Art „Geisterturnier“ - sprich die Veranstaltung ohne Zuschauer durchzuführen - sei aber keine Option gewesen, wie die 1. Vorsitzende erzählt: „Das Turnier lebt auch immer von der familiären Atmosphäre. Man trifft sich dort und tauscht sich aus. Es lebt davon, dass zum Beispiel die Oma und der Opa zum Zuschauen kommen.“

Auch die Jugendfahrt wurde abgeblasen

Auch die jüngeren Vereinsmitglieder mussten eine herbe Enttäuschung hinnehmen: Die traditionelle Jugendfahrt auf einen Reiterhof im Emsland fiel aus. „Das ist für uns natürlich ganz ganz traurig, weil das ein Event ist, auf das sich unsere Jugend immer besonders freut. Es ist schade, weil die Fahrt für die Jüngeren echt immer ein Treffpunkt ist“, konsterniert Chiara Kannert, Tochter von Nicole Steinbach-Kannert und Jugendwärtin im Reit- und Fahrverein.

Ausbau der Vereinslehrgänge

Da der Verein im Gegensatz zu anderen Reitklubs keine eigene Anlage besitzt, auf der gemeinsam trainiert wird, gibt es sonst kaum einen sportlichen Treffpunkt für die Mitglieder. Auch deshalb tüfteln die Vereinsverantwortlichen derzeit daran, die internen Lehrgänge während der Corona-Zeit weiter auszuweiten, berichtet Steinbach-Kannert. „Wir bieten diese Lehrgänge meist kostenlos oder zu einem kleinen Obolus für unsere Mitglieder an. Die klassischen Disziplinen sind Dressur- und Springreiten“, erklärt die Vereinsvorsitzende, „und im Moment machen wir uns Gedanken über einen Vielseitigkeits-Geländelehrgang. Wir schauen uns diesbezüglich gerade die Feinheiten an.“ Auch eine Sitzschulung zur korrekten Haltung auf dem Pferd sei eine Idee.

Der Reit- und Fahrverein versucht, das beste aus der Situation zu machen. Nicole Steinbach-Kannert fasst es zusammen: „Natürlich sind wir alle traurig, dass in diesem Jahr erst einmal nichts größeres stattfindet. Jetzt schauen wir, wie es weitergehen kann.“

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