Corona-Virus

Corona: Panoramabad in Velbert öffnet vor Pfingsten

Offen sind das 50-Meter-Sportbecken, das Springerbecken und das Wellenbecken. Die Stadtwerke Velbert arbeiten im Panoramabad mit einem Zwei-Schicht-System.

Offen sind das 50-Meter-Sportbecken, das Springerbecken und das Wellenbecken. Die Stadtwerke Velbert arbeiten im Panoramabad mit einem Zwei-Schicht-System.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert/Neviges.  Nach der Corona-Zwangspause öffnet als erstes in Velbert kurz vor Pfingsten das Panoramabad. Der Freibadbesuch wird gründlich anders als bisher.

Eine schier endlose Schlange vor dem Eingang, die Tücher und Decken auf der Liegewiese fast nahtlos nebeneinander, eine dichte Traube von Menschen an der Pommes- und Eisbude – diese von Knaller-Tagen vertrauten Bilder wird es in Freibädern zumindest sobald nicht wieder geben. Sie dürfen jetzt zwar wieder öffnen, müssen aber wegen der Corona-Pandemie viele Regeln einhalten. Die Stadtwerke Velbert gehen am Freitag oder Samstag vor Pfingsten mit dem Panoramabad sozusagen mit angezogener Handbremse an den Start.

Entscheidung zu Wochenbeginn

Endgültig wird der große Tag mit seinen vielen Neuerungen Anfang kommender Woche festgelegt. Das beliebte Bad am Wiesenweg öffnet sonst in der Regel Anfang Mai; „wenn das erste Azoren-Hoch vor der Tür steht, machen wir auf“, sagt Norbert Noll. Für diese Saison sei längst alles vorbereitet, so der Abteilungsleiter Bäder bei den Stadtwerken weiter, sämtliche Arbeiten für die drei F – Fliesen, Farbe, Fugen – seien abgehakt.

Ohne Ticket zu kommen ist sinnlos

Man setze nunmehr die seit 16. Mai vorliegende Corona-Schutzverordnung schnellstmöglich um, erklärte Noll beim Ortstermin mit der WAZ, und man habe auch bereits eine mündliche Zusage des Mettmanner Kreis-Gesundheitsamtes für das dazu erstellte Öffnung- und Hygienekonzept. Ein ganz wichtiger Punkt darin: Die tägliche Besucherzahl ist zunächst auf 650 begrenzt – „Wir haben an Spitzentagen hier durchaus schon 10.0000 Gäste begrüßt“ (Noll) – und die Eintrittskarten gibt’s in erster Linie online über das Buchungsportal www.neanderticket.de. Die Botschaft ist eindeutig: Wer vorher kein Ticket hat, der kann sich den Weg zum Panoramabad gleich sparen.

Reinigen und desinfizieren

Zudem richten die Stadtwerke Verkaufsstellen ein. In den drei Stadtbezirken sind das Velbert Marketing (Fußgängerzone Friedrichstraße 139), Buchhandlung Kape (Hauptstraße 58) und Wortwechsel, Rommelssiepen 1 a. Der Eintrittspreis beträgt unverändert 4,20 bzw. für Jugendliche ermäßigt 2,10 Euro, allerdings nicht mehr für den gesamten Tag. „Wir arbeiten mit zwei Öffnungsblöcken“, kündigt Gesa Weppelmann an. Dienstags bis freitags schlage zunächst von 6.30 bis 9 die Stunde der Stammgäste, Frühschwimmer und Berufstätigen, so die Pressefrau der Stadtwerke. Montags 12 bis 18, dienstags 11 bis 19, mittwochs 11 bis 18, donnerstags und freitags 11 bis 19 sowie samstags, sonn- und feiertags 8 bis 18 Uhr seien die anderen Badegäste willkommen. Und zwischen den beiden Schichten? „Da ist der große Reinigungs- und Desinfektionsblock.“

Wellenmaschine bleibt aus

„Wir tasten uns ran und wollen das natürlich ausbauen und erhöhen“, sagt der Bäder-Chef zu der anfänglichen Besucher-Obergrenze. Sie sei auf der Berechnungsgrundlage der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (Essen) ermittelt und festgelegt worden, ein wichtiger Faktor sei dabei die Wasserfläche: „Offen sind das 50-Meter-Sportbecken, das Springerbecken und das Wellenbecken.“ Die Wellenmaschine bleibe aus; es solle kein Gehopse in der „Brandung“ geben und erst recht kein unkontrolliertes Um- und Aufeinanderfallen. „Wir gehen fest davon aus, dass die beiden anderen Bäder sukzessive im Juni loslegen.“

Nicht mit Trillerpfeife unterwegs

Anfang nächster Woche werden noch Hinweise angebracht, Linien geklebt, ist das Feintuning dran, werden die Mitarbeiter und die zusätzlichen Security-Leute eingewiesen und trainiert, wird vor allem das E-Ticket-System in Betrieb genommen. Das Personal sei besonders bei den Einlasskontrollen sowie dem Ein- und Auslass gefordert. Persönliche Angaben zu den Badegästen nebst Zeiten würden festgehalten, um ggf. eine Infektionskette nachverfolgen zu können. „Wir machen aber nicht die Abstandspolizei und laufen mit der Trillerpfeife herum“, betont Norbert Noll, „sondern setzen auf die Eigenverantwortung und den Respekt.“

Sechsstellige Einnahmeverluste

Die Stadtwerke haben Mitte März, als die Corona-Restriktionen in Kraft traten, ihre drei Bäder geschlossen, rund 20 Leute in Kurzarbeit geschickt und fast alle Stöpsel gezogen. So sparte man z. B. eine Menge Energie, etwa beim Umwälzen und Aufbereiten des Wassers. Dennoch betragen die Einnahmeverluste – errechnet auf Basis der Vorjahre und hochgerechnet bis Ende Mai – rund 200.000 Euro. „Wir freuen uns riesig, wieder starten zu können“, bekräftigt Norbert Noll. Und wer ihn kennt, der weiß, dass er dabei keinesfalls nur ans Geld denkt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben