Coronavirus

Corona: Turnverein legt im Spagat los

Abstand halten klappte schon vor Corona gut: Fitte Senioren hatten viel Spaß beim Aktionstag des NTV letzten Sommer in der Sporthalle Waldschlösschen.

Abstand halten klappte schon vor Corona gut: Fitte Senioren hatten viel Spaß beim Aktionstag des NTV letzten Sommer in der Sporthalle Waldschlösschen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Der Nevigeser Turnverein legt nach der Corona-Zwangspause am 25. Mai mit fast allen Kursen wieder los. Beim Neustart ist Disziplin gefordert.

Auf diese Nachricht haben viele Sportfreunde gewartet: Der Nevigeser Turnverein (NTV) startet am Montag, 25. Mai, nach der Corona-Zwangspause wieder sein Kursprogramm. Nur zwei Angebote wird es vorerst nicht geben: „Beim Eltern-Kind-Turnen kann die Abstandsregel zwischen den Kleinen unmöglich eingehalten werden, das liegt einfach in der Natur der Sache“, sagt Ulrich Löhe, NTV-Pressesprecher. Zudem verzichten die älteren Damen der Sport-Spiel-Spaß Gruppe, die jeden Montag in der Sporthalle an der Hohenbruchstraße trainiert, freiwillig vorerst auf ihren Kurs: „Alle gehören zur Risikogruppe und wollen erst einmal abwarten“, so Ulrich Löhe.

Die Handballer starten später

Abwarten bis zum 30. Mai wollen die Spieler der acht Mannschaften im Niederbergischen Handball Club, der Spielgemeinschaft von NTV und Langenberger Sportgemeinschaft. „Dann gibt es neue Entwicklungen, bis dahin halten sich die Spieler draußen fit, jeder für sich mit individuellen Trainingsplänen“, so Martin Felchner, stellvertretender NTV-Vorsitzender und zuständig für die Sparte Handball. Denn Handball ohne Körperkontakt zu spielen, sei ja quasi unmöglich.

Verein findet Auflagen in Ordnung

Denn ab Montag ist in den Hallen nur „kontaktfreier Sport“ erlaubt, so heißt es in der Vorgabe der Stadt Velbert. In diversen Gesprächsrunden haben sich Vorstand und Übungsleiter des NTV die Köpfe zerbrochen, haben gemeinsam überlegt, wie die Auflagen der Stadt am besten umzusetzen seien. Denn eines ist dem Verein wichtig: „Diese Auflagen werden von uns nicht nur akzeptiert, wir halten sie auch für absolut sachgerecht“, betont der Vereinsvorsitzende Thomas Stockter. Der Gesundheitsschutz stehe an erster Stelle. Nicht nur die Übungsleiter seien in der Pflicht, auch müsse jedes einzelne Mitglied mithelfen, damit das Hygienekonzept in der Praxis auch funktioniere.

Zuhause schon umziehen

Die erste Regel ist so einfach wie wichtig: „Jeder, der zum Sport kommen will, muss sich fragen: Kann ich das verantworten? Fühle ich mich gesund?“, sagt Ulrich Löhe, und bittet, bei Erkältungssymptomen und Unwohlsein besser zuhause zu bleiben. Vor allem Senioren sollten auf sich achten. Wer ab Montag kommt, muss sich umgewöhnen: Die Duschen und Umkleidekabinen bleiben vorerst gesperrt, separate Toiletten dagegen dürfen genutzt werden. Man muss umgezogen in die Halle kommen und sollte die Sportschuhe erst unmittelbar vor der Halle wechseln, damit kein Schmutz hineingetragen wird. Mundschutz muss man beim Betreten und Verlassen der Halle tragen, zwingend aber nicht beim Sport.

Kreativität ist gefragt

Es ist von den Trainern ein bisschen Kreativität gefragt, damit die einzelnen Disziplinen auch wirklich „kontaktfrei“ bleiben: So werden sich die Taekwondo-Sportler, die sich normalerweise ziemlich nahe kommen, erst einmal mit Konditionstraining fit halten. Und dabei natürlich immer auf den Mindestabstand von 1,50 Meter achten. Kein Problem für die selbst ernannte Oldie-Truppe, die schon ungeduldig in den Startlöchern steht und es kaum abwarten kann: Auf 1200 Quadratmetern hat in der Halle Waldschlösschen jeder Platz, man muss eben nur auf Zweier-Übungen verzichten.

Barrenturnen fällt aus

Bei den Turnern fallen Barren, Turnkästen und weitere Großgeräte weg – Leder und Holz lassen sich weder desinfizieren noch nass reinigen. Und bei den so genannten „Kleingeräten“ wie Bällen und Frisbee-Scheiben greift der NTV auf seinen eigenen Fundus zurück, muss dann auch für die penible Desinfektion sorgen. Stichwort Hygiene, hier kann sich der NTV glücklich schätzen: Mitglied Christian Linker, Geschäftsführer der Linker-Chemie-Group, hat ordentlich Desinfektionsmittel gespendet und die dazugehörigen Spender kostenlos zur Verfügung gestellt.

Abstand auch beim Töttern

Es kann also Montag los gehen, alle freuen sich auf einen spannenden Neustart „Das wird auch erstmal ein Balance-Akt, ein Spagat zwischen ,Was ist erlaubt?’ und ,Was macht Spaß?’“, meint Geschäftsführerin Claudia Freund. Fingerspitzengefühl müssen die Trainer schon vor der ersten Übung beweisen, und am besten ein Auge auf ihre „Pappenheimer“ haben. „Viele kommen etwas eher, gibt ja auch immer was zu erzählen.“ Bei aller Wiedersehensfreude dürfe man aber eines nie vergessen: Abstand halten.

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