Schulanfang

Der sicherste ist allemal auch der beste Schulweg

Eltern sollten ihre kleinen Schulanfänger mindestens eine Woche auf ihrem Weg begleiten. Und auch nicht sofort aufs Rad setzen.

Eltern sollten ihre kleinen Schulanfänger mindestens eine Woche auf ihrem Weg begleiten. Und auch nicht sofort aufs Rad setzen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Velbert/Kreis Mettmann.  Für Kinder ist nicht der kürzeste, sondern der sicherste der beste Schulweg. Wer den mit ihren Augen sehen will, geht einfach mal in die Hocke.

Die Ferientage sind gezählt, der Countdown läuft. Allein vor Ort feiern Mitte kommender Woche insgesamt 708 Anfänger an den 14 städtischen Grundschulen ihre Einschulung, kreisweit stürmen Erstklässler in fast 80 Grundschulen. Für sie beginnt in mehrfacher Hinsicht der Ernst des Lebens: nämlich nicht nur in der Schule, sondern auch im Straßenverkehr.

Alle müssen sich darauf einstellen

Polizei und Verkehrswacht im Kreis appellieren an die zukünftigen Schüler, deren Eltern und an alle Verkehrsteilnehmer, sich auf den Schulbeginn und vor allem die Einschulung der I-Dötzchen einzustellen und vorzubereiten. Vor allem für die Autofahrer gilt „Schule hat begonnen – Fuß vom Gaspedal!“

Ein viel kleinerer Blickwinkel

Eltern sollten ihren Kindern durchaus etwas zutrauen, aber sie keinesfalls überschätzen, rät Ulrich Laaser. „Sie haben einen ganz anderen, viel kleineren Blickwinkel und zwar schon alleine von der Höhe her“, sagt der Leiter des Verkehrsdienstes bei der Kreispolizeibehörde Mettmann. Er rät Erwachsenen, das einfach mal auszuprobieren und nachzuempfinden: „Kurz mal in die Hocke gehen und dann um sich schauen.“

Je übersichtlicher umso besser

Die Situation vor den Schulen müsse so übersichtlich wie möglich sein, betonte der Erste Polizeihauptkommissar – früher langjähriger Chef der Polizeiwache Velbert –, und dazu könnten, ja müssten die Eltern beitragen. Indem sie ihren Nachwuchs eben nicht „möglichst bis auf den Schulhof“ oder bis direkt vor den Eingang, sondern einfach mal 100 Meter weiter fahren und dort halten. Und auf keinen Fall das Kind alleine auf der Fahrerseite aussteigen lassen.

Selbst Vorbild sein und auch nicht loshetzen

Der bessere Tipp, „das Sinnvollste überhaupt“, sei es allemal, empfiehlt er, wenn Eltern den Schulweg mit ihrem Kind abgehen und es dann auch mindestens eine Woche begleiten. So könnten sie zum Beispiel

feststellen, ob ihr I-Dötzchen Gefahren erkenne. „Und bloß nicht gleich aufs Rad setzen!“ Na ja, und wenn Mama und Papa sich selbst vorbildlich verhielten und eben nicht unter Zeitdruck aufbrechen würden, hält das die Polizei ebenfalls für ratsam.

Bezirksbeamte sind präsent und greifen ein

Der ebenso dienst- wie lebenserfahrene Polizeibeamte hält es ganz grundsätzlich für richtig, vor Schulen Tempo-Begrenzungen anzuordnen bzw. dort besondere Zonen mit Halteverboten einzurichten. Das machten die Städte im Kreis Mettmann verstärkt so und diene letztlich der besseren Übersichtlichkeit. Da die Einhaltung der Verbote und Gebote allerdings auch kontrolliert werden müsse, seien vor allem die zuständigen Bezirksbeamten präsent und griffen ein: „Das passiert jetzt wieder verstärkt. Sie haben den Auftrag, an den Schulen zu sein.“

Fahrbahn-Verschwenkung geplant

Noch mehr als auf Schilder setzt der Chef des Verkehrsdienstes jedoch darauf, durch „bauliche Gestaltung“ zu verhindern, dass zu schnell gefahren wird. Hierzu habe es erst kürzlich einen Ortstermin an der Sonnenschule in Neviges gegeben. Dort solle in die Fahrbahn eine Verschwenkung eingebaut werden.

Erkennbarkeit durch Sichtbarkeit verbessern

Ganz wichtig ist Ulrich Laaser die Faustregel, dass nicht der kürzeste der beste Schulweg ist, sondern auf jeden Fall der sicherste stets die erste Wahl sein solle. Das macht er vor allem an Kriterien wie Querungshilfen fest, also Übergängen mit Ampeln oder Zebrastreifen, die – wichtig in der dunklen Jahreszeit – bestenfalls beleuchtet sein sollten. A propos Sicht, sehen und gesehen werden: Helle Kleidung verbessere die Erkennbarkeit durch Sichtbarkeit. Große Stücke hält der Experte auf so genannte retroreflektierende Elemente, auch auf der Schultasche: „Das sieht unauffällig aus, aber wenn Licht darauf trifft, ist das richtig hell.“

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