Hilfsaktion

Ein Weihnachtsgeschenk für Wohnungslose in Velbert

Mitarbeiter und Klienten der Wohnungslosenhilfe der Bergischen Diakonie stehen mit Weihnachtsbaum und Geschenkkartons in der Fußgängerzone in Velbert. Sie werben für die Aktion „Eine Bank ist kein Zuhause – Geschenke für Wohnungslose“.

Mitarbeiter und Klienten der Wohnungslosenhilfe der Bergischen Diakonie stehen mit Weihnachtsbaum und Geschenkkartons in der Fußgängerzone in Velbert. Sie werben für die Aktion „Eine Bank ist kein Zuhause – Geschenke für Wohnungslose“.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Die Diakonie startet eine Aktion vor der Sparkassenhauptfiliale. Dort liegen jetzt viele Päckchen auf einer Bank. Was sich darin verbirgt?

Weihnachten ohne Geschenke? Geht gar nicht. Doch für viele Menschen ohne Wohnung ist das die Wirklichkeit. Damit zumindest auf der Weihnachtsfeier niemand ohne Präsent nach Hause gehen muss, hat die Bergische Diakonie am gestrigen Donnerstag eine Hilfsaktion für Wohnungslose gestartet. Motto: „Eine Bank ist kein Zuhause“.

Geschenke liegen auf der Bank

Auf der Bank vor der Bank steht jetzt ein kleiner geschmückter Tannenbaum. Drumherum liegen kleine, liebevoll verzierte Geschenkpäckchen. Das Geschenkpapier besteht aus Zeitungspapier mit aufgedruckten Meldungen über Obdachlosigkeit. Wer neugierig hineinschaut, findet darin einen Spendenaufruf und kleine Abreißzettel. Die Geschenke – das Papier ist lackiert – bleiben dort bis zum 21. November liegen. Schon gleich zum Auftakt lockte die Aktion am Donnerstagmittag immer wieder Passanten an, die sich erkundigten, was es denn mit den Paketen auf sich habe.

Bis zum 6. Dezember können die Geschenke in der Beratungsstelle für Wohnungslose der Diakonie abgegeben werden. Die Beratungsstelle betreut die rund 550 Menschen ohne Wohnung. „Auf der Straße schlafen sie in der Regel in unserer Stadt – im Gegensatz zu benachbarten Großstädten – nicht. Sie kommen meistens bei Bekannten oder Familienmitgliedern unter“, sagt Sandra Buchholz, Teamleiterin der Obdachlosenhilfe.

Vor allem praktische Geschenke gesucht

Was soll hinein ins Päckchen? Sandra Buchholz erklärt: „Wir wünschen uns darin vor allem praktische Sachen wie Kosmetika, warme Mützen und Handschuhe, Kleidung, aber auch Decken, Sachen für Männer und Frauen.“ Es dürften auch gebrauchte Sachen sein, die sollten dann aber noch neuwertig sein. „Wir wollen die Menschen nicht beschämen“, sagt Renate Zanjani, Sprecherin der Bergischen Diakonie. Aber auch Gutscheine, beispielsweise von einem Drogeriemarkt, kämen immer wieder gut an bei den Menschen.

Auch Geldspenden sind sehr willkommen

Wenn nicht genug Spenden zusammenkommen, dann kaufen die Mitarbeiter Sachen hinzu. Das Geld dafür stammt aus Spenden, auch von den Sonntagskollekten der evangelischen Kirchen im Rheinland. Aber auch Velberter, die keine Naturalien geben möchten, können spenden. So wie der ältere Herr, der an der Bank vorbeikommt und spontan den Mitarbeiterinnen der Obdachlosenhilfe „ein paar Scheinchen“ zustecken möchte.

Die Mitarbeiter packen die Päckchen

Die Mitarbeiter der Obdachlosenhilfe sichten die Spenden, schauen, für wen sie geeignet sind und packen dann die Päckchen. Die Präsente werden dann auf der Weihnachtsfeier am 17. Dezember an die Bedürftigen verteilt. Diesmal wird die Feier in den Räumen der freikirchlichen Gemeinde an der Hofstraße stattfinden. Es wird auch ein festliches Essen geben, das der Velberter Caterer Thelen spendet. Die Organisatoren rechen mit rund 60 Gästen auf der Feier.

„Es herrscht immer eine nette Atmosphäre“

Mit dabei sein wird auch wieder Sabrina. Sie hat schon an vielen Weihnachtsfeiern teilgenommen und obwohl sie selbst längst wieder eine Wohnung und einen unbefristeten Job hat, will sie kommen. „Auf den Feiern ist immer so eine schöne Atmosphäre“, sagt sie. Der Raum werde schön geschmückt und eine Spenderin, die unbekannt bleiben möchte, stiftet immer selbst gebackene Kekse. Die Wohnungslosen helfen selbst bei der Vorbereitung der Feier. Eine weitere junge Frau geht durch die Geschäfte und sammelt Spenden für die Aktion. „Die ersten beiden Male ist das komisch, danach geht es aber,“ berichtet sie.

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