Soziales

Eine Clownin lehrt in Velbert-Neviges Probleme zu lösen

Kursleiterin Gisela von Löhneysen spielt hier den staunenden Clown. „Wie würden Sie das Problem lösen, Herr Clown“ lautete ein Kurs der Volkshochschule.

Kursleiterin Gisela von Löhneysen spielt hier den staunenden Clown. „Wie würden Sie das Problem lösen, Herr Clown“ lautete ein Kurs der Volkshochschule.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Neviges.  Gisela von Löhneysen hat einen Tageskurs bei der Volkshochschule in Neviges angeboten. Die Teilnehmerinnen lernten, die Perspektive zu wechseln.

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Der Clown übertreibt, ist neugierig, spielt und betrachtet die Welt mit lachenden Augen, auch ein wenig Schabernack ist dabei. Auch Traurigkeit drückt er mit großen Gesten, schnelleren oder verlangsamten Bewegungen aus. Pantomime und einfache Sprache sind seine Kommunikationsmittel. Da liegt es nahe, die Welt aus der Sicht eines Clowns zu betrachten und damit Abstand zu Problemen zu gewinnen. Die Volkshochschule Velbert-Heiligenhaus hat dazu jetzt einen Tageskurs in Neviges angeboten. Clownin Gisela von Löhneysen half den Teilnehmerinnen, spielerisch die Perspektiven zu wechseln.

Körperübungen und Übungen zur Pantomine

Mit Körperübungen und Übungen zur Pantomime unterstützte sie die Frauen dabei, das Alltägliche gehen lassen. Sie übten sich im Staunen, in der Übertreibung und fanden ihren Zugang zum Spielerischen. „Der Clown ist ein sehr herzlicher, sehr emphatischer Mensch“, von Löhneysen scheint immer zu lachen, hat markante, natürliche Lachfalten um die Augen.

DEr Zirkusclown ist oftmals etwas gröber

„Und ich meine damit nicht den Zirkusclown, der oftmals etwas gröber ist“, erläutert sie weiter. Die Rückmeldungen aus der Gruppe geben ihr recht: „Das Ausprobieren ist echt schön, man hat ja so eine Hemmschwelle, als Erwachsene.“ Die Frauen entdecken nach und nach ihr Potenzial, ihre Experimentierfreude. Beim Zuschauen mag man nicht denken, dass sie alle zum ersten Mal Clownin spielen. „Der Clown ist in dem Gefühl, er hat es aber nicht.“ Damit bliebt er neutral und behält seine Perspektive.

Mit der Interaktion warten

Das helfe vor allem, wenn das Gegenüber traurig ist. „Der staunende Clown hilft, mit der Interaktion zu warten.“ Hilft, Abgrenzung zu schaffen. Die Frauen bilden zwei Gruppen und arbeiten spielerisch mit Wut, schaffen Situationen, die an ihren Alltag angelehnt sind. Wut und Aggression wandeln sie spielerisch übertrieben und in Zeitlupentempo um: „Es geht darum, dass ihr Euch Zeit lasst, geht mehr in die Freude, wenn der Schlag kommt.“ Der Clown habe immer Lebensfreude: „Mach es wie der Clown - aus etwas Kleinem etwas Großes. Der Clown wandelt es gerne, dreht es um.

Gefühle achtsam ausdrücken

Gisela von Löhneysen erzählt aus ihrem Alltag, von ihren Erfahrungen: „Eltern sind oft auch so unter Druck, dass sie die Impulse unterdrücken und manchmal vergessen und erinnert werden müssen: „Mama, es ist doch nur ein Spiel.“ Gefühle dürfen sein, sollen nicht unterdrückt, sondern achtsam ausgedrückt werden: „Mit Freude den Schlag erwarten.“ So leicht ist es zunächst nicht. Aber die Frauen entwickeln im Laufe des Tages ihre Fähigkeiten. Für die Wartenden entstehen spannende und lustige Szenen, langweilig wird es auch für die zeitweilig passiven Teilnehmerinnen nicht.

„Der Clown abstrahiert.“

Immer wieder beschreibt die Referentin, was den Clown ausmache: „Der Clown abstrahiert“. Doch sie warnt auch: „Spielt nicht den Clown, wenn es die Leute nicht wissen. Das, was wir hier machen, ist ein Übungsfeld, in dem wir uns ausprobieren können.“ Zunächst spiegeln die Übenden ihre Gegenüber, dann ignorieren sie und ziehen die Situation letztlich ins Lächerliche. Es macht allen Spaß ins Spielen zu kommen, probieren sich in Lachanfällen und drücken sich auf eine neue Art und Weise aus. Am Ende beherrschen die Teilnehmerinnen clowneske Gesten, übertriebene Varianten und beherrschen das Spiel.

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