Adventsbasar

Eine Velberter Tradition in der Vorweihnachtszeit

Katherina Küster (v.r.) schaut sich mit Sohn Anton die Weihnachtsdekoration an, die von Susanne Janceski und Jessia Liehr präsentiert wird.

Katherina Küster (v.r.) schaut sich mit Sohn Anton die Weihnachtsdekoration an, die von Susanne Janceski und Jessia Liehr präsentiert wird.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Velbert.  Die Werkstätten für Behinderte empfingen zahlreich Besucher auf ihrem Adventsmarkt. Viel Selbstgemachtes wurde an den Mann und die Frau gebracht.

Wer zum Adventsbasar die Werkstätten für Behinderte (WFB) betritt, findet sich plötzlich in einer Weihnachtswelt wieder. Ganz gleich, wo man hinschaut, überall sind bunte Stände, Weihnachtsdeko und gut gelaunte Menschen zu entdecken. Birgitta Bachmann vom Förderverein hilft gerade beim Trödel, wo sie eilig herumläuft, um auch noch das letzte Teil an seinen Platz zu legen. Doch dabei kommt der Kontakt zu den Besuchern nie zu kurz, die immer herzlichst von ihr begrüßt werden.

Weihnachtskekse und Vogelhäuschen

Die angebotenen Waren wurden sowohl von Menschen mit als auch ohne Behinderung angefertigt. „Man bastelt zum Beispiel in den Gruppen“, erzählt sie, aber es gäbe auch Stände von Eltern. „Jeder hilft im Rahmen des ihm Möglichen“, betont sie. So ergeben sich die verschiedensten Angebote vom eigenständigen Adventskranzbasteln, über Bücherecken, bis zum Verkauf von Weihnachtskeksen und kleinen Vogelhäuschen aus Plätzchenformen. „Wir verteilen die Stände so gut es eben passt“, Bachmann zwinkert, „Aber die schönsten Sachen kommen natürlich nach vorne.“

Schätze auch in den Nebengängen

Doch auch in den Nebengängen lassen sich einige Schätze entdecken. Dazu gehören auf jeden Fall die Strick- und Häkelwaren, die Karin Remfort-Schneidereit an ihrem Stand anbietet. „Einmal in der Woche veranstalte ich die Strickgruppe der NWA“, erzählt die Rentnerin. Die Socken und Mützen stammen von ihr, doch die Häkelsterne hat ihre Gruppe angefertigt. „Natürlich behalten sie auch selbst viele Dinge“, berichtet Remfort-Schneidereit, „Eine hat sich sogar einen Poncho gestrickt.“ „Meine Mutter hat jetzt schließlich viel Zeit“, mischt sich ihre Tochter ein, „Alles was hier ausliegt ist das Werk eines ganzen Jahres.“ Ein Großteil ihrer Arbeiten ist für den Basar gedacht, doch hat sie dort auch schon weitere Bestellungen erhalten. „Vor einigen Jahren habe ich den Auftrag bekommen, zehn Paar Socken bis Weihnachten zu stricken“, lacht die Mutter, „Und das in Größe 48.“

Schon mehr als 30 Jahre

Der große Ansturm überrascht die Vorsitzende des Fördervereins Beate Tobeländer ganz und gar nicht. Nach mehr als 30 Jahren sei es schon lange eine Velberter Tradition, weiß sie. „Es ist eben längst nicht mehr nur für die Menschen, die hier arbeiten und ihre Verwandten.“ Ihr ist es darum besonders wichtig, dass auch externe Gäste, einen Einblick in den Alltag der WFB erhalten.

Basteln mit Weihnachtskugeln

„Im Arbeitsbereich finden heute Vorführungen statt“, erzählt sie, „So kann jeder kennen lernen, was hier gemacht wird.“ Während nebenan eifrig gearbeitet wird, ist Vera Schelig damit beschäftigt, Adventsgestecke und Glücksbringer zu verkaufen, die allesamt in der Werkstatt gefertigt wurden. „In diesem Jahr haben wir eine riesige Weihnachtskugelspende erhalten und wir wussten kaum wohin damit“, sie lacht. „Darum sind die Gestecke sehr kugellastig.“ Der Rest wurde für die Dekoration des Speisesaals verwendet.

„Die Sachen kommen wohl gut an“

Die meisten Verkaufsgegenstände wurden nebenbei angefertigt, einige sogar zu Hause. Schelig deutet auf den halb leeren Tisch vor sich: „Die Sachen kommen wohl sehr gut an.“ Für Silvia Riemrich, deren Schwester selbst hier arbeitet, ist der alljährliche Adventsbasar nicht mehr wegzudenken. „Es ist schön ein wenig zu stöbern und Menschen zu treffen“, berichtet sie. „Außerdem stammt ein großer Teil meines Dekobestands von hier.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben