Ferienspaß 2019

Fotografieworkshop im Jugendzentrum Langenberg

Anne-Marie Kuhn erklärt, die Jugendlichen hören gebannt zu: Vier Tage dauert der Fotoworkshop mit der Expertin.

Anne-Marie Kuhn erklärt, die Jugendlichen hören gebannt zu: Vier Tage dauert der Fotoworkshop mit der Expertin.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Kulturrucksack und Anne-Marie Kuhn führen junge Teilnehmer im Jugendzentrum Langenberg an Fotografie und Bildbearbeitung heran.

Hier und da werden Fotos geknipst. Die alten Häuser Langenbergs, die engen Gassen und der hohe Turm der St. Michael-Kirche werden fokussiert und digital mit Systemkameras festgehalten. Acht Jugendliche bilden eine Traube, drehen an ihren Objektiven herum und suchen nach dem besten Motiv für ihr individuelles Thema. Hinter ihnen steht Anne-Marie Kuhn, sie leitet den Fotografieworkshop seit vier Jahren, der vom Kulturrucksack Velbert gesponsort wird. Seit 15 Jahren ist sie als freie Fotografin unterwegs.

Thema für die Projekte ist vorgegeben

„Unser Oberthema lautet ,Bewegung’; trotzdem kann jeder seinen eigenen Vorstellungen nachgehen“, erklärt sie. Aber nicht nur Dinge in Bewegung, sondern auch Dinge, die emotional bewegen.

Das Thema ist vorgegeben von „Kamera Kinder NRW“, ein Projekt, dass es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, Fotografie aktiv als Instrument zur Selbstbildung, zum Selbstausdruck und zum Lernen zu nutzen. Da der Workshop an vier Folgetagen stattfindet, wird heute nicht nur geknipst, sondern werden auch die Fotos von gestern am iPad mit verschiedenen Apps bearbeitet.

Bilder werden virtuell verfremdet

Anne-Marie Kuhn gibt ein kurzes Feedback zu den Bildern und zeigt dann, wie hohe Kontraste, stärkere Belichtung und kräftigere Farben die Wirkung der Fotos verändern können. Die Teilnehmer sind fasziniert und kurz darauf werden eifrig die Bilder mit virtuellen Filtern verfremdet. Am meisten Spaß haben die Jugendlichen jedoch daran, Personen digital auszuschneiden und vor einen anderen Hintergrund zu setzen.

So springt Gianni (11) von St. Michael herunter und Aurelia (10) lässt die S-Bahn durch einen Dschungel rollen. Besonders stolz ist Leiterin Kuhn auf ein Bild von Jana. Die Achtjährige hat eine Taube in majestätischer Haltung fotografiert. „Darüber wird sich der Verein der Taubenfreunde in Langenberg sehr freuen“, sagt Kuhn. Die Taubenfreunde hatten Fotos angefragt und die Jugendlichen ein paar wirklich tolle Ergebnisse geliefert. „Man muss die Kinder mit einer Aufgabe motivieren“, erzählt sie. „Deshalb schicken wir unsere besten Fotos auch bei einem Wettbewerb ein“.

Kinder sollen neue Medien nicht nur konsumieren

Damit kennt sich Anne-Marie Kuhn bestens aus: viermal habe sie mit ihrer betreuten Gruppe den Jugendfotopreis gewonnen und zudem den „Jugend-Foto-Marathon“ ins Leben gerufen. „Früher habe ich Fotoworkshops auch an städtischen Schulen angeboten, doch die anderthalb Stunden, die dafür eingeräumt werden, reichen nicht, um die Kinder ans Fotografieren heranzuführen“, sagt sie. Lieber biete sie freiwillige Workshops für Kinder an; viel Zeit, um kreativ zu sein und sich an professionelle Bildbearbeitungsprogramme heranzuwagen.

„Mir ist es wichtig, dass Kinder schon früh lernen, die Neuen Medien so für sich zu nutzen, dass sie nicht zu Konsumenten im passiven Sinne, sondern zu aktiven Gestaltern ihrer medialen Lebenswelt heranwachsen“, schreibt Kuhn auf ihrer Internetseite.

Und selbst wenn es mit dem Gewinn des Fotowettbewerbs nicht funktionieren sollte, so geht jeder Teilnehmer am Ende mit einer Mappe seiner eigenen, ausgedruckten Fotografien und einem USB-Stick nach Hause, auf dem alles gespeichert ist.

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