Stadtentwicklung

Innenstadtfonds ist bei Velbertern nur wenig gefragt

Innenstadtmanagerin Silke de Roode zeigt Hotelier Frank W. Stüttgen was mit dem Verfügungsfonds alles finanziert werden kann.

Innenstadtmanagerin Silke de Roode zeigt Hotelier Frank W. Stüttgen was mit dem Verfügungsfonds alles finanziert werden kann.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Velbert.  Der Verfügungsfonds soll helfen, die Velberter Innenstadt attraktiver zu machen. Aber in der City wurden bislang nur wenige Projekte realisiert.

Sonderlich viele Personen zog es am Mittwochnachmittag nicht zum kleinen Platz an der Bahnhofstraße (früher Platz am roten Schirm) als das Innenstadtmanagement zum Themennachmittag einlud. Die Themennachmittage finden seit Januar einmal im Monat statt und sollen interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich im Gespräch über Gestaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen der Innenstadt zu informieren. Dieses Mal wurde über den Verfügungsfond informiert. „Der Fond ermöglicht, dass Bürger sowie Gewerbetreibende der Innenstadt von Velbert-Mitte eigene Projekte umsetzen können“, erklärt Silke de Roode vom Innenstadtmanagement.

Das Förderprogramm funktioniert folgendermaßen: Personen oder Vereine, die eine Idee für Verbesserungsmaßnahmen für die Innenstadt haben, können einen Antrag beim Innenstadtmanagement stellen. Erfüllt das Projekt alle passenden Voraussetzungen wird es zu 50 Prozent aus dem Fonds vom Bund, dem Land NRW und Stadt finanziert. Die restlichen 50 Prozent der Kosten müssen über private Spenden vom Antragsteller aufgebracht werden. Doch es wird nicht jede Idee unterstützt. Förderzuschläge erhielten ausschließlich Projekte, die in einen nachhaltigen und gemeinschaftlichen Nutzen in Innenstadt erfüllten. „Maßnahmen, die der Gewinnerzielung dienen, werden nicht unterstützt, also beispielsweise ein Werbeplakat für ein Geschäft“, sagt die Innenstadtmanagerin.

Bücherschränke und schmückende Pflanzen in Einkaufsstraßen

Um einen Eindruck zu verschaffen, welche Ideen gute Chancen auf Förderung bekommen, demonstrierte de Roode beim Themennachmittag auch Fotos von Projekten aus anderen Städten. Die Bilder zeigen einen Bücherschrank, schmückende Pflanzen entlang von Einkaufsstraßen und Kunstobjekte im öffentlichen Raum. „Es liegt allein bei der Kreativität der Bürger“. Die Gestaltung von neuen Projekten solle nicht nur zu mehr Attraktivität, sondern auch zu mehr Identifikation mit der Stadt beitragen, so de Roode.

Den Fonds gibt es bereits seit 2016

Den Verfügungsfonds gibt es bereits seit 2016. Insgesamt wurden von den 22.000 Euro, die jedes Jahr zur Verfügung stehen allerdings nur recht wenige Projekte umgesetzt. Grund dafür sei die geringe Anzahl an Projektanträgen. „Wir wünschen uns natürlich, dass zahlreiche Förderanträge gestellt werden, doch leider finden einige Personen, dass 50 Prozent zu wenig Unterstützung sei.“ musste de Roode bisher feststellen. Dabei zeigt sich die Stadt bei der Umsetzung von Projekten auch mal flexibel. Festgesetzt ist, dass der Zuschuss im Regelfall einen Betrag von 5000 Euro pro Maßnahme und Jahr nicht überschreiten soll. „In besonderen Einzelfällen machen wir aber auch mal eine Ausnahme und übersteigen den Betrag“.

Winterlicht-Projekt gefördert

So zum Beispiel beim Winterlicht-Projekt der Werbegemeinschaft Velbert aktiv. Mit den Lichtern sollten im Winter ansprechende Akzente gesetzt und eine durchgehende Ausleuchtung der Bäume in der Fußgängerzone geschaffen werden. Zur Realisierung des Ganzen steuerten der Fonds und die Werbegemeinschaft jeweils 10.000 Euro bei. Und auch über den Zuschuss einer weiteren Maßnahme durfte Velbert aktiv sich freuen. Mitfinanziert wurde eine neue Möblierung, bestehend aus Biertischgarnituren, Stehtischen und Sonnenschirmen, die auf den zahlreichen Veranstaltungen, die Velbert aktiv organisiert, genutzt werden können. „Der Feierabendmarkt kann so zum Beispiel in einem schöneren Ambiente stattfinden“, sagt Daniela Dippel, Schatzmeisterin der Werbegemeinschaft.

Verteilerkästen werden verschönert

Ganz aktuell ist der Beschluss zur Beihilfe der Maßnahme „Gestaltung von Verteilerkästen“. Insgesamt 19 Stromverteilerkästen sollen hierzu mit historischen Bildern der Stadt foliert werden. Initiiert wurde das Projekt vom Verein „Freunde und Förderer des Velberter Brauchtums“.

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