Ausstellung

Inspirationen aus Langenberg mit der Kraft der Farbe

Ein Hauptmotiv in den Bildern der Langenberger Künstlerin Simona Menzner sind Häuser und Architektur in verlassenen Landschaften.

Ein Hauptmotiv in den Bildern der Langenberger Künstlerin Simona Menzner sind Häuser und Architektur in verlassenen Landschaften.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Simona Menzners Ausstellung „Farblandschaften“ ist in der Hellerstraße 1 zu sehen. Dabei gelangen Betrachter auch zu neuen Einblicken.

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Nach ihrem Debüt bei den letztjährigen Kunst-Tatorten stellt die vom Institut für Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum diplomierte Langenberger Malerin und Grafikerin Simona Menzner sich nun mit einem zweiten Werkzyklus dem öffentlichen Betrachter. Und zwar mit der Ausstellung „Farblandschaften“ an der Hellerstraße 1. Die Schau bietet auch neue Perspektiven.

Die faszinierende Schönheit der Natur wird eingefangen

Häuser und Architektur in verlassenen Landschaften – mal mit, mal ohne Fenster – zumeist in Acryl auf Leinwand kontrastreich, farbenstark und geheimnisvoll leuchtend bilden auf den ersten Blick den motivischen Rahmen. Orten wie „Wattlandschaft“, „Campo di Papaveri““ oder „Rapsfelder am See“ verdanken die Malereien ihre einnehmenden Lichtstimmungen. Die faszinierende Schönheit der Natur einzufangen und in Form und Farbe auf Leinwand nachzuempfinden, ist Menzners Inspiration.

Der Kunsthistoriker Ralf Leisner, der für den Alldie-Kunstverein Ausstellungen kuratiert und organisiert, erläuterte in seiner Einführung bei der Vernissage am Sonntag die typische Farbgebung als klar erkennbare Handschrift der Künstlerin und stellte die hohe qualitative Güte ihrer Arbeiten heraus. Einen tieferen Einblick in die Arbeitsweise, Entstehung und Hintergründe der Werke erlaubt auch das Skizzen- und Studienbuch von Simona Menzner mit Bleistiftzeichnungen und inhaltlichen Notizen.

Inspiration von Edward Hopper und Giorgio di Chirico

Inspiriert von der stimmungsvollen Reduktion in Edward Hoppers amerikanischem Realismus, der die Melancholie der Verlassenheit so treffend ausdrückt, nutzt Menzner ihr feines Gespür für Farb- und Lichtstimmungen und erschafft verlassene Landschaften, die mal beruhigen, mal irritieren, aber immer begeistern, ohne dass man auf den ersten Blick versteht, warum. Die farb- und kontrastreiche Schwingung der Farben und die einfachen klaren Formen versetzen den Betrachter sofort in eine Gemütsverfassung.

Verweilt der Blick länger auf den Kompositionen mit offenen Räumen zwischen Gebäuden und Aussichten auf die Landschaft, entsteht das Bedürfnis, sich in diese atmosphärisch aufgeladene Umgebung hineinzuprojizieren. Die auf das Wesentliche reduzierte Verlassenheit mit der eigenen Anwesenheit zu verbinden, scheint unausweichlich zu sein.

Lange Spaziergänge durch das Bergische Land

Diese metaphysische Komponente in der Wahrnehmung steht ganz in der Tradition der Pittura Metafisica des 1978 verstorbenen italienischen Malers Giorgio di Chirico, der durch kulissenartige und perspektivisch übersteigerte Ansichten eine weitere Inspiration Menzners speist. Die verdichtete Komposition aus Vereinfachung der Formen und Lichtreflexionen innerhalb der Kulisse ist nicht in allen Werken der Ausstellung zu sehen. Die Auswahl birgt Entdeckungen auf dem Weg, den Simona Menzner auf ausgedehnten Spaziergängen durch das Bergische Land und vielen Reisen seit 2014 zurückgelegt hat, um zu dieser Komprimierung auf die wesentlichen Bestandteile ihrer Faszination und Inspiration zu gelangen.

Auf dem Weg zu Licht, Form und Farbe darf der Betrachter sie nachträglich begleiten. Den künstlerisch gelungenen Weg zeigt die Ausstellung in der Hellerstraße 1 und die Künstlerin persönlich weiht den Gast mit Freuden in ihre Arbeiten ein.

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