Handwerkermarkt

„Laternenzauber“ sorgt in Neviges für leuchtende Augen

Ordentlich Betrieb herrschte am Wochenende bei dem „Laternenzauber“-Handwerkermarkt am Schloss Hardenberg in Neviges.

Ordentlich Betrieb herrschte am Wochenende bei dem „Laternenzauber“-Handwerkermarkt am Schloss Hardenberg in Neviges.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Am Wochenende stand der traditionelle „Laternenzauber“-Handwerkermarkt am Schloss Hardenberg an. Und es gab wieder viel zu sehen und zu kaufen.

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„Brauchen wir nicht noch einen Regenschirm?“, fragt Gisela Herbst und bleibt vor dem kleinen Stand stehen, der durch seine bunte Ware die Aufmerksamkeit der Besucher anzieht. Besonders angetan hat es ihr da ein japanischer Sturmschirm, doch Ehemann Willi spricht sich dagegen aus. Sie seien doch gerade erst angekommen – und regnen dürfe es bei einem solchen Tag ohnehin nicht. Gut gelaunt schlendert das Paar weiter. Sie leben zwar schon seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr in Velbert, für den traditionellen „Laternenzauber“-Handwerkermarkt am Wochenende in der Vorburg Schloss Hardenberg nehmen die beiden allerdings auch den Weg aus Hattingen auf sich. Und dieser sollte sich auch ohne neuen Regenschirm lohnen.

Besucher und Standbetreiber kommen aus der ganzen Umgebung

Denn jetzt freut sich das Ehepaar auf einladende Marktstände, Glühwein und den traditionellen Laternenschmuck. Was sie noch alles erwartet, zählt Stefanie Hämel von „Form und Art“ auf: „Es gibt Schmuck und Bilder, Bonbonstände mit Marzipan, die vor allem jetzt vor Weihnachten gut ankommen, und Waren aus Metall“. Stefanie Hämels Eltern hatten den Laternenzauber ins Leben gerufen und sind auch heute noch für die Organisation verantwortlich.

Eingefunden haben sich auch nicht nur Velberter Verkäufer, sondern Anbieter aus ganz Deutschland. „Es sind sogar ein oder zwei holländische Stände mit dabei“, erzählt Hämel stolz. Marion Kegelbein kommt hingegen direkt aus der Umgebung und liebt ihr Bergisches Land von ganzem Herzen. Für sie ist es der erste Laternenzauber, doch war sie bereits beim Frühlingserwachen mit ihren selbstverfassten Krimi-Dinnern dabei. „Die Atmosphäre hier ist einfach so stimmungsvoll“, erzählt sie begeistert und lässt den Blick streifen, „Man fühlt sich einfach direkt wohl, und den Besuchern scheint es auch so zu gehen.“

Steinfiguren, Holzgeschirr oder Weihnachtsdeko – die Auswahl ist groß

Etwa 50 Stände sind an diesem Wochenende sowohl in als auch vor der Vorburg zu erkunden. „Eine gute Größe“, findet Stefanie Hämel. Ob mit Steinfiguren, Holzgeschirr oder Weihnachtsdeko – jeder darf mitmachen, „Hauptsache selbstgemacht“, auch wenn sich natürlich immer mal wieder etwas Gekauftes daruntermische. Jeder Marktstand hat seinen eigenen Charme und lockt mit einer ganz besonderen Ware.

Judith Strenger ist übrigens gleich mit drei Generationen auf dem Marktplatz vertreten. Während Mutter und Töchter unterwegs sind, gönnt sie sich eine kleine Verschnaufpause. „Sonst sind wir höchstens mal im Urlaub auf Märkten“, gesteht sie, „es mangelt einfach immer an Zeit.“ Doch heute spielt das Wetter mit, und da hat sie sich nicht lange überreden lassen. Die Kulisse sei auch einfach sehr gut geeignet, findet sie, „Die Atmosphäre ist super – und es gibt Spielgeräte für die Kinder.“ Auch die beiden Töchter sind sehr angetan. Wenn ihnen das Interesse am Stöbern ausgeht, heitern Currywurst und Crêpes sie schnell wieder auf.

Schloss macht den Markt „besinnlich und beschaulich“

Während sich manche Stände sogar noch im kleinsten Winkel der Vorburg ausgebreitet haben, verkauft Kerim Mrad seine Keramikwaren im Zentrum des Marktplatzes. Die Kunden beobachten interessiert, wie er Ingwer und Knoblauch auf seinen besonderen Pressen zerreibt. Er ist ein Marktkenner – und so hat er gleich einen Verbesserungsvorschlag parat: „An sich ist alles gut gestaltet, aber man hätte den Platz vielleicht halbieren können“, schlägt er vor, „dann wären die Laufwege kürzer, und die Kunden bräuchten nur nach links und rechts zu gucken.“

Eine treue Besucherin ist Andrea Hartwig: „Ich komme einfach, um ein wenig zu stöbern“, berichtet sie und hält eine Tüte in die Höhe. Ihr Einkauf war bereits erfolgreich, und sie kann jedem empfehlen, auch einmal vorbeizuschauen. „Einen großen Teil macht die Umgebung aus“, findet sei, „das Schloss macht es einfach so besinnlich und beschaulich.“ Und wenn sie noch ein paar Stündchen länger bleibt, dann werden auch die namensgebenden Laternen aufleuchten und die Fackeln entflammen.

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