Feuerwehr

Rettungsdienst im Kreis Mettmann wird schlagkräftiger

Auch in der Feuer- und Rettungswache an der Kopernikusstraße wird ein weiterer Rettungstransportwagen stationiert. Im gesamten Stadtgebiet gibt es somit künftig vier RTW. Hinzu kommt einer für Patientenverlegungen.

Auch in der Feuer- und Rettungswache an der Kopernikusstraße wird ein weiterer Rettungstransportwagen stationiert. Im gesamten Stadtgebiet gibt es somit künftig vier RTW. Hinzu kommt einer für Patientenverlegungen.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Kreis Mettmann.   Kreistag verabschiedet Bedarfsplan. Er bringt eine deutliche Erhöhung der Zahl von Rettungs- und Krankenwagen sowie der Notarzt-Einsatzfahrzeuge.

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Es gibt mittlerweile ein spürbares Mehr an Einsätzen, und die Menschen schlagen in Notfällen auch viel schneller als früher Alarm. Diesen Veränderungen und etlichen weiteren Faktoren trägt der neue Bedarfsplan für den Rettungsdienst im Kreis Mettmann Rechnung, den der Kreistag einstimmig verabschiedet hat. Es wird deutlich mehr – nämlich insgesamt elf neue – Rettungstransportwagen (RTW), mehr Personal und einen sechsten Notarzt-Standort geben.

Letzterer wird in dem Neubau der künftigen Kreis-Leitstelle neben der Kreispolizeibehörde zentral in Mettmann angesiedelt. Darüber hinaus werden zwecks Entlastung der Notfallrettung die Krankentransporte völlig neu organisiert und an zwei Standorten – vor Ort und in Erkrath – zwei zusätzliche RTW stationiert, mit deren Hilfe Patienten verlegt werden.

Der Bedarfsplan, ein 66-Seiten-Werk, fußt auf einem Sachverständigen-Gutachten, das u. a. die Strukturen, die Zahl der Rettungsmittel, ihre Verfügbarkeit und Einsatzzeiten bewertet hat. Die künftige Bemessung der Rettungsmittel berücksichtigt die Einsatzhäufigkeit in jedem Versorgungsgebiet einer Rettungswache separat.

Unterm Strich, addiert Nils Hanheide, erhöhe man die so genannten Vorhaltestunden um gut 26 Prozent. Aktuell sei man bereits in 90 Prozent aller Fälle durchschnittlich in acht Minuten am Einsatzort. „Wir sind nicht schlecht“, sagt der Kreis-Ordnungsdezernent, „aber wir wollen besser werden.“

Alle zehn Städte ziehen mit

Ziel sei es, den Rettungsdienst schneller und leistungsfähiger zu machen, ergänzt Dr. Arne Köster. Bei den acht Minuten handele es sich um einen reinen Planwert, erklärt der Leiter des ärztlichen Rettungsdienstes, der die Spanne von der Notruf-Annahme bis zum Eintreffen bemesse. Sie sei in anderen europäischen Ländern übrigens „durchaus länger“.

„Die Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes wird mit dem Bedarfsplan deutlich verbessert, zum Wohle der Bevölkerung im Kreis. Der Rettungsdienst ist eine gemeinsame Herausforderung für den Kreis und die kreisangehörigen Städte. Dass sich alle dieser Herausforderung annehmen und sie gemeinsam in der Kreisgemeinschaft tragen, ist ein Gewinn für die Einwohner“, betont Landrat Thomas Hendele. Alle Städte haben ihre Zustimmung angekündigt. Ihr Votum ist genauso wichtig wie – zwecks Refinanzierung – das der Kostenträger, der Krankenkassen.

Die Realisierung des neuen Bedarfsplans soll Hanheide zufolge binnen zwei Jahren über die Bühne gehen. Denn die Umsetzung aller Maßnahmen werde noch einige Monate, in einzelnen Bereichen sogar noch längere Zeit beanspruchen. Schließlich müssten neue Fahrzeuge beschafft und neues Personal erst noch gewonnen werden.

Nach Auskunft von Kreisbrandmeister Torsten Schams schlägt der Kauf eines RTW bei einer Nutzungsdauer von sechs Jahren mit etwa 180 000 bis 200 000 Euro zu Buche. Das zusätzliche Personal müsse man „aus den Feuerwehren heraus entwickeln“. Denn letzteres steht derzeit auf dem Arbeitsmarkt kaum zur Verfügung, weil seit 2014 quasi kein neues Personal für den Rettungsdienst ausgebildet werden konnte. Hintergrund ist eine gesetzliche Neuordnung. Sie brachte die Einführung des Berufsbildes Notfallsanitäter, das den Rettungsassistenten abgelöst hat.

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