Wirtschaft

Tönisheider Modellautos werden weltweit verkauft

Veit Kornberger produziert mit seinem Unternehmen VK-Modelle GmbH erfolgreich Miniatur-Fahrzeuge. Abnehmer sind Spielzeugwarenläden weltweit.

Veit Kornberger produziert mit seinem Unternehmen VK-Modelle GmbH erfolgreich Miniatur-Fahrzeuge. Abnehmer sind Spielzeugwarenläden weltweit.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Veit Kornberger entwirft mit seiner Firma VK-Modelle GmbH Modellfahrzeuge. Die Produktion hat er von China nach Tönisheide verlegt.

Wie gut, dass Veit Kornberger als Knirps immer so brav beim Friseur war und kein Theater gemacht hat. „Wenn ich mir die Haare schneiden ließ, ohne herum zu krakeelen, dann bekam ich immer ein kleines Auto.“ Etwa vier Jahre alt war er damals, und so lange er denken kann, haben den 50-Jährigen Modellautos fasziniert. Seine Leidenschaft hat Tönisheide jetzt ein in jeder Beziehung feines und kleines Unternehmen beschert. Die Firma VK-Modelle GmbH an der Nevigeser Straße 260a produziert erfolgreich Modell-Fahrzeuge für Spielzeugläden auf der ganzen Welt.

Wobei die Kunden eher großgebliebene Jungs seien, wie Veit Kornberger (50) erzählt. „Wir liefern zwar in Spielzeugläden, aber gekauft werden die Modelle eher von erwachsenen Auto-Liebhabern.“ Dass er von seinem Büro aus durch eine große Glasscheibe freien Blick auf „richtige“ Autos hat, findet er prima: Direkter Nachbar ist die gehobene Autowerkstatt „XX Trading“, in der auch Oldtimer flott gemacht werden.

Ehefrau kam nicht an die Waschmaschine

„Ich hatte die Anzeige gesehen, und dachte: Passt ja, meine Räder sind nur ein bisschen kleiner.“ Der letzte Standort Wülfrath wurde dem aufstrebenden Unternehmen nicht mehr gerecht. „Vorher hab ich alles zu Hause gemacht, in unserer Wohnung in Ratingen. Aber irgendwann kam meine Frau nicht mehr an die Waschmaschine vor lauter Kisten und Krams, der Keller platzte aus allen Nähten.“

Felgen so groß wie Druckknöpfe

Jetzt stehen die Kisten wohl geordnet in einem Regal, bis oben hin voll mit blitzenden runden Teilchen, die an Druckknöpfe erinnern: Alles Felgen für den Anhänger, daneben steht ein Karton mit roten Plastik-Gerippen. „Das sind die Fahrgestelle“, sagt Veit Kornberger, der die Mini-Lkw am Computer selbst entwirft und die erste Serie auch selbst zusammenbaut. „Ja, alles von Hand aus. Das ist ein bisschen so wie ein Überraschungsei in ganz viel“, meint er vergnügt und muss selbst lachen.

Ein Lkw besteht aus 33 Teilchen

Klappt der Prototyp, wissen seine beiden Mitarbeiter, was sie zu tun haben: Andrea Saßenroth und Lars Jüppner brauchen neben viel Geduld auch eine ruhige Hand – besteht ein Lkw doch aus 33 Einzelteilen. Etwa sechs Minuten braucht jeder für ein Fahrzeug. „Das ist schon eine tolle Leistung.“ Pro Monat baut sein kleines Team etwa 500 Modelle zusammen, im Moment nur Lkw, angedacht ist auch eine Busproduktion.

Produktion lief früher in China

„Wenn ein Automobilhersteller auf mich zukommt, baue ich auch gern Pkw“, sagt Veit Kornberger voller Tatendrang. Entworfen hat er seine Brummis schon immer selbst, gebaut wurden sie früher in China: „Jetzt habe ich einen Wuppertaler Betrieb, der mir die Teile liefert“, sagt Veit Kornberger und strahlt. „Seitdem ist alles handmade in Tönisheide.“

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