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Velbert: Die Hochzeitsstadt ist oft lange vorher ausgebucht

Hochzeitsfeier von Nina und Marcel Linke in der Langenberger Eventkirche im August 2019.

Hochzeitsfeier von Nina und Marcel Linke in der Langenberger Eventkirche im August 2019.

Foto: Fotografie Daniela Hitzblech

Langenberg.  In Langenberg gibt es viele historische Veranstaltungsorte, die für Trauung und Hochzeitsfeier besonders gut geeignet sind. Hier ein Überblick.

Bis einschließlich März ist Patricia Hupe bereits ausgebucht: mit Vorbesprechungen über Hochzeitstorten. Einen Termin für eine Hochzeitsfeier noch in 2020 in einer Langenberger Location zu finden, ist nicht ganz so einfach: Lange im voraus sind die Veranstaltungshäuser ausgebucht, vor allem samstags. Die Hochzeit, kirchlich oder standesamtlich, ist etwas ganz Besonderes und für diesen Tag wird nur das Beste gesucht: beste Torte, bester Veranstaltungsort, bester Caterer und vieles mehr.

Von April bis Ende Oktober herrscht deshalb Hochzeitshochsaison in Langenberg, nicht nur, weil es hier gleich drei Orte gibt, an denen standesamtlich geheiratet werden kann. Eine Hochzeit ist in der romantischen Atmosphäre des Bergischen Zimmers im Historischen Bürgerhaus Langenberg, in oder vor dem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbauten Tempelchen im Garten der Villa Au und in dem herrschaftlichen, villenähnlichen Trauzimmer der Vereinigten Gesellschaft möglich.

Bei schönem Wetter geht’s nach draußen

Auch gefeiert werden kann in all diesen Häusern, darüber hinaus in der Eventkirche. Je nach Größe der Hochzeitsgesellschaft eignet sich jeder Ort auf seine Art. Während die Feiern in der Villa Au und der Eventkirche es den Gesellschaften bei schönem Wetter erlauben, auch die Außengelände zu nutzen, bieten die Vereinigte Gesellschaft und das Historische Bürgerhaus diese Möglichkeit nicht. Das kann auch Vorteile haben, denn so bleiben Brautpaar und Gäste zusammen, verteilen sich nicht auf dem Gelände und es bleibt geselliger und familiärer.

35 Trauungen allein im Bürgerhaus

Im letzten Jahr wurden 35 standesamtliche Trauungen im Historischen Bürgerhaus durchgeführt. Fast genauso viele auch in dem Gartentempel der Villa Au. Nur wenige in der Vereinigten Gesellschaft, vielleicht auch, weil diese noch gar nicht bekannt dafür ist. Getraut wird häufig am Samstag, und auch gefeiert. Weshalb die Villa Au schon mal häufiger in der Hochsaison an Samstagen wegen geschlossener Gesellschaften für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Malerische Kulisse für die Hochzeitsfotos

Neben der Feier sind auch Bilder sehr wichtig. Nicht selten sieht man in der Hochzeitssaison Brautpaare, die die malerische Altstadt einfach nur als Kulisse für Hochzeitsfotos nutzten. Als Kulisse für kirchliche Hochzeiten ist die Windrather Kapelle auch sehr gefragt: Aus dem gesamten Niederbergischen Kirchenkreis wird bezüglich evangelischer und ökumenischer Trauungen angefragt. „Sie wird gern genommen, weil sie so schön idyllisch liegt“, sagt Susanna Poncet von der Ev. Kirchengemeinde Langenberg. Für Gesellschaften bis zu hundert Gästen sei die Kapelle ideal. Wie viele Trauungen dort oder in der Alten Kirche durchgeführt werden, kann sie nicht sicher sagen: „Jedes Jahr ist es anders.“

Das sagt auch Standesbeamter Rainer Lubek, der insgesamt 326 Trauungen im letzten Jahr in Velbert gezählt hat. 70 kleine und große Hochzeiten wurden in der Villa Au gefeiert, davon rund die Hälfte auch standesamtlich getraut. Linke Catering richtete im letzten Jahr über 80 Hochzeiten im Umkreis aus, davon rund 25 in Langenberg, verteilt auf das Bürgerhaus, die Eventkirche und die Vereinigte Gesellschaft.

Neun Hochzeitstorten an einem Tag

Wegen der großen Nachfrage mussten im letzten Jahr auch Hochzeitsfeiern in das Restaurant Hirsch verlegt werden, erzählt Patrick Hülsen, Mitinhaber der Villa Au und des Hirschen. Dieses Jahr kann es terminlich auch etwas enger werden, weil in der Vereinigten Gesellschaft die Sanierung der Decke im Festsaal ansteht. Doch dann wird es dort auch noch hochwertiger: „Begeistert sind die Brautpaare von dem tollen Ambiente, das jetzt noch einmal gesteigert wird“, weiß André Linke.

Ebenfalls weit über Langenbergs Grenzen hinaus bekannt ist Patricia Hupe mit ihrer Naschwerkstatt: „Langenberg ist natürlich mein Terrain.“ Zwischen 100 und 150 große Hochzeitstorten stellt sie pro Jahr her. „So genau kann ich es gar nicht sagen und es variiert ja auch immer.“ Schon jetzt aber weiß sie: „Am am 20. Juni, am 8. und 22. August wird es schlimm.“ Da muss sie die Tür zu Patricias Naschwerkstatt auch schon mal geschlossen lassen: „Für einen Tag nehme ich maximal sechs Torten an.“ Gibt aber zu: „Ich habe auch schon mal neun gemacht.“

Vielleich wird Langenberg nach den Titeln „Senderstadt“ und „Bücherstadt“ nun auch irgendwann die Bezeichnung „Hochzeitsstadt“ erhalten. Im Geheimen ist das schon so.

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