Kindergesundheit

Velbert: Hospizdienst für schwerst kranke Kinder

Burkhard Uhling-Preuß und Heike Breitrück vom Caritasverband Wuppertal/Solingen eröffnen im Januar einen Standort für einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Velbert.

Burkhard Uhling-Preuß und Heike Breitrück vom Caritasverband Wuppertal/Solingen eröffnen im Januar einen Standort für einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Velbert.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Caritas eröffnet in Velbert neuen Standort für Kinder - und Jugendhospizdienst. Wie ehrenamtliche Helfer Kinder und ihre Familien unterstützen.

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Die Kinder sind schwer krank, oft todkrank, mit ihnen leidet auch ihre ganze Familie. Das Leben der betroffenen Väter, Mütter, Geschwister und der Kranken ein wenig schöner und leichter zu machen, das ist die Aufgabe ehrenamtlicher Mitarbeiter der ambulanten Hospizdienste. Der Caritasverband Wuppertal/Solingen eröffnet zu Beginn des nächsten Jahres eine Dependance in Velbert; an der Bahnhofstraße 12 wurde ein ehemaliges Ladenlokal angemietet.

38 Kinder werden im Moment betreut

Seit 13 Jahren ist der Hospizdienst der Caritas im Bergischen Land tätig, betreut momentan insgesamt 38 Kinder und Jugendliche, auch im Niederbergischen. „Wir wollten wohnortnah für die betroffenen Familien, aber auch für die Ehrenamtler ansprechbar sein“, begründet Heike Breitbrück, die Leiterin der Hospizdienste beim Caritasverband Wuppertal Solingen, die Einrichtung des Standortes Velbert.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 27 Jahren haben lebensverkürzende oder lebensbedrohliche Krankheiten. „Darunter sind beispielsweise auch Herzkinder, die auf die lebensrettende Transplantation warten, und viele Jungen und Mädchen mit genetischen Erkrankungen“, erläutert Burkhard Uhling-Preuß, Koordinator der ambulanten Hospizdienste. In der Velberter Geschäftsstelle soll dann eine hauptamtliche Kraft betroffene Familien und Ehrenamtler zusammenbringen und betreuen.

Jede Woche in den Familien

Für den Caritasverband im Kreis Mettmann begrüßt der Vorstandsvorsitzende Michael Esser diese neue Einrichtung: „Wir danken dem Caritasverband Wuppertal/Solingen für sein Engagement, in Velbert einen Standort für seinen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst zu errichten, um auch in unserem Kreis betroffenen Kindern und Jugendlichen ein würdevolles und erfülltes Leben bis zum Tod zu ermöglichen.“

Die Ehrenamtler – immer zwei sind jeweils in einer Familie tätig – besuchen sie jede Woche oder alle 14 Tage und sorgen so für Entlastung der Väter und Mütter, die sich rund um die Uhr um das kranke Kind kümmern. Sie versorgen das kranke Kind, so dass die Eltern einmal etwas Zeit für sich oder auch für die Geschwisterkinder haben. In den betroffenen Familien müssen die Brüder und Schwestern oft zurückstecken. Oder aber der Ehrenamtler unternimmt etwas Schönes mit dem Geschwisterkind.

Oft jahrelanger Kontakt

Anders als im Hospizbereich für Erwachsene, wo die Hospizarbeit meist erst zeitnah zum Tod eines schwerkranken Menschen beginnt, setzt der Kinder- und Jugendhospizdienst auf Wunsch der betroffenen Familie unmittelbar nach der Diagnose einer lebenszeitverkürzenden Erkrankung an. „So kann sich eine Begleitung über viele Monate oder sogar mehrere Jahre erstrecken“, erläutert Koordinator Burkhard Uhling-Preuß. Der Hospizdienst bietet dann auch Trauergruppen eigens für Väter, Mütter und Geschwisterkinder an.

Auf belastende Arbeit vorbereitet

Die Ehrenamtler werden gründlich auf ihre oft auch belastende Arbeit vorbereitet. So gab es im nahezu schon abgelaufenen Jahr bereits einen Kurs, den sieben Velberter und Heiligenhauser besucht haben. „Wir werden dann in den neuen Räumen bereits im Februar einen ersten Befähigungskurs für Menschen anbieten, die sich ehrenamtlich für eine Mitarbeit in unserem Kinder- und Jugendhospizdienst interessieren“, kündigt Heike Breitrück an.

Und auch danach werden die Helfer nicht allein gelassen. „Es gibt einmal monatlich Treffen“, sagt Uhling-Preuß, da würden auch Probleme angesprochen. Diese Treffen können dann künftig auch in den Räumen an der Bahnhofstraße stattfinden. Aber auch die Geselligkeit käme nicht zu kurz. „Es gibt einmal im Jahr eine Fahrt, und wir treffen uns alle gemeinsam zu Weihnachtsfeiern“, so Uhling-Preuß.

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