Gesundheit

Velbert: Mutter fürchtet um Versorgung ihrer kranken Tochter

Lara ist auf regelmäßige Kontrolltermine angewiesen. Ihre Ambulanz darf sie vorerst nicht mehr behandeln.

Lara ist auf regelmäßige Kontrolltermine angewiesen. Ihre Ambulanz darf sie vorerst nicht mehr behandeln.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa-tmn

Velbert.  Lara (14) hat Diabetes und ist auf regelmäßige Kontrolle angewiesen. Essener Ambulanz darf sie nicht mehr behandeln. Konflikt mit einem Arzt.

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Lara* leidet seit Jahren unter Diabetes Typ 1. Die 14-jährige Velberterin trägt eine Insulinpumpe und muss regelmäßig zur Kontrolle zum Arzt. Das war bislang auch kein Problem, doch nun scheint es eines zu werden. Denn in Essen musste eine Diabetesambulanz schließen.

„Wir wurden an einen von zwei niedergelassenen Kinderdiabetologen in Essen überwiesen. Die sind nun natürlich völlig überlaufen“, erzählt ihre Mutter Petra Schmidt*. „Wir haben letztes Mal fünf Stunden in der Praxis gewartet“, berichtet die Mutter weiter. Hintergrund des Ärgers sei die Klage eines niedergelassenen Essener Arztes gegen die Diabetes-Ambulanz am Elisabeth-Krankenhaus in Essen. Petra Schmidt hat einen wütenden Brief an die Kassenärztliche Vereinigung geschickt.

„Wir wurden im Klinikum gut behandelt“

Dabei waren Petra Schmidt und Lara froh, dass sie in der Essener Klinik eine gute Anlaufstelle gefunden hatten. „Vorher wurden wir im Klinikum Niederberg gut behandelt, nach dem Wechsel zu Helios war das dann nicht mehr möglich“, sagt Petra Schmidt. Und war froh, dass sie im Elisabeth-Krankenhaus einen guten, wenn auch etwas weiter entfernten Ersatz gefunden hatten.

Und nun das. Wie das Krankenhaus schrieb, habe ein niedergelassener Arzt Widerspruch gegen die „Ermächtigungsambulanz“ der Essener Klinik eingereicht, da er die diabetologische Versorgung in der Region selbst übernehmen wolle. Bis zu einer Entscheidung Ende Januar dürfe die Klinik keine Diabetes-Patienten mehr ambulant behandeln. Vereinbarte Termine könnten nicht eingehalten werden, es dürften keine Rezepte und Verordnungen mehr ausgestellt werden.

„Uns wurde der Boden unter den Füßen weggerissen“

Die Kassenärztliche Vereinigung bestätigte das, sie habe aber keinen Einfluss auf das Widerspruchsverfahren, für das ein unabhängiges Gremium zuständig sei. Die Vereinigung empfahl zwei niedergelassene Ärzte.

„Unser Termin wurde von heute auf morgen abgesagt, uns der Boden unter den Füßen weggerissen“, schrieb Frau Schmidt an die Ärzteorganisation. „Es muss doch möglich sein, erst zu prüfen und dann eventuelle Entscheidungen zu treffen zum Wohle der Patienten“, so Schmidt weiter.

Ihr graue es bereits vor dem nächsten Arztbesuch. Schließlich benötigt Lara bald wieder neue Rezepte für Sensoren, Insulin und Verbrauchsmaterial. (*Die richtigen Namen sind der Redaktion bekannt)

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