Wirtschaft

Velbert: Schließung von Küpper steht unmittelbar bevor

Die Firma H.J. Küpper Metallverarbeitung aus Velbert steht vor der endgültigen Schließung.

Die Firma H.J. Küpper Metallverarbeitung aus Velbert steht vor der endgültigen Schließung.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Das Velberter Unternehmen Küpper steht nach der dritten Insolvenz kurz vor der Schließung. Betriebsrat und IG Metall sind pessimistisch.

Durch ein Wechselbad der Gefühle sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Beschäftigten der Firma Küpper Metallverarbeitung gegangen. Denn das Velberter Traditionsunternehmen hat in dieser Zeit gleich dreimal Insolvenz angemeldet.

Immer wieder keimte aber die Hoffnung auf, dass es in Richtung einer besseren Zukunft weitergehen könnte. Doch nun scheint das Aus für den Betrieb mit Sitz an der Haberstraße unmittelbar bevorzustehen.

So wurde den gut 200 Beschäftigten am Freitag (13. März) bei einer Betriebsversammlung bereits mitgeteilt, dass die Kündigungen spätestens im April rausgehen würden. Vermutlich dürfte dies aber auch noch früher erfolgen, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jens Schmidt der WAZ sagte: „Realistischerweise werden die Kündigungen Ende März verschickt.“

Produktion wird bei Küpper runtergefahren

Nun werde die Produktionstätigkeit heruntergefahren, „wir schauen von Tag zu Tag“, erklärte der Wuppertaler Insolvenzanwalt, der vergangene Woche den bisherigen Geschäftsführer des Unternehmens, Rüdiger Wisser, in dessen Funktion abgelöst hatte. Eine kurzfristige Betriebsschließung sei wahrscheinlich, so Schmidt.

Trotzdem haben die Arbeitnehmervertreter noch nicht ganz die Hoffnung aufgegeben und wollen „bis zum letzten Tag darum kämpfen, Küpper zu retten“, schildert der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Ramon Rocha. Und Hakan Civelek, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Velbert, ergänzt: „Wir haben Kontakt aufgenommen zu abgesprungenen Kunden und zu potenziellen Investoren, die schon in der Vergangenheit Interesse an Küpper hatten.“

Bei Hakan Civelek schwindet die Zuversicht

Doch bei allem Bemühen schwindet allmählich auch Civeleks Zuversicht: „Ein früherer Großkunde hat bereits Interesse an einer neuerlichen Zusammenarbeit mit Küpper bekundet, nachdem der bisherige Investor aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.“ Der ehemalige Kunde habe allerdings gerade mit eigenen, großen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Civelek: „Aufgrund der derzeitigen Situation und der wirtschaftlichen Verwerfungen durch das Coronavirus steht er selbst vor großen Problemen.“ Und somit sei eine neu auflebende geschäftliche Verbindung derzeit unwahrscheinlich.

Insofern kehrt auch bei Civelek Ernüchterung ein: „Wir befassen uns jetzt intensiv mit der Ausproduktion bei Küpper“, schildert der Gewerkschafter. Was dann eben das Ende des Unternehmens bedeuten würde.

Betriebsratschef ist pessimistisch

Auch Betriebsratschef Ramon Rocha fällt der Glaube an eine Rettung immer schwerer: „Es sieht nicht gut aus“, meint er. Nun müssten Sozialpläne und ein Interessensausgleich für die Mitarbeiter ausgearbeitet werden. Die Stimmung bei Küpper sei, verständlicherweise, auf dem Nullpunkt – und die Wut der Beschäftigten richte sich gegen den bisherigen Investor Gramax, der Küpper zu Jahresbeginn an eine Schweizer Beteiligungsgesellschaft verkauft hatte.

„Es gibt auch klare Anzeichen dafür, dass diese Gesellschaft von Gramax geführt wurde“, so Rocha weiter. Jetzt werde geprüft, ob der ehemalige Investor belangt werden könne. „Die Mitarbeiter haben nach der Betriebsversammlung am Freitag noch lange zusammengestanden und sich überlegt, Strafanzeige gegen Gramax zu stellen“, führt der Betriebsratschef aus. Ob rechtliche Schritte eingeleitet würden, werde nun intensiv diskutiert.

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