Corona-Pandemie

Velberter Futterläden haben in der Pandemie gut zu tun

Viele Velberter haben sich in der Cronazeit Hunde angeschafft, berichten die Futterhändler.

Viele Velberter haben sich in der Cronazeit Hunde angeschafft, berichten die Futterhändler.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Viele Velberter haben sich in der Coronazeit ein Haustier zugelegt. Sie brauchen neben Tierfutter auch Rat. Und nicht nur Hunde sind gefragt

Wer durch Corona mehr Zeit hat, legt sich gerne ein Haustier zu, in den letzten Monaten ist , für die ihre Besitzer in Fachmärkte für Tierbedarf kommen, gestiegen. Aber auch noch ein anderes Tier wird zunehmend häufig gehalten.

"In unseren Markt kommen derzeit deutlich mehr Menschen, die einen Hund haben. "Wir haben jetzt einen Welpen" ist ein Satz, den ich momentan sehr häufig höre", berichtet Benedikt
Meinhardt, Marktleiter vom "Fressnapf" an der Friedrichstraße. Das treffe zum einen auf Leute zu, die schon lange keinen Hund mehr gehabt hätten, zum anderen aber auch auf Neulinge im Bereich der Hundehaltung.

Geschichten von den Lieblingen

"Wir freuen uns natürlich, wenn sich viele Menschen einen neuen vierbeinigen Hausgenossen zulegen", so Meinhardt, "hoffen aber auch sehr, dass keiner von denen im nächsten Jahr an unserem schwarzen Brett zu finden ist, also vermittelt werden muss." Gekauft werden übrigens
nicht nur zahlreiche Welpen, auch Hunde aus dem Tierschutz oder dem Tierheim finden ein neues Zuhause: Viele werden zum Anprobieren von Geschirr oder Leine mitgebracht und die Besitzer erzählen gerne die Geschichten ihrer Lieblinge. "Hunde kommen wirklich oft her", erzählt
Meinhardt schmunzelnd, "wir hatten aber auch schon Nagetiere, eine Ziege, ein Pony, einen Skunk und Frettchen da."

Manchen müssen auf billigeres Futter umsteigen

Nicht unbedingt in der letzten Zeit, aber die Besucher aller Arten zeigen deutlich, was Tierbedarfsläden neben dem Verkauf noch zusätzlich leisten: Beratung.
"Es wird viel nach Tipps gefragt, gerade jetzt kommen auch viele Hunde mit, um sie an Läden zu gewöhnen - wir geben uns Mühe, auch bei Problemen zu helfen, das ist unser Job", freut sich Benedikt Meinhardt über das Vertrauen der oft langjährigen Kundschaft. Auch die negativen
Seiten von Corona bleiben ihm und dem Team nicht verborgen: "Wenn jemand mit einem Mal billigeres Futter kauft, auf geplantes Zubehör verzichtet, und das wegen Kurzarbeit, das ist traurig."

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Mehr Zeit für das Tier

"Definitiv viel mehr Hundebesitzer" sieht auch Nadine Kemper, Mitarbeiterin im "Futterhaus" an der Heiligenhauser Straße, bei der täglichen Arbeit. "Einige Halter wollten eigentlich gar keine Hunde mehr, haben sich nun aber doch wieder welche zugelegt", erzählt Kemper. "Mehr Zeit" sei ein häufig genannter Grund. Die Erstausstattung für Welpen sei demzufolge derzeit besonders gefragt, genauso wie Spielzeug und Futter.

Hühnerhaltung ist immens gestiegen

Ein ganz anderes heißbegehrtes (Haus-)Tier kennt Markus Schürmann, Leiter des Raiffeisenmarktes an der Velberter Straße in Heiligenhaus: "Seit dem Lockdown im Frühjahr letzten Jahres ist die Hühnerhaltung im eigenen Garten immens gestiegen", weiß der Fachmann. Beim ab März alle zwei Wochen stattfindenden Geflügelmarkt auf dem Gelände hätten sich
sehr lange Warteschlangen gebildet, pro Woche würden im Markt 240 bis 300 Säcke Geflügelfutter verkauft - jeder Sack enthält 25 Kilo Futter."

Getrocknete Garnelen fürs Federvieh

"Und das ist nur das Grundfutter", erklärt Schürmann - da der Markt boomt, wächst das Sortiment, "man kann beispielsweise auch getrocknete Garnelen für sein Federvieh erwerben." Viele Hühnerbesitzer hätten schon lange vorgehabt, sich gackernde Gefährten anzuschaffen, "jetzt wurden die Pläne in die Tat umgesetzt." Da bei ihm zwei Hühnerbesitzer angestellt sind, kann auch Beratung auf diesem Gebiet stattfinden. Bei Hundebesitzern macht Markus Schürmann den Trend aus, von Fertigfutter auf Rohfutter (BARF) umzusteigen, "wohl auch, weil man Zeit braucht, um sich damit zu beschäftigen".

30 bis 40 Anrufe täglich

So oder so seien viele Kunden froh zu hören, dass sie benötigtes Futter vor Ort kaufen können: "Pro Tag bekommen wir manchmal 30 bis 40 Anrufe mit der Nachfrage, ob wir offen
haben." Weitere Nachrichten aus Velbert lesen Sie hier.

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