Kriminalität

Velberter im Visier internationaler Anti-Terror-Ermittlungen

Rund 23 Kilogramm Amphetamine im Gesamtwert von 250000 Euro wurden sichergestellt. 

Rund 23 Kilogramm Amphetamine im Gesamtwert von 250000 Euro wurden sichergestellt. 

Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool

Velbert  Ein Velberter soll an einem Drogengeschäft beteiligt sein, das in Zusammenhang mit Waffenhandel und Rechtsextremismus steht.

Nach einer Razzia und Festnahme in Passau steht ein mutmaßlicher
Drogen-Kurierfahrer aus Velbert im Brennpunkt internationaler
Anti-Terror-Ermittlungen. Er soll sich durch den Transport von 23
Kilogramm Amphetamin an einem Betäubungsmittel-Geschäft beteiligt haben - Straßenpreis mehr als 250.000 Euro. Die österreichische Behörden vermuten in dem Drogengeschäft einen Zusammenhang mit internationalem Waffenhandel für ein rechtsextremes Netzwerk in Deutschland. Womöglich sollte eine kriminelle Kampftruppe aufgebaut werden.

Innenminister äußert sich am Donnerstag

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Das gemeinsame Anti-Terrorzentrum von Polizeibehörden und Geheimdiensten ist mit dem Fall befasst. Innenminister Herbert Reul wird am Donnerstag, 14. Januar, dem Landtag berichten und sich und den Fragen des Innenausschusses stellen.

Größter Waffenfund seit zehn Jahren

Österreichische Ermittler hatten Anfang Dezember 2020 einen massiven
Erfolg nach einem Großeinsatz gemeldet: mehr als 70 automatische und
halbautomatische Pistolen und Gewehre, Sprengstoff und mehr als 100.000
Schuss Munition stellten die Fahnder sicher: Laut Behörden der größte
Waffenfund seit zehn Jahren in Österreich. Ziel der Täter sei
anscheinend gewesen, eine Kämpfertruppe in Deutschland auszustatten.
Hauptverdächtiger soll ein als rechtsextrem bekannter und einschlägig
vorbestrafter Österreicher sein. Er sei als mutmaßlicher Käufer auch das
Bindeglied zu dem Drogengeschäft.

Velberter als Kurier tätig

Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass ein Beschuldigter aus
Duisburg Lieferant des Amphetamins ist. Dieser Mann habe am 9. Dezember 2020 den Velberter aufgesucht und hm zum Weitertransport einen Koffer mit den Drogen übergeben. Der Velberter habe für die Fahrt einen angemieteten Mercedes verwendet und sei in Köln in ein anderes Mietauto des gleichen Fabrikats gewechselt, um später am selben Tag in Passau in einem Hotel anzukommen. Dort nahmen Spezialkräfte den Mann fest, bevor er die Drogen weitergeben konnte. Zeitgleich durchsuchten weitere Spezialisten seine Wohnung in Velbert und nahmen dort den Duisburger fest.

5000 Euro für Transport

Inzwischen ist bekannt, dass die Kurierfahrt durch Telefonüberwachung
aufflog, bevor sie begann. Der Velberter soll den Ermittlern angegeben
haben, ihm seien 5000 Euro für seine Dienste versprochen gewesen. Das
wäre erfahrungsgemäß ein vergleichsweise großer Betrag für einen
Drogentransport dieses Umfangs. Der Mann soll angegeben haben, für eine
frühere Fahrt mit einer kleineren Menge 1300 Euro erhalten zu haben.

Hakenkreuze auf Handy

Was einen möglichen rechtsextremen Hintergrund angeht, dauern die
Ermittlungen an. Der Duisburger soll auf einem Handy mehrere 100
Nazi-Bildchen besessen haben, die Hakenkreuze, sogenannte Hitlergrüße
und herabwürdigende Montagen aus Fotos des Holocaust-Opfers Anne Frank
und von Konzentrationslagern der Nazizeit zeigen. Bei dem Velberter
hätten sich solche Bezüge allerdings nicht gefunden. Beide Männer seien den
Behörden bislang nicht als Teile eines rechtsextremen Netzwerks bekannt
gewesen. Die deutschen Behörden haben umfangreiches Beweismaterial aus
Österreich angefordert.

INTERNATIONALE ERMITTLUNGEN:

Über die Festnahme des Velberters und des mutmaßlichen Lieferanten aus
Duisburg vom 9. Dezember 2020 informierte am folgenden Tag das
Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Duisburg. Einen möglichen
Bezug nach Österreich erwähnten die Behörden nicht.

Am 12. Dezember 2020 meldeten die Behörden in Wien den extrem großen
Waffenfund, dessen Hintergrund der Aufbau einer "rechtsextremen Miliz"
in Deutschland sein könne. Medien berichteten auf europäischer Ebene.

Anschließend beantragten die Fraktionen von CDU und FDP im Landtag den
Bericht des Innenministers.

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