Betrugsmasche

Verbraucherzentrale warnt vor falschen Erotik-Rechnungen

Mit einem harmlos erscheinenden Telefonanruf kommen die Betrüger an die Daten ihrer Opfer

Mit einem harmlos erscheinenden Telefonanruf kommen die Betrüger an die Daten ihrer Opfer

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Velbert.  Ahnungslose Velberter erhalten derzeit vermehrt Rechnungen über angeblichen „Erotikservice“. Die Betrüger wenden verschiedene Tricks an

Ahnungslose Verbraucher erhalten mit der Post momentan vermehrt Rechnungen über „Service für Erwachsene“ oder „Erotikservice“: Etliche Firmen wollen dreist abkassieren wegen angeblich in Anspruch genommener Telefonerotik. Sabine Klischat-Tilly von der Verbraucherzentrale in Velbert rät: auf keinen Fall zahlen, wenn keine telefonische Dienstleistung in Anspruch genommen wurde.

Rechnung aus heiterem Himmel

In der Velberter Beratungsstelle mehren sich in den letzten Tagen und Wochen Anfragen zu Rechnungen über angebliche Erotikdienstleistungen. „Alles beginnt mit einer Rechnung aus heiterem Himmel: Betroffene sollen darin meist einen Betrag in Höhe von 90 EUR auf ein tschechisches Konto überweisen,“ sagt die Beraterin. Oftmals haben die Opfer auf harmlos klingende Privat-Kontaktanzeigen in Zeitung oder Anzeigenblättern reagiert und sind so den Betrügern in die Falle gelaufen. Bei Anruf der Nummer - leichtsinnigerweise ohne Unterdrückung der eigenen Rufnummer - wartet aber nur eine unverständliche Bandansage. Danach hat der Abzocker schon die Rufnummer des Verbrauchers!“

Vermeintlicher Paketzusteller ruft an

Eine weitere beliebte Masche sei Folgendes: Ohne seinen wahren Absichten preiszugeben, versucht der Anbieter durch Täuschung an die Rufnummer und Adressdaten zu gelangen. Es gibt dann zum Beispiel unverfängliche Anrufe eines angeblichen Paketdienstes. Man wolle ein Paket zustellen, leider sei die Anschrift in Teilen unleserlich und bittet deshalb um Angabe von Namen und Anschrift, damit das Paket auch zugestellt werden könne. Statt Paket erhalten Verbraucher dann die „dicke Rechnung“,

Etliche Firmennamen sind bekannt

Mit diesen Methoden seien etliche Firmennamen bekannt. In der Vergangenheit haben die Verbraucherzentralen zum Beispiel gewarnt vor „TRC Telemedia“, „MB Direct Phone Ltd.“ bzw. „Czech Media Factoring“, „Kaver Plus“, „Kawora“, „Euro Solutions s.r.o.“, „Factor“ oder „Werso“. Verschickt werden Rechnungen in Höhe von 75 bis 90 Euro. Als Druckmittel wird zudem mit weiteren Mahnungen die Rechnung zusätzlich immer wieder aufgebläht: schließlich werden -angeblich- häufig um die 200 Euro fällig.

Genauen Daten nennen lassen

Klischat-Tilly: Wer Geld von Ihnen fordert, muss beweisen, dass es dafür tatsächlich eine Grundlage gibt. Verlangen Sie deshalb genaue Angaben zum Zeitpunkt der angeblichen genutzten Telefonerotik und darüber, mit welcher Rufnummer Sie das Gespräch geführt haben sollen. Wer unsicher ist, kann auch die Verbraucherschützer an der Friedrichstraße gegen Entgelt mit dem Schriftverkehr beauftragen.

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