Feuerwehr-Einsatz

„Kinderwelt“ Recklinghausen soll nach Brand wieder öffnen

Die "Kinderwelt" in Recklinghausen ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Betreiber wollen in neun Monaten wieder öffnen.

Die "Kinderwelt" in Recklinghausen ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Betreiber wollen in neun Monaten wieder öffnen.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Recklinghausen.  Die „Kinderwelt“ in Recklinghausen wurde bei einem Brand komplett zerstört. Der Betreiber sagt: Der Indoor-Spielplatz soll wieder öffnen.

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Ursache für den Brand im Indoor-Spielplatz „Kinderwelt“ ist nach Angaben der Polizei Recklinghausen mit großer Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt. Das sagte ein Sprecher am Freitagnachmittag auf Nachfrage. Sachverständige der Polizei hatten den Brandort am Vormittag untersucht. Hinweise auf eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung hätten sich dabei nicht ergeben. In dieser Woche sollen weitere Untersuchungen folgen. Nähere Angaben zur Art des technischen Defekts wurden zunächst nicht gemacht.

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der Sachschaden an dem bis auf die Grundmauern zerstörten Gebäude bei rund vier Millionen Euro liegen könnte. Auf redaktionelle Anfragen reagierte der Betreiber bislang nicht. Seitens der Stadt Recklinghausen soll es aber bereits einen losen Kontakt geben.

„Kinderwelt“ in Recklinghausen soll in neun Monaten wieder öffnen

Für Familien, die den Spielplatz gerne besucht haben, gibt es Hoffnung. Am Sonntag veröffentlichte der Betreiber eine kurze Stellungnahme auf seiner Internetseite. Wörtlich heißt es da: „Wir haben uns selbst eine (Wunsch-)Frist von neun Monaten bis zur Wiedereröffnung der ,Kinderwelt" gesetzt.“ Die Betreiber seien sich bewusst, dass das Vorhaben von „vielen externen Entscheidungsträgern“ abhänge, auf deren Mithilfe sie hoffen.

Noch nicht sicher ist, ob der verbliebene Hallenteil mit Minigolfanlage und Automatenspielhalle weiter genutzt werden kann. Die Aussichten stünden aber „gut“.

Bereits am Freitag hatte die Geschäftsführung eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich bei den Einsatzkräften sowie „Geschäftspartnern, Freunden, Bekannten und der Stadt Recklinghausen“ bedankte. Weiter heißt es:

"Wir danken den Mitarbeitern, die bei Ausbruch des Brandes souverän reagiert haben und alle Gäste – und sich selbst – sicher aus der Halle führen konnten. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die durch die Rauchwolken für eine Vielzahl von Bewohnern in unserem Umfeld entstanden sind. Wir sind traurig, weil viele Kinder es nun sind. Wir sind traurig, weil ein tolles Team an Mitarbeitern seinen Arbeitsplatz verloren hat."

Feuer brach am Donnerstag gegen 11 Uhr aus

In der „Kinderwelt“ war am Donnerstag gegen 11 Uhr ein verheerendes Feuer ausgebrochen. 15 Personen, die sich zum Ausbruch des Brandes in dem Hallenkomplex, in dem auch eine Spielhalle war, hatten sich rechtzeitig und unverletzt ins Freie retten können. Sie blieben unverletzt. Die Rauchwolke, die danach über Recklinghausen zog, war auch in zahlreichen Nachbarstädten noch zu sehen.

120 Feuerwehrkräfte aus der Stadt, aber auch aus Herne und anderen Kommunen kämpften gegen den Brand an. Nach rund drei Stunden hatten sie das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten aber noch bis in die Abendstunden. Der Hallenkomplex war teilweise eingestürzt. Bagger rissen die Reste ab. Selbst in den Wänden steckten noch verbliebene Glutnester.

Durch die Rauchwolke sind nach dem Ergebnis von Messungen offenbar keine Schadstoffe in die Luft gelangt. Allerdings sind in Teilen von Recklinghausen und Oer-Erkenschwick vereinzelt Ruß-Partikel gefunden worden, die von dem Brand stammen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat Proben genommen und wird sie in den nächsten Tagen auswerten. Der Spielplatz an der Theodor-Körner-Straße ist nach Angaben des Kreises Recklinghausen bei dem Brand so stark verunreinigt worden, dass er ab sofort gesperrt ist und dekontaminiert werden muss.

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