„Menschliche Tragödie“

Sohn lebte ein Jahr lang mit toter Mutter (85) in Wohnung

Die Ermittlungen der Mordkommission sind rasch beendet.

Die Ermittlungen der Mordkommission sind rasch beendet.

Foto: Andreas Bartel / WAZ FotoPool (Archiv)

Marl.  Vor knapp einem Jahr starb die Mutter eines 53-Jährigen. Seitdem lebte der Mann mit ihr weiter in der gemeinsamen Wohnung. Bis die Polizei kam.

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In Marl hat hat ein 53-Jähriger knapp ein Jahr lang mit seiner toten Mutter (85) in der gemeinsamen Wohnung gelebt. Die Polizei in Recklinghausen machte den Vorfall am Donnerstag öffentlich. Dahinter verbirgt sich laut Polizeisprecherin Ramona Hörst eine „menschliche Tragödie“.

Am Mittwochmittag hatte das städtische Ordnungsamt die Wohnung ein einem Mehrfamilienhaus zwangsweise geöffnet. Vorausgegangen seien Hinweise aus dem Umfeld der Toten, die seit längerer Zeit nicht mehr gesehen worden war. Die „Umstände der Auffindung“ hätten zumindest den Verdacht zugelassen, dass die Seniorin eines nicht natürlichen Todes gestorben sein könnte. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein. Der Sohn, der zu diesem Zeitpunkt nicht in der Wohnung war, wurde gesucht und konnte nach kurzer Fahndung dann auch auf der Straße in Marl festgenommen werden.

Leiche wurde am Donnerstag obduziert

Die bereits stark verweste Leiche ist dann am Donnerstag obduziert worden. Mit dem Ergebnis, dass die 85-Jährige eines natürlichen Todes gestorben ist.

Den Beamten hatte der Sohn in seiner Vernehmung erklärt, dass er seine Mutter bis zu deren Tod in der gemeinsamen Wohnung gepflegt habe. Als sie starb, sei er mit der Gesamtsituation überfordert gewesen. Der Mann ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen der Polizei dürften zeitnah eingestellt werden.

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