Eisenbahn

Bahnlinie Warstein-Lippstadt: Studie soll Klarheit bringen

Landtagsabgeordneter Jörg Blöming am Bahnhof in Erwitte. Er setzt sich dafür ein, dass der Personenverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Lippstadt und Warstein reaktiviert wird.

Landtagsabgeordneter Jörg Blöming am Bahnhof in Erwitte. Er setzt sich dafür ein, dass der Personenverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Lippstadt und Warstein reaktiviert wird.

Foto: Blöming / WP

Warstein/Lippstadt.  Lohnt sich Personenverkehr auf der Schiene zwischen Warstein und Lippstadt? Eine Machbarkeitsstudie soll diese Frage jetzt beantworten.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse soll klären, ob sich Personenverkehr auf der Bahnlinie Warstein-Lippstadt lohnt. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) werde die Untersuchung schon bald in Auftrag geben, kündigte der heimische Landtagsabgeordnete Jörg Blöming (CDU) an: „Die Mittel dafür sind in dessen Haushalt bereits eingeplant.“ Damit wäre ein erster Schritt getan, um die vor rund 40 Jahren stillgelegte Verbindung zu reaktivieren.

Der Abgeordnete aus Erwitte, durch dessen Wahlkreis sich die Bahnlinie ziehen würde, zeigt sich zuversichtlich, dass bei der Analyse positive Ergebnisse zu erzielen sind. „Wir waren bei einer Untersuchung von 2005 schon sehr knapp vor der Ziellinie“, blickt er zurück, „und seitdem haben sich die Kriterien zu unserem Vorteil verändert.“

Bahnhöfe zu echten Mobilitätsstationen ausbauen

Züge seien eines der klimafreundlichsten Verkehrsmittel, sieht sich Jörg Blöming mit dem Vorschlag zur Reaktivierung auf der Höhe der Zeit. „Das ist ein großes Zukunftsthema“, betont er im Gespräch mit unserer Redaktion, „und eine Riesenchance.“

Eine Anbindung an das Bahnnetz könne für die Städte zwischen Warstein und Lippstadt ein entscheidender Standortfaktor sein. Außerdem böte sich die Möglichkeit, die noch vorhandenen Bahnhöfe – größtenteils noch in Besitz der Westfälischen-Lippischen Eisenbahn (WLE) – städtebaulich weiterzuentwickeln. „Der Bahnhof von morgen ist mehr als ein Bahnsteig mit Fahrkarten-Automaten“, sagt der CDU-Politiker. „Dort können vollständige Mobilitätsstationen mit Park-and-Ride-Parkplätzen, E-Bike-Ladestationen und vielleicht sogar Car-Sharing-Möglichkeiten entstehen.“

Güterverkehr erschwert Reaktivierung

Sorgen von Anliegern der Bahnstrecke vor mehr Lärm lässt er nicht gelten. „Die Züge, die da fahren werden, sind keine Dieselloks von 1963, sondern hochmoderne Wasserstoff- oder Elektozüge.“ Die Streckenlänge von gut 30 Kilometern sei für diesen Antrieb in technischer Hinsicht schon heute kein Problem mehr.

„Es gibt die Infrastruktur noch – das ist mehr als bei anderen Reaktivierungsprojekten“, sagt Uli Beele, NWL-Pressesprecher, zu den Erfolgsaussichten einer möglichen Reaktivierung. Der „dichte Güterverkehr“ auf der Strecke könne hingegen eine Schwierigkeit werden. „Da werden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie verschiedene betriebliche Planspiele angestellt werden müssen, um einen vernünftigen Betrieb sicherzustellen.“

Zunächst müssten nun aber die politischen Gremien über die Kosten-Nutzen-Analyse entscheiden, in erster Linie der Soester Kreistag. „Wenn die dann zu einem positiven Ergebnis kommt, können wir in die Planungen einsteigen.“

Zehn Jahre bis zur Reaktivierung?

Jörg Blöming verspricht die Unterstützung der Landesregierung. Erst im Juni hatten CDU und FDP einen Antrag in den Düsseldorfer Landtag eingebracht, in dem sie die Reaktivierung von Schienenstrecken in NRW forderten. Das Potenzial, so die beiden Regierungsfraktionen, sei landesweit groß.

Bis zwischen Warstein und Lippstadt wieder Personenzüge fahren, dürfte auch im Idealfall aber noch einige Zeit vergehen, räumt auch Jörg Blöming ein. „Zehn Jahre sind ein realistisches Zeitfenster“, sagt er – bleibt aber Optimist. „Vielleicht kriegen wir es ja auch ein bisschen schneller hin.“

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