Ausstellung

Frank Zander live in Werl: „Ja, ich lebe noch!“

Ausstellungseröffnung mit Bildern von Frank Zander (75) in der Galerie Walentowski in Werl.

Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Ausstellungseröffnung mit Bildern von Frank Zander (75) in der Galerie Walentowski in Werl. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Werl.   Frank Zander (75) hat in Werl seine Bilder-Ausstellung eröffnet. Zu Berichten über seine Krebserkrankung sagte er launig: „Ja, ich lebe noch!“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Vom Krankenbett direkt auf die Bühne“, mit dieser frohen und zugleich kecken Mitteilung eröffnet der Kultbarde Frank Zander (75) am Freitagabend in der Galerie Walentowski seine Bilder-Ausstellung „Live in Werl“.

Bunte Vielfalt des Lebens auskosten

„Ja, ich lebe noch!“, verkündet er dem erfreuten Publikum wenige Tage nach einer geglückten Prostata-Operation. Die Mitteilung, dass es bei ihm einen Krebsverdacht gebe, habe ihn „kalt erwischt“. Zum Glück sei er immer zur Vorsorgeuntersuchung gegangen. Darum habe man ihm rechtzeitig durch einen OP helfen können. Die kastaniengroße Prostata sei weg. „Alles wird wieder gut“.

Nun gelte es, nach vorne zu blicken, die neu geschenkten Tage in ihrer bunten Vielfalt auszukosten. Dieser intensive Lebensgenuss des unkaputtbaren Kult-Künstlers spiegelt sich nicht nur in seinen Songs („Hier kommt Kurt...“, „Ich trink auf Dein Wohl, Marie“, „Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ etc.) und seinen zur Legende geworden Fernseh-Shows (Plattenküche, Bananas, Känguru) wider, sondern auch die Leinwandschöpfungen von Frank Zander sprühen vor intensiver Lust, vor hintergründigem Humor (manchmal böse und rabenschwarz), sensibler Beobachtungsgabe und ausgeprägtem Farbgefühl.

Eine Parade schuppiger Hits

„So eine Ausstellung ist mein Fischmarkt“, hat der gelernte Gebrauchsgrafiker in Anspielung auf seine artenreiche „Fischkollektion“ einmal gesagt. Da tummeln sich die Miesfische neben den Kochfischen, der Backfisch konkurriert gegen den Piccolöchen-Fisch und die Fußball-Kiek-Fische lassen sich durch die Vampir-Fische nicht beeindrucken. Nur der Nachtschwester-Ingeborg-Fisch zieht steil vorbei.

Eine Parade schuppiger Hits, die ihren Ursprung bei der Gemäldeausstellung „Obdach Hamburg“ 2009 in der Europapassage hatte. „Da gab mit der Galerist Heinrich Walentowski den Tipp: 'Mensch Frankie, zeichne doch mal was Zander-typisches!“. „Nichts leichter als das“, dachte sich der Entertainer mit der Reibeisenstimme, und der gute alte „Echte Zander-Fisch“ war geboren – (vor-)witzig, abgedreht, schrullig, kurios, verquer; nicht selten sogar gedankenvoll und philosophisch.

Palette der Schaffenskraft scheint unerschöpflich

Malerische Vorbilder wie Mirot, Chagall oder van Gogh finden sich in Werken wie Johann-Mira-Fisch, Vincento-van-G.-Fisch oder Marcus-Chigulla-Fisch wieder.

Doch Zander wäre nicht Zander, wenn es bei diesem Aquarium voller kauziger Kreaturen geblieben wäre. „Ich bin in meinem Leben immer zickzack gegangen, habe immer etwas Neues probiert.“ Die Palette seiner Schaffenskraft scheint unerschöpflich. So setzt der Maler, der auch als Sänger in keine Schublade passt, seinen Pop-Idolen Prince, David Bowie oder den Beatles ein Denkmal in Pop-Art-Manier. Oder er eröffnet seinem Bühnenstar eine neue Plattform: „Kurt ist bei Dir“,

Ganz anders, zurückgenommen und überhaupt nicht schrill, erweckt Zander im Zille-Stil die „Kinder im Hof“ zum Leben, Landschaftsbilder der Insel Ibiza sowie Städteansichten aus Hamburg und Berlin ergänzen das abwechselungsreiche Sortiment. Und dann gibt es noch die abstrakten Acryl-Gemälde: Farbe hinter Gittern, I, II und III. Sowie das vierte Bild im Quartett: „Die Farbe Rot lässt sich nicht einsperren.“ Ganz Frank Zander. Unverwüstlich und freiheitsliebend. Wie sagt noch einer seiner Mies-Fische? „Immer nach vorne kieken.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik