Betrug

Polizei im Kreis Soest gelingt Festnahme falscher Polizisten

Ein Mann wird in Handschellen abgeführt.

Ein Mann wird in Handschellen abgeführt.

Foto: dpa

Soest/Arnsberg.   Ein halbes Jahr nachdem ein Seniorenpaar im Kreis Soest Opfer falscher Polizisten wurde, wurden die mutmaßlichen Täter jetzt gefasst.

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Vier junge Männer aus dem Kreis Soest sind jetzt festgenommen worden. Sie sollen sich in mindestens zwei Fällen als angebliche Polizisten das Vertrauen von vornehmlich älteren Menschen erschlichen und sie dann ausgenommen haben.

Sechs Monate waren Ermittler den Betrügern auf der Spur, bis jetzt die Handschellen klickten, berichteten am Mittwoch Staatsanwaltschaft Arnsberg und die Kreispolizei Soest in einer gemeinsamen Erklärung. Im März war ein über 80 Jahre altes Ehepaar aus Bad Sassendorf Opfer falscher Polizisten. Der Betrug lief per Telefon ab - am Ende händigte das Ehepaar den Tätern seine Wertsachen aus.

Falsche Polizisten gaben vor, Seniorenpaar zu schützen

Die Betrugs-Masche sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, doch die Täter suchen immer wieder aufs Neue nach Opfern und sind noch viel zu häufig erfolgreich. Stets geben sich Betrüger als Polizei aus. Und meist tischen Sie ihren Opfern gleich lautende Geschichten auf. So sei es auch bei dem Seniorenpaar aus Bad Sassendorf gelaufen, berichtete die Polizei.

Ein Anrufer stellte sich am Telefon als "Oberkommissar Schwarz" vor. Er teilte mit, "dass man bei einer Einbrecherbande den Namen des Ehepaares auf einer Liste gefunden habe. Man sei sich nun sehr sicher, dass in allernächster Zeit bei dem Ehepaar eingebrochen würde. Deshalb müsse man nunmehr wertvolle Gegenstände in dem Haus einsammeln, um es dem Zugriff der Täter zu entziehen".

Mit fingierten Anrufen die Opfer gefügig gemacht

Das Paar sei anfangs misstrauisch gewesen. Doch es wurde immer weiter von den Tätern bearbeitet, teilte die Polizei mit. Mit fingierten Anrufen, mal als weitere Polizisten, mal als Bankangestellter oder Versicherungsmitarbeiter, sei das Paar schließlich dazu gebracht worden, einem falschen Polizeibeamten "an der Haustür Bargeld, EC-Karten und Schmuck auszuhändigen", berichtete die Polizei. "Mit den EC-Karten wurde dann auch noch das Geld der Opfer an verschiedenen Bankautomaten abgehoben."

Wie die Polizei den Tätern schließlich auf die Spur gekommen ist, verrieten die Justizbehörden nicht. Vier Männer im Alter von 22 bis 23 Jahren aus dem Kreis Soest seien jedenfalls identifiziert worden. Ihnen sei noch eine zweite Tat nachgewiesen worden, in Unna. Drei der Männer seien nun in Untersuchungshaft.

Tipp der Polizei: "Legen Sie einfach auf"

Die Masche mit den falschen Polizisten ist nach wie vor akut, zumal die Polizei in NRW bis dato nur selten Ermittlungserfolge hat. Alleine im Kreis Soest wurden der Polizei seit dem 26. August 163 neue Betrugsversuche gemeldet. Immerhin: Möglicherweise fruchten inzwischen die Warnungen, denn "in nur einem Fall waren die Täter erfolgreich", teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Wer Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben, möglichst nicht aufsitzen will, sollte diese Tipps der Polizei beherzigen:

  • Die Polizei ruft sie niemals an um nach ihrem Geld oder Schmuck zu fragen.
  • Geben Sie am Telefon keinesfalls private Daten von sich bekannt. Dazu zählen auch Namen von Versicherungen oder Geldinstituten.
  • Wenn Ihnen ein Telefonat mit Fremden seltsam erscheint, legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Wenn Sie ihren Namen nicht im Telefonbuch eintragen lassen, werden sie auch nicht mehr von Fremden angerufen.
  • Lassen Sie keine Fremden in ihre Wohnung. Sorgen Sie dafür, dass Sie bei angekündigten Besuchen nicht allein sind.
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