Flugverkehr

Sorge um Zukunft des Flughafens Paderborn-Lippstadt

Flughafen Paderborn-Lippstadt: Die Anteilseigner fordern Unterstützung vom Bund.

Flughafen Paderborn-Lippstadt: Die Anteilseigner fordern Unterstützung vom Bund.

Foto: Flughafen

Lippstadt/Kreis Soest.   Die Landräte aus der Region fordern mehr Unterstützung vom Bund für den Flughafen Paderborn-Lippstadt. Andernfalls sei seine Existenz gefährdet.

Zahlreiche Landräte und Bürgermeister aus der Region fordern vom Bund eine gezielte Kostenentlastung für den Flughafen Paderborn-Lippstadt. Die Verwaltungschefs, darunter die Soester Landrätin Eva Irrgang beklagen verzerrte Wettbewerbsbedingungen, die im schlimmsten Fall die Existenz des Flughafens gefährden können.

Die Unterzeichner des Appells an die heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten verweisen darauf, dass die deutsche Flugsicherung bei den 16 internationalen Flughäfen eine einheitliche Gebühr garantiere. Da der Flughafen Paderborn-Lippstadt hingegen nur als Regionalflughafen klassifiziert ist, müsse er höhere Kosten tragen und mit diesem subventionierten „Marktpreis“ konkurrieren.

Daraus ergebe sich ein Loch von 1,5 Millionen Euro. Deshalb sollte nach Ansicht der Verwaltungschefs, die allesamt Gesellschafter des Flughafens repräsentieren, in dieses System aufgenommen werden.

Bund soll sich an Kosten für Sicherheit beteiligen

Außerdem müsse sich der Bund an den gestiegenen Kosten für die hoheitlichen Luftsicherheitskontrollen beteiligen. Das sehe die Koalitionsvereinbarung zwischen Union und SPD ohnehin vor. Gestoppt werden müsse auch die teilweise mit Steuergeldern finanzierte Rivalität zwischen den Flughäfen um Fluglinien und Reisende, kritisieren die Landräte und Bürgermeister etwa die Konkurrenz durch den nahe gelegenen Flughafen Kassel-Calden – wenngleich ohne ihn zu nennen.

„Wir brauchen im Hinblick auf steigende Luftverkehrszahlen und sichtbare Überlastungen der größeren Flughäfen einfach bessere Rahmenbedingungen“, erklärt Eva Irrgang, Landrätin des Kreises Soest.

Wichtig für die Infrastruktur in Ost- und Südwestfalen

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt sei Bestandteil der grundlegenden Infrastruktur für Ostwestfalen, Südwestfalen und Lippe. Zudem seien mit dem Standort 1000 Arbeitsplätze direkt verbunden. „So ist unser Flughafen nicht nur eine Basis für eine erfolgreiche wirtschaftliche Betätigung“, betont die Landrätin, „sondern selbst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

Bis 2024 muss der Flughafen eine „schwarze Null“ erreichen, weil die EU die Subventionierung der regionalen Drehkreuze durch kommunale Anteilseigner untersagt hat.

Der Appell wurde unterzeichnet von Eva Irrgang sowie den Landräten des Hochsauerlandkreises, der Kreise Gütersloh, Paderborn und Lippe sowie vom Oberbürgermeister von Bielefeld.

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