Modell-Rennsport

Deutscher Meister im Modell-Rennsport fährt in Wattenscheid

Paul van den Berg hockt als Streckenposten gut geschützt hinter der Brücke beim Abschlussrennen.

Paul van den Berg hockt als Streckenposten gut geschützt hinter der Brücke beim Abschlussrennen.

Foto: Dietmar Wäsche / FFS

Wattenscheid.  Der Modell-Sport-Renn-Club Wattenscheid geht in die Winterpause und erweitert seine Offroad-Strecke. Hier startet sogar ein Deutscher Meister.

Ein Niederländer ist Deutscher Meister und er startet für einen Wattenscheider Club. Ganz unter den Arm nehmen kann Luke van den Berg seinen Boliden nicht, aber mit beiden Händen anheben: Schauplatz ist heute die Strecke des RC Offroad oberhalb des Westkreuzes - exakt 308 Meter lang, im Schnitt dreieinhalb Meter breit. Wer hier mit einem Kleinwagen fahren wollte, wäre fix aus der Spur, mit den ferngelenkten Kleinst-Rennern im Maßstab 1:6 oder 1:5 und zehn bis 14 Kilo Gesamtgewicht sind dagegen spektakuläre Manöver möglich.

57 Mitglieder hat der Club seit dem Umzug von Wesel inzwischen in Wattenscheid. Drei Frauen fahren mit, in den Reihen sind aber auch fünf Kinder und Jugendliche. „Trucks“ nennen sie ihre Modelle mit den 25-Kubik-Motoren, die per Joy-Stick in Form eines Akku-Schraubers auf Touren gebracht werden. Und nach der Zündung per Anlasser-Seilzug mit typischem Zweitakt-Sound die Kulisse bilden: Motorsäge mehrstimmig.

Auf der Strecke geht es friedlich zu

„Wir verstehen uns hier einfach alle“, meint Kassenwart Michael Lang. Damit meint er aber den Umgang miteinander auf der Strecke, nicht etwa die Kommunikation. Denn: Nicht umsonst tragen viele an der Strecke Ohrstöpsel.

Sportlich gesehen geht es heute aber zahm zu, es ist das Abschlussrennen der Saison und zugleich Tag der offenen Tür. Selbst Luke van den Berg, Deutscher Meister des Vereins mit niederländischen Wurzeln, kann es ruhiger angehen lassen. Er hat vor einer Woche in Großheubach in Bayern drei Runden vor Schluss einen technischen Defekt gehabt, das Aus für die Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr nach 19 gewonnenen Qualifikationsläufen. Ärgerlich.

Ein lockerer Jahresabschluss

„Wir wollen zum Jahresabschluss noch mal ein bisschen die Autos testen, neue Teile, andere Abstimmungen, ganz locker“, meint Kassenwart Lang und winkt den „Zaungästen“ zu, Radlern oben auf der Erzbahntrasse, die gern Station machen, um sich das Spektakel einen Moment anzusehen. „Wir sollten ein Schild aufstellen: Kommt runter, hier gibt’s ‘n Kaffee.“

Bald soll auch eine Boxengasse stehen

Noch haben die Offroad-Fans 800 Quadratmeter Pflastersteine in der Hinterhand, „die werden noch verbaut“, erzählt Lang. Damit die erst im April in Betrieb gegangene Strecke rundum gemütlicher, aber auch für den Rennbetrieb tauglicher wird, soll das tuckernde Dieselaggregat für die Stromversorgung auf Gas umgestellt werden. Neben der Rampe, auf der die Renner vor dem Start und nach dem Rennen stehen, soll eine Boxengasse mit Tischen zum „Schrauben“ entstehen.

„Die können dann sofort auf die Bahn wechseln und Streckenposten machen“, meint Lang grinsend. Acht Stück von denen braucht es jedes Mal, Gitterzaun-Elemente schützen sie vor tief fliegenden Autos. Aber nur an drei Seiten, denn sie müssen schnell auf die Piste kommen, um die Fahrzeuge nach Überschlägen wieder auf die Räder zu stellen.

Nach dem Saisonabschluss soll die Strecke noch an den Steilkurven erweitert werden, außerdem hat der Club den Stadtwerken als Grundeigentümer schon ein Kaufangebot für seine künftige „Heimstrecke“ gemacht

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