Kunst im öffentlichen Raum

Ein neuer Standort für die Skulptur ist noch nicht geklärt

Die Skulptur mitten in Eppendorf Am Thie. Das Foto stammt aus dem Jahr 2014.

Die Skulptur mitten in Eppendorf Am Thie. Das Foto stammt aus dem Jahr 2014.

Foto: Dagmar Hornung

Eppendorf.   Die WAZ hat mit dem Künstler Abraham David Christian in Japan Kontakt aufgenommen. Er favorisiert als Ort für seine Plastik das Kunstmuseum.

Noch ist keine Entscheidung getroffen, wo die Skulptur, eine Stahl-Plastik ohne Titel, des Künstlers Abraham David Christian endgültig aufgestellt wird. Bis zum Aus- und Umbau des Kreisverkehrs in Eppendorf Am Thie hatte das Kunstwerk seinen festen Platz auf der großen Wiese vor der alten Eiche. Der Künstler hat aber durch den Leiter des Kunstmuseums Bochum, Hans-Günter Golinski, durchblicken lassen, dass er den Standort Verkehrsinsel als nicht geeignet ansehe. Die Skulptur gehört der Stadt Bochum.

Manche Bürger können sich alten Standort vorstellen

Die WAZ hat Kontakt zum Künstler aufgenommen, der sich derzeit in Japan aufhält. Per E-Mail hat die Redaktion geschildert, dass es um die Plastik gehe, die Christian 1979/1980 gefertigt habe und die viele Jahre als ,Das Denkmal’ mitten in Eppendorf gestanden habe. So manche Bürger würden sich wünschen, dass die Plastik zurück an den alten Standort – in den neuen Kreisverkehr – zurückversetzt werde. Die WAZ fragte: „Sind Sie damit einverstanden? Es war zu vernehmen, dass Sie nicht ganz glücklich mit dieser Idee sind.“

Mit Behörden und dem Museum Gespräche geführt

Über seinen Privatsekretär Akio Tanaka ließ Abraham David Christian per Mail antworten. Darin heißt es: „Das Sekretariat kann mitteilen, dass Professor Christian seit 2015 mit den zuständigen Behörden und mit der Leitung des Museum Bochum intensive Gespräche geführt hat. Christian ist mehrfach auf eigene Initiative und Kosten nach Bochum und Eppendorf gereist, um für die Skulptur, nach 40 Jahren Vernachlässigung durch den Eigentümer, einen adäquaten Standort zu finden.“ Die Skulptur sei entgegen Christians Konzeption durch den Betonsockel falsch aufgestellt worden und regelmäßig mit Farbe besprüht und mit Blumen umpflanzt worden.

Positionierung näher am Museum

Christian hätte sich nicht für eine Neupositionierung ausgesprochen, wenn der alte Standort, die Auswahl habe Alexander von Berswordt-Wallrabe getroffen, seinen Vorstellungen entsprochen hätte. Wörtlich: „Eine Positionierung näher am Museum wird auch die regelmäßigen Graffiti-Schmierereien, etwa durch Hakenkreuze, verhindern und der Stiefmütterchen-Bepflanzung mehr Raum geben.“ Christian sagt: „Grundsätzlich kann ein Besitzer einer Skulptur damit machen, was er will, kann sie auch ungepflegt verkommen lassen.“

Gepflegter Rasen und eine Bepflanzung reichen aus

Die Meinungen in Eppendorf gehen auseinander. Während Gerd Robok vom Eppendorfer Heimatverein sich künstlerische Elemente auf der Verkehrsinsel vorstellen kann, es müsse nicht unbedingt die Christian-Skulptur sein, meint Jürgen Reinhardt von der Interessengemeinschaft Eppendorfer Geschichte, dass ein gepflegter Rasen und eine Bepflanzung auch ausreichten. Der Eppendorfer Bürger und Sozialdemokrat Helmut Spannel äußerte dazu in einem Leserbrief, „dass das Kunstwerk 1980 auf Wunsch des Künstlers hier aufgestellt wurde“. Und: „Wir wollen exakt diese Plastik wiederhaben.“

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